Michael SCHULZE: Brief an einen skeptischen Journalisten betreffend die Berichterstattung in deutschen Medien zum Ukraine-Konflikt, 05.11.2014

Anfang der weitergeleiteten E‑Mail:

Von: “Martin Zeis” <Martin.zeis>
Datum: 9. November 2014 12:32:07 MEZ
An: globalcrisis%Martin.zeis
Betreff: Michael SCHULZE: Brief an einen skeptischen Journalisten betreffend die Berichterstattung in deutschen Medien zum Ukraine-Konflikt, 05.11.2014

Michael SCHULZE:
Brief an einen skeptischen Journalisten betreffend die Berichterstattung in deutschen Medien
zum Ukraine-Konflikt, 05.11.2014

Die Veröffentlichung des persönlichen Briefs von Michael Schulze an einen skeptischen Journalisten ist von ihm am 6.11.2014 in der vorliegenden Form autorisiert worden. Dem per Mail verschickten Brief waren die beiden obigen Dokumente beigefügt:
a.) NATO-Kriegspropaganda feuert aus allen Rohren: Lügen und Desinformation; URL:
http://propagandaschau.wordpress.com/2014/10/31/nato-kriegspropaganda-feuert-aus-allen-rohren-lugen-und-desinformation
b.) Meldung des Verbandes der Ingenieure Russlands vom 15.08.2014: Analyse der Gründe für den Absturz des Fluges MH-17 (malaysische Boeing 777); URL: www.tlaxcala-int.org/upload/telechargements/147.pdf

Im Folgenden wird der Anfang des vierseitigen Briefs dokumentiert; der vollständige Text ist als pdf-Datei beigefügt (Schulze_M-Brief…pdf). Für Kommentare + weitere Veröffentlichungen kann mit Michael Schulze Kontakt aufgenommen werden unter: <schulze.michael>

B r i e f

Michael Schulze, 5. November 2014 (1)

(…),

heute möchte ich dir endlich mal auf deine Mail antworten.

Zunächst zu den Punkten, in denen ich dir zustimme. In den Foren, Portalen und Blogs, in denen der Ukraine-Konflikt und die deutsche Medienberichterstattung thematisiert werden, schreiben die unterschiedlichsten Leute: Hobby-Politiker, Möchtegern-Journalisten, engagierte Bürger und Verschwörungstheoretiker. Grundsätzlich kann man von diesen Leuten meines Erachtens nicht verlangen, dass sie die Regeln eines wissenschaftlichen Diskurses beherrschen. Wie in allen politischen Bewegungen kann man sich die Bündnispartner nicht immer aussuchen. Trotzdem gehe ich an diese Texte so ran, dass ich mich einerseits über den polemischen Stil ärgere, andererseits aber versuche, die darin enthaltenen Fakten herauszufiltern.

Ein typisches Beispiel dafür: Ein völlig unsachlicher Text zu einem Thema mit durchaus wichtigen Behauptungen zu einem Ereignis vor wenigen Tagen (darauf komme ich später noch zurück). Den Text findest du in dem ersten Dokument der Anlage. Ich habe die Stellen, die auch mir sehr missfallen haben, gelb markiert. Vollständig ist der Text unter folgendem Link zu finden: <http://propagandaschau.wordpress.com/2014/10/31/nato-kriegspropaganda-feuert-aus-allen-rohren-lugen-und-desinformation>

Nun aber möchte ich zu den Fakten kommen, die in den deutschen Medien falsch oder aus dem Zusammenhang gerissen berichtet worden oder schlicht weggelassen worden sind, obwohl nicht nur ich diese Themen für wichtig halte. Das sind die Berichte zu folgenden Themen: Brand des Gewerkschaftshauses in Odessa, Absturz des Flugzeuges in der Ukraine, Invasionen russischer Truppen in die Ukraine. Eine amüsante aber dennoch aufschlussreiche Darstellung findest in einem Ausschnitt der ZDF Sendung “die Anstalt” vom September 2014: <https://www.youtube.com/watch? v=LSDitudiGR4>.

Es ist schon erschreckend, dass in der deutschen Medienlandschaft die Satire die Rolle des Wahrheitswächters übernehmen muss.
Zu den Fakten noch ein paar eigene Anmerkungen:

1. der Brand des Gewerkschaftshauses in Odessa, der unwidersprochen auf das Konto von Kräften aus Kiew zurückgeht, wurde in den deutschen Medien anfangs sehr unklar dargestellt und später sehr schnell wieder vergessen. Ich hatte den Eindruck, dass es den deutschen Medien darum ging, diesen Anschlag herunterzuspielen und aus dem kollektiven Gedächtnis herauszubekommen.
2. Das Standbild des separatistischen Soldaten, der einen Teddybär in die Kamera hält, und das vollständige Video, das diese Handlung zeigt, erzeugen völlig unterschiedliche emotionale Reaktionen, vor allem wenn man sich die gesprochenen Texte anhört, mit denen damals das Standbild kommentiert wurde: dazu seien die Separatisten sogar auch noch fähig, dies wurde als Zeichen von Leichenfledderei dargestellt. Dass den Redakteuren das vollständige Video nicht bekannt war, kann ich nicht glauben. Und wenn man solch ein Standbild aus solch einem Video herausschneidet, dann kann ich das nicht anders als bewusste emotionale Manipulation bezeichnen. Auch über die Bewertung der Aufräumarbeiten der Separatisten nach dem Absturz von der holländischen Untersuchungskommission habe ich in deutschen Medien nichts gefunden.
3. Über die Kritik des deutschen Programmbeirats an der Berichterstattung der ARD über den Ukraine-Konflikt wurde in den deutschen Medien meines Wissens nicht oder sehr minimal berichtet. Ich kann mich an eine Berichterstattung nicht erinnern. Auch wenn dieser kleine satirischen Beitrag eben eine Satire ist und entsprechend manchmal überzogenen formuliert ist, finde ich es wichtig, sich mal auf die dort genannten Fakten, die nachgewiesen sind, zu konzentrieren. Für mich ist das Ergebnis erschreckend und ich kann nicht anders, als die Berichterstattung vor allem in ARD und ZDF als zum Teil bewusst manipulativ ansehen. (…)

mh17-report-russ-ingenieure-dt140920.pdf
image.jpg
Schulze_M.-Brief-Ukraine-Konflikt+Medien141105.pdf

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