Ernst WOLFF: IWF an EU: Enteignet eure Bürger!; wallstreet-online, 15.07.2016

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martin.zeis

Ernst Wollf hat heute auf mehreren Websites einen Text platziert, in dem er anknüpfend an früher hier dokumentierte Artikel (1) aufzeigt, dass der IWF besorgt ist, mit den italienischen und weiteren EU-Großbanken falle das gesamte globale Finanz-Spekulations-Kasino zusammen (allein 1.500 Milliarden USD Derivate-Wetten stehen* — v.a. im Schattenbanksystem — zur Disposition; davon bei der Deutschen Bank 55 Billionen.)

*{In der vorigen Mail ist der Umfang der weltweit ausstehenden Derivate-Wetten um eine Zehner-Potenz zu niedrig angegeben:  statt 1.500 Milliarden USD muss es 1.500 Billionen (1,5 Billiarden) USD heißen. Martin Zeis}

Da die von der EU eingeführte Bail-In-Regelung in Italien dazu führen würde, dass Millionen von WählerInnen, die – auch über Rentenfonds – zig-Milliarden Euro in Bankanleihen halten, enteignet werden, die jetzige Regierung stürzte und die 5-Sterne-Bewegung, welche aus dem Euro aussteigen und die Bevölkerung über einen ItalExit abstimmen lassen will, zum Zuge käme, fordert der IWF einen staatlichen also Steuerzahler-Banken-Bail-out alter Machart.

Um des Weiteren die unhaltbare Staatsverschuldung in der EU auf den Stand von 2007 zurückzuführen, forciert er seinen Vorschlag von 2013, auf alle Kapitalvermögen der Haushalte in Euroland (Bankeinlagen, Aktien, Fondanteile …) auf einen Schlag eine Vermögenssteuer von 10 + x Prozent zu erheben. Danach könnte das Finanzkasino wieder eine geraume Zeit weiter laufen.

A U S Z U G — Volltext im Anhang

www.wallstreet-online.de/nachricht/8765596-finanzmarktwelt-de-iwf-eu-enteignet-buerger15.07.2016
IWF an EU: Enteignet eure Bürger!
Von Ernst Wolff

Das globale Finanzsystem gleicht seit 2008 einem Patienten, der auf der Intensivstation liegt und künstlich am Leben erhalten wird. Seine Ärzte sind die Zentralbanken, die ihm immer höhere Dosen immer billigeren Geldes verabreichen und dabei wissen: Ohne diese Behandlung wäre der Patient innerhalb kürzester Zeit tot.

Ähnlich wie mit dem Finanzsystem verhält es sich derzeit mit den italienischen Banken. Sie sind aus eigener Kraft nicht überlebensfähig. Für genau diesen Fall hat die EU die Bail-in-Regelung eingeführt. Sie besagt: In Not geratene Banken sollen nicht mehr wie 2008 durch ein Bail-out, also mit dem Geld der Steuerzahler, sondern zunächst durch die teilweise Enteignung von Aktionären, Einlegern und Sparern gerettet werden. (…)

Das Rezept des IWF ist bereits ausgestellt

In der Tat bemüht sich der IWF zurzeit um eine solche Doppel-Strategie: Indem er die italienische Regierung in ihrer Forderung nach einem Bail-out durch die EU unterstützt, treibt er die seinem Vorschlag ablehnend gegenüberstehenden deutschen Politiker in die Enge: Geben sie nicht nach, droht der Banken-Kollaps in Italien, geben sie nach, wird die Empörung darüber ihren Rückhalt in der Bevölkerung weiter schwinden lassen.

Noch kann niemand sagen, wie das Drama um die italienischen Banken ausgehen wird. Nur eines ist gewiss: Selbst ihre vorübergehende Stabilisierung würde nur einen Bruchteil der Probleme in der Eurozone lösen. Derzeit nicht im Blick der Öffentlichkeit sind nämlich noch die spanischen, portugiesischen und griechischen Banken, deren Bilanzen ebenfalls riesige Löcher aufweisen. Dazu kommen die Staatsschulden, die inzwischen nicht nur in Griechenland, sondern auch in Italien, Spanien, Portugal, Belgien und Irland mehr als 100% des Bruttoinlandsproduktes ausmachen und damit als untragbar gelten.

Das Problem, vor dem die EU zurzeit steht, ist also erheblich größer als das der italienischen Banken und erfordert langfristig wesentlich mehr Geld als eine „einfache“ Bankenrettung. Doch woher soll es in einer Situation allgemein hoffnungs-loser Verschuldung kommen?

Der IWF hat seine Antwort auf diese Frage bereits vor Jahren gegeben: In der Broschüre “Taxing Times“ vom Oktober 2013 hat er zur Lösung der europäischen Schuldenkrise eine “einmalige Vermögensabgabe“ in Form einer Steuer auf Privatvermögen ins Gespräch gebracht und diese Forderung sogar präzisiert: “Um die Schuldenquote auf das Niveau vom Jahresende 2007 zu senken, bedürfte es … eines Steuersatzes von etwa 10 % auf alle Haushalte, die über Kapitalvermögen verfügen.“ Da die Verschuldung seit 2013 um ca. 1,5 Billionen Euro gestiegen ist, müsste der Prozentsatz heute also noch etwas höher liegen.

In anderen Worten: Für den Ernstfall verlangt der IWF von der EU, der arbeitenden Bevölkerung durch einen Rundumschlag einen Teil ihrer hart erarbeiteten Rücklagen zu entziehen. Und das nicht etwa, um die Probleme der EU ein für allemal aus der Welt zu schaffen, sondern nur, um einen Reset auf den Stand von 2007 vorzunehmen! (…)

(1) weiterführende Artikel von Ernst WOLFF:

09.07.2016 — http://de.sputniknews.com/wirtschaft/20160709/311269580/bargeld-horten-gold-kaufen.html
Ernst WOLFF – Großer Finanzcrash steht bevor – Was können die Bürger tun?
20.05.2016 — http://www.heise.de/tp/artikel/48/48299/2.html
Ernst WOLFF – Der Finanz-Tsunami nimmt seinen Lauf

WOLFF-IWF-an-EU_Enteignet-Bürger160715.pdf

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