Ernst WOLFF: Das globale Finanzsystem: Die Titanic auf Kollisionskurs; telepolis / goldseiten, 10./11. Okt. 2015

Von: „Martin Zeis“ <Martin.zeis>
Datum: 11. Oktober 2015 um 14:29:28 MESZ
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Betreff: Ernst WOLFF: Das globale Finanzsystem: Die Titanic auf Kollisionskurs; telepolis / goldseiten, 10./11. Okt. 2015

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 11.10.2015

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Martin Zeis, 11.10.2015

 

— der vollständige Text findet sich im Anhang, siehe auch die Anmerkung am Schluss des Textauszugs —

 

http://www.goldseiten.de/artikel/261670–Das-globale-Finanzsystem~-Die-Titanic-auf-Kollisionskurs.html

http://www.heise.de/tp/artikel/46/46223/1.html

 

Das globale Finanzsystem: Die Titanic auf Kollisionskurs

von Ernst Wolff *

telepolis / goldseiten

10. / 11.10.2015

 

Sich im Gestrüpp der unendlich vielen widersprüchlichen Wirtschafts- und Finanzmeldungen zurechtzufinden, ist zurzeit so gut wie unmöglich. Entweder wird die Apokalypse beschworen oder es heißt, die Welt sei in bester Ordnung und es gebe keinen Grund zur Beunruhigung.

   Auch die Ökonomen der verschiedensten Richtungen sind ratlos, weil keine der herkömmlichen Theorien die Entwicklung an den Märkten mehr erklären kann. Aktienkurse steigen, während die Realwirtschaft stagniert oder gar schrumpft. Der Goldpreis fällt, obwohl das Geld in nie dagewesener Weise entwertet wird. Trotz einem immer schneller wachsenden globalen Schuldenberg werden Investoren vor allem in Schwellenländern zu immer größerer Schuldenaufnahme animiert.

 

Eine Orgie der Spekulation

Was steckt dahinter? Ganz einfach: Spekulation und Manipulation. Die großen Finanzinstitutionen nutzen ihre Einstufung als „too big to fail“, um hemmungsloser denn je zuvor am Rad des Casino-Kapitalismus zu drehen. Unter Einsatz riesiger Geldsummen, die ihnen von den Zentralbanken zu Nahe-Null-Zinsen zur Verfügung gestellt werden, manipulieren sie die Märkte mittlerweile nach Belieben.

   Aktienkurse schießen nicht etwa deswegen in die Höhe, weil Unternehmen wirtschaftliche Erfolge vorweisen, sondern weil das Management billiges Geld einsetzt, um eigene Aktien zurückzukaufen und ihren Kurs so in die Höhe zu treiben. Der Preis von Staatsanleihen und ihr ihr Zinsniveau spiegeln nicht einmal annähernd den wirtschaftlichen Zustand des Ausgeberlandes wider, da sie von den Zentralbanken ohne Rücksicht auf Verluste zur Stabilisierung des Systems blind aufgekauft werden.

   Auch der Preis von Edelmetallen entspricht nicht einmal entfernt ihrem wahren Wert, da sie überwiegend nicht in physischer Form, sondern in Papierform und damit in einem Volumen, das um ein Zigfaches über ihren tatsächlichen Bestand hinausgeht, gehandelt werden. (…)

 

Die Vorkehrungen für den Notfall laufen auf Hochtouren

Sind Finanzindustrie und Politik also am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen? Steht der Crash unmittelbar bevor? Die Vorbereitungen sind jedenfalls getroffen: So ist inzwischen fast überall das Prinzip des Bail-In gesetzlich verankert. Mit ihm sollen Finanzinstitutionen nicht mehr wie beim Bail-out durch Steuergelder, sondern durch das Heranziehen der Vermögen von Anlegern, Sparern und Aktionären gerettet werden. (…)

   Vergleicht man die Phase, in der sich die Weltwirtschaft und das globale Finanzsystem derzeit befinden, mit der letzten Fahrt der Titanic, so lässt sich feststellen: Die Kapelle spielt und die Passagiere tanzen, aber das Schiff ist dem Eisberg bereits so nah, dass auch das kühnste Manöver des Kapitäns den Aufprall nicht mehr verhindern kann… (…)

 

* Ernst WOLFF – Autor des Buchs: Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs; ISBN 978-3-8288-3329-6, 234 Seiten, Klappenbroschur, Tectum Verlag 2014, 17,95 €

 

… weitere interessante Ausführungen Wolffs zum Thema finden sich in der dreistündigen Gesprächsrunde „Positionen 02“, die unter https://www.youtube.com/watch?v=yfJ-bNUmVPM&sns=em abgerufen werden kann und die von Albrecht MÜLLER (NachDenkSeiten und Teilnehmer der Runde) kurz besprochen wurde, vgl. http://www.nachdenkseiten.de/?p=27759

WOLFF-Titanic-auf-Kollisionskurs151011.pdf

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