Willy Wimmer, MdB + Staatssekretär a. D., zu intern. Konflikten, NATO, Jugoslawien und Ukraine

Elke Schenk postet auf GC-News :
Hallo zusammen,

der Gründer des alternativen Nachrichtenportals
Nachdenkseiten, Albrecht Müller (Staatssekretär unter Brandt und Schmidt), hat
in seinem Pfälzer Wohnort Pleisweiler eine Veranstaltungsreihe initiiert, zu
der er am 21.6. Willy Wimmer eingeladen hat.

Willy Wimmer gehört zu den erstaunlichsten und für Verteidigungs- und
strategische Fragen wichtigsten Politikern der Bundesrepublik.

Er war Jahrzehnte lang MdB für die CDU und Staatssekretär im
Verteidigungsministerium unter Kohl.

Seine Vorträge und Interviews zeugen von Faktenkenntnis, Insiderwissen und
einer von USA-NATO unabhängigen Haltung, was ihn in der deutschen
Medienlandschaft immer weiter marginalisiert hat, so dass ihm außer der Jungen
Welt kein öffentliches Forum mehr zur Verfügung steht.

Wimmer ist ein glühender Anhänger des Völkerrechts und der
Sicherheitsarchitektur KSZE und OSZE, gegen die angelsächsisch/US-dominierte
NATO.

Wimmers sicherheitpolitisches Trauma ist – neben Afghanistan – der Angriff auf
die Bundesrepublik Jugoslawien 1999, an der Deutschland (Schröder, Fischer und
Scharping als Einpeitscher) maßgeblich beteiligt war,
und darum kreisen seine Ausführungen immer wieder.

Es sind eher die kleinen Randnotizen aus seinem aktiven Leben als Abgeordneter
und Regierungsmitglied, die tiefe Einblicke in die ideologischen Grundlagen +
die Praxis der westlichen / Nato-US-geführten Verteidigungspolitik zeigen und
deutlich machen, dass Wimmer weiß, was gespielt wird.

Bspw. als er erwähnt, dass die deutschen Vertreter in der Parlamentarischen
Versammlung der OSZE, als sie im wirtschaftlichen Korb das Konzept der
sozialen Marktwirtschaft verankert wissen wollten, von US-Vertretern als
Kommunisten beschimpft worden seien. US-Vertretern sei daraufhin die Teilnahme
an der Parlamentarischen Versammlung untersagt worden.

Oder als er unter Berufung auf einen hochrangigen US-Politiker, warum
Jugoslawien angegriffen worden sei, erwähnt, es habe ein Fehler von 1944
korrigiert werden müssen, die USA brauchten Bodentruppen auf dem Balkan.

Alle Entwicklungen seit 1991 / 92 deutet Wimmer als Vorbereitung für dieses
US-Ziel.

Vortrag und hörenswerte anschließende Diskussion sind abrufbar unter:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=22136

Heute, 29.6., veröffentlichen die Nachdenkseiten ergänzend einen Text von
Wimmer, in dem er das Ultimatum des Europäischen Rates gegen Russland
analysiert und mit der Erpressung im Vorfeld des Jugoslawien-Krieges
(Rambouillet) in Verbindung bringt.

Siehe: http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=22190
und Datei im Anhang.

Viele Grüße

Elke Schenk

Der Dschihadismus und die Ölindustrie – voltairenet.org 23. Juni 2014

 „Vor unseren Augen“
Der Dschihadismus und die Ölindustrie

von Thierry Meyssan

 

Der Dschihadismus und die Ölindustrie – voltairenet.org 23. Juni 2014 weiterlesen

New Trends of Globalization

Posted by Martin Zeis
www.ft.com/intl/cms/s/0/b1012282-fba4-11e3-aa19-00144feab7de.html?siteedition=intl#axzz35uxazqHo
ft.com / global economy – June 24, 2014 7:54 pm

China expands plans for World Bank rival
By Jamil Anderlini in Beijing

China is expanding plans to establish a global financial institution to rival the World Bank and the Asian Development Bank (ADB), which Beijing fears are too influenced by the US and its allies.

In meetings with other countries, Beijing has proposed doubling the size of registered capital for the proposed bank to $100bn, according to two people familiar with the matter.

So far, 22 countries across the region, including several wealthy states in the Middle East, which China refers to as “West Asia”, have shown interest in the multilateral lender, which would be known as the Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB). It would initially focus on building a new version of the “silk road”, the ancient trade route that once connected Europe to China.
Most of the funding for the lender would come from China and be spent on infra-structure projects across the region, including a direct rail link from Beijing to Baghdad.

China’s push for a regional institution that it would control reflects Beijing’s frustration at western dominance of the multilateral bodies. Chinese leaders have demanded a greater say in institutions such as the World Bank, International Monetary Fund and Asian Development Bank for years but changes to reflect China’s increasing eco-nomic importance and power have been painfully slow.

“China feels it can’t get anything done in the World Bank or the IMF so it wants to set up its own World Bank that it can control itself,” said one person directly involved in discussions to establish the AIIB. “There is a lot of interest from across Asia but China is going to go ahead with this even if nobody else joins it.” (…)

Full text see URL and attachment.

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www.thejakartapost.com/news/2014/06/23/currencies-and-collapse-globalization.html
Jakarta Post, June 23, 2014

Currencies and the collapse of globalization
by Paul Donovan, London

(…)

The collapse in globalization is nothing to do with global trade. Global exports (as a share of the world economy) are at a higher level than they were in 2007 — here there has been a complete recovery. Instead the collapse has taken place in the realm of global capital flows. Global capital flows (again as a share of the world economy) are running at roughly a third of their pre-crisis peak, and around half the levels seen in the decade before the global financial crisis.

The collapse of global capital flows has been brought about by several factors coming together. Investors, in particular banks, are more regulated than before the crisis. With that regulation has come about a bias to investment in domestic markets — in some cases as an unintended consequence of regulation, in some cases as a direct policy objective. In addition the more political nature of several developed financial markets has acted as a deterrent to international investors, who are likely to have less understanding of politics in remote markets.

When capital flows were abundant, an economy with a current account deficit did not have too many problems finding the capital inflows necessary to finance the current account position. Only a tiny proportion of the huge amount of capital sloshing around the world had to be diverted to provide the funding. Now, with capital flows reduced to a thin trickle, a current account deficit country has to work a lot harder to attract the capital that they need. Crudely put, it is three times more difficult to finance a current-account deficit, now that capital flows are one third their pre-crisis levels.

This helps to explain the Euro. (…)

Full text see URL and attachment.

Diskussionen über europäische/deutsche geopolitische Strategie

Martin Zeis postete auf global crisis/global change News :

Das polnische Wochenmagazin Wprost („Direkt) erregte über das Wochenende (vorübergehende) Aufmerksamkeit in den Mainstream-Medien, indem es u.a. einen Gesprächsmitschnitt des polnischen Außenministers Radosław Sikorski veröffentlichte, in dem dieser die Beziehungen Polens zu den USA als wertlos und als „totalen Bullshit“ bezeichnete: „Kompletter Blödsinn. Wir geraten in Konflikt mit den Deutschen, Russen und wir glauben, dass alles super ist, nur weil wir den Amerikanern einen geblasen haben (vornehmer: den Amerikanern zu Gefallen waren). Trottel, komplette Trottel.“

Sikorskis markige Worte zeigen einen aufbrechenden Konflikt innerhalb der europäischen Nomenklatur – in Sonderheit in der deutschen. Deutlich geworden war dieser Konflikt an der seit dem Maidan-Putsch scharfen öffentlichen Kritik wichtiger Fraktionen des deutschen Konzernkapitals am Konfrontationskurs der „Politik“ gegenüber Russland.

In diesem Kontext referierten die „Informationen zur Deutschen Außenpolitik“ (german-foreign-policy.com) vor einigen Tagen unter der Überschrift „Eine neue Grand Strategy“ einen in „Der Zeit“ am 6. Juni 2014 erschienenen Beitrag von Chris Luenen (Leiter des geopolitischen Programms am Global Policy Institute in London): „Europa muss seine Beziehungen zu den USA neu justieren — Die EU darf sich nicht mehr einer Strategie made in Washington unterwerfen. Sie muss für ihre eigenen Interessen eintreten und auch Freunden klare Grenzen aufzeigen.“

Grüße,
Martin Zeis

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german-foreign-policy, 13.06.2014
http://german-foreign-policy.com/de/fulltext/58889

Eine neue Grand Strategy

BERLIN (Eigener Bericht) – Eine einflussreiche deutsche Wochenzeitung stellt die Forderung nach einer Neudefinition der Beziehungen zwischen der EU und den USA zur Debatte. Die aktuelle westliche Ukraine-Politik laufe „europäischen“ Interessen diametral zuwider, heißt es in einem aktuellen Beitrag auf dem Online-Portal der Wo-chenzeitung „Die Zeit“. „Europa“ dürfe sich die Zusammenarbeit mit Moskau nicht nehmen lassen, es müsse sie vielmehr noch stärker ausbauen, heißt es weiter. Gleichzeitig solle die EU auch ihre Beziehungen zu Washington intensivieren, dabei aber ihre „eigenen Vorstellungen“ mit größerer Entschlossenheit durchsetzen; das Ziel sei eine „neue und zukunftsträchtigere transatlantische Grand Strategy“. Autor des Beitrags ist ein Mitarbeiter des Londoner Think-Tanks „Global Policy Institute“; die in ihm vertretenen Positionen geben jedoch Auffassungen wieder, wie sie auch im deutschen Außenpolitik-Establishment vertreten werden. Die Auseinandersetz-ungen um die deutsche Ukraine-Politik, die hinter den Kulissen seit je geführt wer-den, drängen vorsichtig an die Öffentlichkeit.

„Transatlantische Beziehungen neu justieren“
Die Wochenzeitung „Die Zeit“ öffnet sich auf ihrem Online-Portal für einen grundle-genden Angriff auf die bisherige Ukraine-Politik der EU und der Vereinigten Staaten. Ein entsprechender Artikel ist zu Beginn dieser Woche unter dem Titel „Europa muss seine Beziehungen zu den USA neu justieren“ erschienen. Der Beitrag ist auch inso-fern bemerkenswert, als in der „Zeit“ – wie auch sonst in den deutschen Leitmedien – bislang eine klar antirussische Kommentierung überwog und die Internet-Version des Blattes sogar dazu übergegangen war, einen freien Journalisten, der mehrere um eine differenzierte Haltung bemühte Artikel für „Zeit Online“ verfasst hatte, öffentlich bloßzustellen – weil er zum Broterwerb eine Zeitlang auf eine Tätigkeit für ein von Moskau mitfinanziertes Blatt angewiesen war (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Der jetzt veröffentlichte Beitrag, den der Außenpolitik-Experte Chris Luenen verfasst hat, weicht signifikant von dieser Linie ab.

„Brückenkopf“ versus „Ausschluss“ …
Die russisch-chinesisch-iranische Allianz …
„Nicht mehr den USA unterwerfen“ …
Die alte Schaukel …
„Zweierlei Geopolitik“ …

[1] S. dazu Die freie Welt.
[2] Zitate hier und im Folgenden: Chris LUENEN: Außenpolitik: Europa muss seine Bezie-hungen zu den USA neu justieren. www.zeit.de 06.06.2014
m.z. Der Originaltext Luenens ist im Anhang dokumentiert und erreichbar über:
www.zeit.de/politik/ausland/2014-06/europaeische-interessenpolitik
[3] S. dazu Kooperation und Konfrontation, NATO im Osten? „Das gibt Krieg“ und Keine Angst vor Moskau!.
[4] S. dazu Expansiver Ehrgeiz und Die Verantwortung Berlins. URL: http://german-foreign-policy.com/de/fulltext/58751
m.z. Der Originaltext von Theo SOMMER ist erreichbar über:
www.zeit.de/politik/ausland/2013-11/ukraine-russland-eu-eisernervorhang
Theo SOMMER: UKRAINE — Ein neuer Eiserner Vorhang? – Die Ukraine ist zerrissen zwi-schen einer Anbindung an die EU und an Russland. Wo soll Europa im Osten enden? Es wird Zeit für Gespräche zu dritt; Die Zeit, 25.11.2013
[5] Majid Sattar: Zweierlei Geopolitik. Frankfurter Allgemeine Zeitung 05.05.2014 – URL:
www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/merkel-und-steinmeier-in-der-ukraine-krise-zweierlei-geopolitik-12922672.html

(vollständiger Text im Anhang, m.z.)

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Quelle: www.german-foreign-policy.com/de/info

In einem 20 minütigen Interview von Radio Island mit dem GFP-Herausgeber Horst TEUBERT werden die wesentlichen Anliegen und die Forschungs-/Rechercheschwerpunkte des Newsletters ausführllcher erläutert; vgl. URL: http://www.public-ip.org/sendung-273.html

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Martin Zeis
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