Dimitris MILAKAS: Griechenland: Waffen, Schmiergelder, Erpressungen und Verschuldung; griechenland.blog, 27.11.2014

http://www.griechenland-blog.gr/2014/11/griechenland-waffen-schmiergelder-erpressungen-und-verschuldung/2133861/

– der vollständige Text ist im Anhang (pdf-Datei) und über obige URL erreichbar –

Griechenland: Waffen, Schmiergelder, Erpressungen und Verschuldung – Auszüge –
Von Dimitris MILAKAS — (deutsch übersetzt von: griechenland-blog.gr, 27.11.2014)

Im Vorfeld wahrscheinlicher Neuwahlen in Griechenland scheint den Politikern ihre Erpressbarkeit vor Augen geführt werden zu sollen, um sie von Flausen abzuhalten. (…)
Viele zweifeln vielleicht die Tiefe und das Ausmaß der Korruption an. Die Beträge der Schmiergelder, nach denen gesucht wird, sind mythisch und lassen die 50 Millionen des Akis Tsochatzopoulos wie ein Taschengeld erscheinen. Die Höhe der Schmiergelder nimmt also auch die große Breite ihrer Verteilung vorweg. Einfach gesagt, die Politiker (speziell diejenigen, die regierten) schulden und sind verpflichtet, ihre Unschuld zu beweisen …

Schmiergeldströme in Höhe von 1 Milliarde Euro Laut den von Real News veröffentlichten Unterlagen hat allein ein einziger Schmiergeldjongleur, nämlich Panos Evstathiou, zwischen 2002 – 2011 Schmiergelder in Höhe von 153 Millionen Euro verteilt, um die Produkte von ihm vertretener Rüstungsindustrien zu “promoten”. Gemäß einer Veröffentlichung der Zeitung “Vima” wird nach 1 Mrd. gesucht, die in den letzten 15 Jahren in Schmiergelder floss. Laut dem Artikel folgt nach Karatzaferis auch ein zweiter Politiker, der wegen Offshore-Gesellschaften überprüft wird und mit Rüstungsprogrammen aus Russland und Frankreich in Zusammenhang stand.

Fäulnis bis ins Mark
Wenn also allein in den letzten 15 Jahren bei den Rüstungsprogrammen Schmiergelder von 1 Milliarde Euro verteilt wurden, kann man begründet zu folgenden Rückschlüssen kommen:
1.) nicht einmal Schnürsenkel für Stiefelschuhe wurden ohne Schmiergeld gekauft;
2.) alle, die sich all die Jahre im Kreis der Fassung von Beschlüssen über die Einkäufe befanden, haben sich entweder mit Schmiergeldern vollgestopft oder sind (schwierig zu glauben …) unfähig um zu bemerken, was genau geschah.

Geschmierte Marionetten
Das Thema mit den Schmiergeldern bei den Rüstungsprogrammen (die Schmiergelder für die anderen Einkäufe des Staats sowie die öffentlichen Großprojekte sind eine andere Sache) hat noch diverse Dimensionen, die wir im Sinn haben müssen:

  1. Die Rüstungsausgaben trugen entscheidend zu der Gestaltung der griechischen Verschuldung bei. Ende 2003 hatte der damalige Finanzminister Christodoulakis eingestanden: “Wenigstens 25 Prozentpunkte (1/4 der Verschuldung) beruhen auf den zwar gerechtfertigten, jedoch besonders erhöhten Verteidigungsaufwendungen.
  2. Ab 1974 bis einschließlich heute importiert Griechenland im Durchschnitt und auf j ä h r l i c h e r Basis:
  • 3,74 der weltweit von den USA exportierten Waffen,
  • 9,64 der weltweit von den Deutschland exportierten Waffen,
  • 5,51 der weltweit von den Frankreich exportierten Waffen. (…)

MILAKAS_GR-Waffen-Schmiergelder141127.pdf

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