Arbeiten die Nato-Staaten bereits an der Kriegsschuldfrage?

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> Von: „Nachrichten von Seniora.org“ > Datum: 27. April 2014 19:08
> An: „Stephan Best“
> Betreff: Arbeiten die Nato-Staaten bereits an der Kriegsschuldfrage? >
> Arbeiten die Nato-Staaten bereits an der Kriegsschuldfrage? ( http://seniora.org/index.php?option=com_content&view=article&id=462&catid=17&Itemid=185 >
> )
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> Der «Westen» und Russland
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> Arbeiten die Nato-Staaten bereits an der Kriegsschuldfrage? >
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> von Karl-Jürgen Müller*
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> Die Deutschen lehnen mehrheitlich die Hetze gegen Russland ab. Das scheint jedoch die Macher der deutschen Leitmedien nicht zu kümmern. Im Gegenteil, >
> die unerträgliche Medienhatz gegen Russland und die Politik seiner Regierung geht unvermindert weiter und wird von Tag zu Tag verschärft. >
> Was wird damit bezweckt? Offensichtlich glauben die Medienmacher immer noch, die penetrante Wiederholung von Lügen würde dazu führen, dass diese >
> irgendwann doch noch geglaubt würden.
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> Weiterlesen… ( http://www.seniora.org/krieg-frieden/iran/462-arbeiten-die-nato-staaten-bereits-an-der-kriegsschuldfrage ) >
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Juergen ROSE: NATO ausgedient? – Zur zukünftigen Rolle Deutschlands in einem unantastbaren Milit ärpakt; NRhZ, 23.04.2014

Von meinem iPadm gesendetStephan Best sbest

Anfang der weitergeleiteten E‑Mail:

Von: „Martin Zeis“ <Martin.zeis>
Datum: 24. April 2014 21:21:36 MESZ
An: globalcrisis%Martin.zeis
Betreff: Juergen ROSE: NATO ausgedient? – Zur zukünftigen Rolle Deutschlands in einem unantastbaren Militärpakt; NRhZ, 23.04.2014

Neue Rheinische Zeitung, Online-Flyer Nr. 455 vom 23.04.2014
<www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20257&css=print>

Zur zukünftigen Rolle Deutschlands in einem unantastbaren Militärpakt
NATO ausgedient?
Von Jürgen Rose (1)

Als Heiligste Kuh im Stall der Außen- und Sicherheitspolitik dieser Republik gilt nach wie vor die Mitgliedschaft im Nordatlantischen Bündnis. Sie besitzt den Status der Unantastbarkeit und genießt quasi religiöse Sakralität – im aktuellen Koalitionsvertrag der amtierenden Regierungsparteien heißt es dazu wortwörtlich: „Wir bekennen uns zur NATO und zu ihrem neuen strategischen Konzept.“ Bekenntnisse werden gemeinhin in der Kirche abgelegt, was im vorliegenden Fall wohl gleichsam bedeuten soll: „Es lebe die Heilige Atlantische Allianz!“.

Dabei war die North Atlantic Treaty Organization (Nordatlantik-pakt- Organisation) schon immer ein höchst dubioses Unternehmen, wie schon ihr erster Generalsekretär, Lord Ismay, wußte, als er mit britischer Unverblümtheit deren eigentlichen Zweck mit den Worten umschrieb: „to keep the Americans in, to keep the Russians out, and to keep the Germans down.“ Richtig brisant wurde die Lage dann, als die Alliierten im Jahre 1999 erstmals gemeinsam Krieg im Bündnis führten, einen flagranten Angriffskrieg zumal, und 78 Tage lang die Bundesrepublik Jugoslawien bombardierten. Der nicht eben als Friedenstaube bekannte Henry Kissinger sah sich daraufhin zu einer dramatischen Warnung veranlaßt. Unter dem Titel „Die erschreckende Revolution in der NATO“ konstatierte er: „Das Bündnis hat seine historische Selbstdefinition einer streng defensiven Koalition aufgegeben. Dieser abrupte Abschied vom Konzept der nationalen Souveränität, verbunden mit der Beschwörung universeller moralistischer Slogans, markierte einen neuen aussenpolitischen Stil. … Sollte sich die NATO-Doktrin der ‚universellen Intervention‘ verbreiten und sollten konkurrierende Wahrheiten erneut in einen offenen Wettstreit treten, droht uns eine Welt, in der die Tugend Amok läuft.“

Wie wahr. Einige Jahre danach thematisierte Egon Bahr, sicherheitspolitischer Vorzeigeexperte der SPD und ehemaliger Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, die hegemoniale Rolle der USA in der Allianz: „Zur Sache selbst stellt sich als entscheidende Frage, ob die NATO ein Instrument der Erweiterung und Sicherung der amerikanischen Weltvorherrschaft ist. … das ist ja gerade ein Grund, weshalb die NATO kein global handlungsfähiges Instrument werden darf, das weltweit faktisch im Interesse der USA eingesetzt werden kann.“ In dieselbe Kerbe schlug Lothar Rühl, bekannt als in der Wolle gefärbter Atlantiker und ehemals Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, als er monierte, die NATO sei auf dem Weg, zu einem immer weniger integrierten, interalliierten militärischen Dienstleistungsbetrieb bei amerikanischem Bedarf“ zu degenerieren.

Analog kritisierte Willy Wimmer, ausgewiesener Christkonservativer und ebenfalls vormals Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, die bündnispolitische Asymmetrie: „Es kann nicht sein, für eine verfehlte Politik jetzt das westliche Bündnis wie eine Art Fremdenlegion in Anspruch zu nehmen. Damit würde jene verhängnisvolle Politik fortgesetzt, wie sie mit dem NATO-Gipfel des Jahres 1998 in Lissabon eingeleitet wurde, als der Nordatlantikpakt als Verteidigungsbündnis quasi aufgebrochen und mit einem globalen Interventionsauftrag ausgestattet wurde. Ich hielt das immer für einen Kurs, der weder mit dem NATO-Statut noch mit der UN-Charta vereinbar ist.“ Als jemand, der anstelle einer parteipolitischen Sollbruchstelle im Rückgrat noch den Mut besitzt, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, wetzte der damals noch aktive CDU-Bundestagsabgeordnete darüber hinaus freilich nichts weniger als das Schlachtermesser für die Heiligste Kuh bundesdeutscher Sicherheitspolitik, als er unmißverständlich forderte: „Unter diesen Umständen bleibt uns letztlich nichts weiter übrig, als aus der militärischen Integration der NATO auszusteigen, wenn wir nicht völlig die Maßstäbe einer rationalen und von den Interessen der Bundesrepublik Deutschland bestimmten Sicherheitspolitik aus dem Auge verlieren wollen.“ Chapeau, Herr Abgeordneter!

Vor diesem Hintergrund mag es kaum verwundern, daß der Arbeitskreis »Darmstädter Signal« (Ak DS) die Forderung erhob, daß die „Bundesrepublik Deutschland … nach dem Vorbild Frankreichs unter General Charles de Gaulle ihre militärische (nicht die politische!) Integration in die NATO-Strukturen [suspendiert].“ Die Kritik der im Ak DS zusammengeschlossenen aktiven und ehemaligen SoldatInnen der Bundeswehr an der offiziellen deutschen Sicherheitspolitik geht indes noch viel weiter, wie das nachfolgend dokumentierte „Positionspapier zur Bundeswehrreform der Regierung Merkel“ zeigt.

(1) Autor Jürgen Rose war Oberstleutnant der Bundeswehr und ist Mitglied im Vorstand des „Darmstädter Signals“, des Forums für kritische StaatsbürgerInnen in Uniform.

Positionspapier des Arbeitskreises Darmstädter Signal
Zur Bundeswehrreform der Regierung Merkel
Anliegen des Positionspapiers

Das nachfolgende Positionspapier dient in erster Linie dem Selbstverständnis der Mitglieder des Arbeitskreises auf der Basis ihrer festumrissenen und langbewährten Positionen. Es bildet gleichzeitig die Grundlage für die Öffentlichkeitsarbeit des Arbeitskreises zu der von der Regierung Merkel forcierten Neuausrichtung der Bundeswehr. Insofern gibt das Positionspapier eine Orientierung für ausführlichere Stellungnahmen zu Detailfragen.

Bewertung der Bundeswehrreform aus der Sicht des Ak DS

(…)

Das gesamte Positionspapier kann unter der URL am Textanfang abgerufen werden. — m.z.

Der Kampf um die Krim als Problem des Staats- und Völkerrechts von Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider, Berlin

 
 
 
 
 
 
 

Thursday, April 24, 2014

Krimdisput aus staats- und völkerrechtlicher Sicht von Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider, Berlin

 
 Gefunden bei : http://de.wordpress.com/read/blog/feed/18908252/ (Eirenae’s Blog

Eirenae’s blog)

Der Kampf um die Krim als Problem des Staats- und Völkerrechts 

von Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider, Berlin

Im Kampf um die Krim wirft der Westen Russland und dessen Präsidenten Vladimir Putin vor, der Einsatz von Soldaten, offen oder verdeckt, habe das Völkerrecht verletzt. Russland habe die Krim annektiert, meint gar die Bundeskanzlerin. Das überzeugt nicht. Sie ist schlecht beraten. Die Vorwürfe scheinen die Sanktionen, wenn nicht die «indirekte» Aggression der westlichen Bündnisse, der Nato und der Europäischen Union (EU), gegen die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), insbesondere gegen die Russische Föderation, rechtfertigen, jedenfalls legitimieren zu sollen. Die Fakten kennt die Öffentlichkeit nur verzerrt. Auch ich bin auf die allgemein zugänglichen Informationen angewiesen. Aber wer sich zu dem Konflikt äussert, muss versuchen, die Tatsachen von der Propaganda, welche die meisten jedenfalls der deutschen Medien zu den Ereignissen in der Ukraine verbreiten, zu unterscheiden. Dabei helfen die Einschätzung der Interessenlage und die Kenntnis der Rechtslage.

Die Nato will sich nach Osten bis an die Grenze Russlands ausdehnen


Die Nato, geführt von den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), will sich nach Osten bis an die Grenze Russlands ausdehnen. Das ist ein wesentlicher Zweck der stetigen Erweiterung der EU, der wirtschaftlichen und auch politischen Basis des europäischen Teils der Nato. Die EU kann als Staatenverbund, wenn nicht Bundesstaat, von wenigen Führern dominiert, leichter als die vielen Einzelstaaten von den USA und deren Diensten einer gemeinsamen Politik verpflichtet werden. Daran ändert nichts, dass nicht alle Mitgliedstaaten der EU der Nato angehören, wie insbesondere wegen ihrer fragilen, wenn nicht obsoleten Neutralität Österreich, Schweden und Finnland. Wenn die Ukraine zur Nato gehört, wie das die USA angestrebt haben und wohl nach wie vor anstreben, wird sie Standort von gegen Russland und die GUS gerichteten Waffen werden, jedenfalls werden können. Mit dem Umsturz in der Ukraine ist es bereits gelungen, diese aus der GUS herauszubrechen. Das geht gegen die Sicherheitsinteressen der Russischen Föderation und auch der GUS. Russland hat nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Erweiterung der Nato nach Osten zugelassen, auch schon die Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands in der Nato. Das war eine Veränderung der weltpolitischen Lage. Die freilich nicht vertraglich gesicherte Zusage, die Nato nicht weiter nach Osten auszudehnen, hat der Westen nicht eingehalten. Wenn ein Bündnis, zumal ein Militärbündnis wie die Nato, zu mächtig wird, wird es zur Bedrohung der anderen Staaten und büsst seine freiheitliche Rechtfertigung ein.


Russland kann nicht auf die Krim verzichten


Die Ukraine war ein Teil Russlands und der Sowjetunion. Sie gehörte auch als Mitglied der GUS weiter zum Einflussbereich Russ­lands, hat sich aber mehr und mehr dem Westen zugewandt und will und soll schnellstmöglich Mitglied der EU werden. Die Krim befindet sich in einer besonderen Lage. Sie hat mit grosser Mehrheit für die Sezession von der Ukraine und für die Aufnahme in die Russische Föderation gestimmt. Diese hat sie aufgenommen. Russland konnte und kann aus geschichtlichen und mehr noch aus geostrategischen und militärischen Gründen nicht auf die Krim verzichten. Zur Krim gehört der angestammte Hafen der russischen Schwarzmeerflotte Sewastopol. Das Schwarze Meer ist der Zugang Russ­lands durch den Bosporus zum Mittelmeer. Jeder weiss, dass Russ­land die Krim nicht aus der Hand geben kann und wird, wenn es eine Grossmacht sein und bleiben will. Deswegen hatte Russland seine Nutzungsrechte an diesem Hafen auf Jahrzehnte durch Vertrag zu sichern versucht, augenscheinlich eine wenig sichere Grundlage der existentiellen Interessen Russlands. 


Der Westen nimmt die durch die Aufnahme der Krim in die Russische Föderation geschaffene Realität als Faktum hin und akzeptiert das russische Interesse an der Krim, die Ukraine nicht. Diese hat aber nicht die Fähigkeiten, die neue Lage zu ändern. Die Kritik des Westens stellt das Ergebnis des Referendums nicht in Frage. Eine militärische Intervention wäre nicht nur völkerrechtswidrig, sondern das Ende des Weltfriedens und die Gefahr des Untergangs grosser Teile Europas. Der Westen will um der weiteren Entwicklung willen mit seiner Kritik und seinen Sanktionen genannten Nadelstichen Positionen festigen.

Der Westen hat den Umsturz in der Ukraine gefördert

Der Westen hat den Umsturz in der Ukraine gefördert, wenn nicht betrieben. Das waren schwere Verletzungen der inneren und äusseren Souveränität der Ukraine. Dass der «Maidan» nicht wesentlich aus eigenem Antrieb und eigener Kraft von Bürgern der Ukraine kam, ist offensichtlich. Der Westen hat das «bewährte» Verfahren des Umsturzes, der vermeintlichen irgendwie gefärbten «Revolution», genutzt, ein Verfahren, welches ähnlich auch andere Mächte eingesetzt haben und einsetzen, zumal früher die Sowjet­union. Die ethnischen Gegensätze zwischen Russen und Ukrainern, aber auch das augenscheinlich korrupte Regierungssystem waren dem Umsturz dienlich. Es gibt wenig Zweifel, dass der Westen «subversiv», wie das Völkerrecht es nennt, interveniert hat, um eine genehme Regierung zu haben, welche bereit ist, die Ukraine in die EU und irgendwann auch in die Nato zu führen. Die gescheiterte Mission der Aussenminister Frankreichs, Polens und Deutschlands, die zu einer friedlichen Entmachtung des gewählten Präsidenten der Ukraine, zur Neuwahl eines Präsidenten und zur Rückkehr zur Verfassung von 2004 führen sollte, war jedenfalls mit der bestehenden Verfassung der Ukraine und der Souveränität des Landes schwerlich vereinbar, erst recht nicht der Bruch der Vereinbarung vom 21. Februar 2014 durch die aufständischen Kräfte und deren gewaltsame Übernahme der Macht. Dabei wurde die Trennung des Landes in Kauf genommen, auch von den westlichen Vermittlern.
Die Ukraine-Politik des Westens ist eine Bedrohung Russlands

Die Ukraine-Politik des Westens ist trotz aller Souveränität der Ukraine eine Bedrohung Russ­lands. Der Westen hat die Souveränität der Ukraine keineswegs geachtet. Die Massnahmen Russlands zum Schutz seines rechtmässigen Flottenstützpunktes waren von seinen existentiellen Interessen gegen den zunehmend aggressiven Westen gefordert. Sie sind verhältnismässig und dienten und dienen der Verteidigung der russischen Föderation, aber auch russischer Staatsbürger und ethnisch russischer Ukrainer. Ein Verstoss gegen das Völkerrecht sind sie nicht, schon gar nicht eine Annexion der Krim. Sie sind durch das Recht zur Selbstverteidigung gerechtfertigt, welches die präventive Selbstverteidigung jedenfalls einschliesst, wenn diese mit milden Mitteln erfolgt, von den Bewohnern des geschützten Gebietes gewünscht ist, weil diese sich erkennbar dem Staat, der ihre Sezession unterstützt, anschliessen wollen. Dabei ist der Hilferuf des gewählten, wenn auch entmachteten Präsidenten der Ukraine und der erklärte und von der grossen Mehrheit der Bevölkerung unterstützte Sezessionswille der Krim von völkerrechtlich erheblichem Gewicht. Von noch grösserem Gewicht ist, dass die Übergangsregierung der Ukraine, deren Amtsführung keine Legalität für sich hat, unterstützt vom umstürzlerischen Parlament der Ukraine und vom Westen, das Sezessionsreferendum der Krim für illegal erklärt hat, notfalls gewaltsam (Mobilmachung) unterbinden wollte und nicht anerkennt. Das stärkt die Legalität der russischen Schutzbemühungen für eine ungestörte Abstimmung.


Staaten sind berechtigt, ihre Staatsangehörigen zu schützen


Nach überwiegender Auffassung der Völkerrechtler sind Staaten berechtigt, ihre Staatsangehörigen notfalls gewaltsam mit einer begrenzten Intervention vor Bedrohungen an Leib und Leben zu schützen. Dieses Recht wird stetig praktiziert und ist nach wie vor in den Grenzen der Verhältnismässigkeit gewohnheitsrechtlich anerkannt. Eine schutzbedürftige Bedrohung für die Russen auf der Krim und all die Bewohner der Krim, die durch das Referendum gewissermassen wieder Russen werden wollten, waren die Kräfte zweifelsfrei, welche den Umsturz in der Ukraine durchgeführt hatten, aber auch die Gewalttäter, welche auf dem Maidan gemordet hatten. Der Präsident der Russischen Föderation Vladimir Putin hat sich auf diese Schutzpflicht berufen. Sie wird auch von westlichen Staaten ständig praktiziert, oft nur vorgetäuscht.


Budapester Memorandum nicht berührt


Das Budapester Memorandum von 1994, in dem die USA, Russland und ­Grossbritannien unter anderem der Ukraine als Gegenleistung für den Nuklearwaffenverzicht die Souveränität und die bestehenden Grenzen sowie deren politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu achten und im Falle eines nuklearen Angriffs auf das Land unmittelbar Massnahmen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen zu veranlassen, zugesagt haben, ist durch die Sezession der Krim und deren Aufnahme in die Russische Föderation nicht berührt, geschweige denn verletzt. Das Selbstbestimmungsrecht der Bürger der Krim ist durch dieses Memorandum nicht aufgehoben. Es kann auch durch völkerrechtliche Verträge nicht aufgehoben werden, weil es die Freiheit der Bürger ist. Diese steht nicht zur Disposition der Politik. Sie ist mit dem Menschen geboren.

In den Kategorien einer Grossraumpolitik der Weltmächte hat Russland mit milden Mitteln einen Eingriff der USA in seinen angestammten Machtbereich abgewehrt, auch nur begrenzt, nämlich die Eingliederung der Krim in die EU und später die Nato. Die unbedachte Erweiterungspolitik der EU und die sehr genau bedachte Geostrategie der Vereinigten Staaten haben eine Kriegsgefahr ­heraufbeschworen. Die USA handeln in der Annahme der militärischen Überlegenheit und ohne Rücksicht auf den durch die Atommacht gefährdeten mittleren und westlichen Teil Europas, zumal Deutschlands. Die EU befleissigt sich in nicht zu fassender Unbedarftheit seiner politischen Klasse atlantischer Botmässigkeit. Man denkt an die Kuba-Krise 1962, in der John F. Kennedy mit einer militärischen Seeblockade die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba unterbunden hat. Niemand im Westen hat diese Blockade als völkerrechtswidrig kritisiert. Deutschland jedenfalls sollte aus geostrategischen, wirtschaftlichen und vor allem historischen Gründen um ein bestmögliches Verhältnis zu Russland bemüht sein.

Nur die Bürger sind der Souverän


Kern der westlichen Kritik an der Politik der Krim, sich von der Ukraine unabhängig zu machen und Mitglied der Russischen Föderation zu werden, ist die Lehre, dass die Sezession eines Staatsteiles von einem Staat «illegal» sei. Vor allem daraus wird geschlossen, dass es völkerrechtswidrig sei, dass Russ­land die Krim in ihrer Unabhängigkeitspolitik unterstützt hat.Das Verbot der Sezession ist überwiegende Auffassung jedenfalls der freiheitsvergessenen deutschen Staatsrechtslehre, welche sich die deutsche Politik zu eigen macht. Diese Lehre ist falsch. Sie doktriniert den Staat als unberührbares politisches Gebilde, das mit allen Mitteln des Staates erhalten werden darf und muss, gar durch Intervention anderer Staaten. Allein schon die Geschichte der Staaten bis in die Entwicklungen der Gegenwart widerspricht dieser Staatsdoktrin.


Nicht die Staaten sind souverän, wie das der deutsche staatsrechtliche Positivismus des 19. Jahrhunderts gelehrt und praktiziert hat und wie das noch heute überwiegend und mit verhängnisvollen Folgen vertreten wird, sondern die Menschen als Bürger. Die Staaten sind Organisationen der Bürgerschaften, mittels derer diese ihr gemeines Wohl zu verwirklichen suchen. Die zentralen Figuren der Politik sind die Menschen, deren wichtigstes Recht ihre politische Freiheit ist, Kern ihrer Würde. Daraus erwächst das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Es ist, um mit Rousseau zu sprechen, der Contract social, der ein Volk bildet. Es können sich immer wieder neue Völker bilden, grössere durch Staatenbildung, auch Bundesstaaten, und kleinere durch Separationen von Volksteilen zu neuen Staaten. Das gehört zum Selbstbestimmungsrecht der Völker, dem Kern der Charta der Vereinten Nationen. Dieses Recht schützt die Freiheit der Menschen, nicht spezifisch den Bestand von Staaten.


Staatsgründung ist ein Akt der Freiheit


Nicht einmal ein Verfassungsgesetz wie das der Ukraine, das einen Einheitsstaat verfasst und eine Sezession nicht ordnet oder auch nur vorsieht, vermag eine Sezession eines Teiles des Volkes zu untersagen. Die Staatsgründung ist ein Akt der Freiheit und damit der Souveränität der Menschen, die zusammenleben. Nicht Staaten sind souverän, sondern Menschen. Staaten dienen der Verwirklichung der Freiheit, nach innen und nach aussen. Es gibt keine ewigen Staaten, und es gibt kein Recht von Staaten und erst recht nicht von Staatsorganen, ihre Existenz gegen die Menschen und Bürger, gegen das Recht, zu behaupten, gar mit Waffengewalt. Vielmehr gibt es eine Pflicht der Menschen, im Recht miteinander zu leben und die Rechtlichkeit durch eine Organisation, einen Staat, zu sichern, das natürliche Recht auf eine bürgerliche Verfassung, die Freiheit und Eigentum sichert. Auch der Freistaat Bayern ist befugt, sich von der Bundesrepublik Deutschland zu trennen, jedenfalls in existentieller Lage, und entweder als Einzelstaat zu leben oder sich etwa mit der Eidgenossenschaft und auch Österreich zu einem Bundesstaat zu verbinden.


Der staatsrechtliche Positivismus hat den Staat als juristische Person wie einen Menschen dogmatisiert, wenn nicht mit Hegel vergöttlicht. Sein Bestand galt als unberührbar. Mit dem Recht, das, bestätigt durch Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, mit den Menschen geboren ist, ist das schwerlich vereinbar. Mehr als eine Organisation der Menschen und Bürger, mittels der diese ihr gemeinsames Wohl, und das ist allem voran das Recht, verwirklichen, ist er nicht. Die Menschen haben die Freiheit, sich die Organisation, genannt Staat, zu schaffen, die ihrem Wohl am besten entspricht, wenn dieser nur anderen Menschen nicht schadet, das heisst, bestmöglich das Recht zu verwirklichen vermag. Aber man lebt mit anderen Menschen zusammen, vielen Menschen. Darum muss sich jeder bei der Gestaltung des gemeinsamen Lebens mit den Menschen verbinden, die in besonderer Weise zusammengehören. Dabei muss die territoriale Einheit das Grundprinzip sein. Für sie muss der Frieden gesichert sein. Nicht Gewalt kann Staaten rechtens schaffen und erhalten, sondern nur die Sittlichkeit der Menschen, deren praktische Vernunft. Die allerdings ist Pflicht. Weil Konsens aller nicht erwartet werden kann, ist die Mehrheitsregel massgeblich. Die freiheitliche Logik ist das Selbstbestimmungsrecht nicht des jeweiligen Volkes eines Staates, sondern das der Menschen, die auf einem Gebiet zusammenleben und zusammenleben wollen. Völker können sich folglich immer neu bilden; denn sie sind Gemeinwesen von Bürgern, Bürgerschaften.


Die Krim hat das Recht, einen eigenen Weg zu gehen – das Referendum ist das richtige Verfahren


Derartige Politiken müssen freilich dem Rechtsprinzip genügen. Dieses gebietet, dass ein friedliches und freiheitliches Zusammenleben der Menschen nach innen und auch aussen gewährleistet ist. So muss ein besonderes zusammenhängendes Gebiet die Sezession betreiben, weil nicht zwei Staaten auf einem Gebiet konkurrierend Staatsgewalt ausüben können. Die Besonderheit kann sich aus jeweiligen Gründen ergeben, etwa religiösen, ethnischen, geschichtlichen, sprachlichen, wirtschaftlichen. Es muss eine erhebliche Mehrheit des separierenden Gebietes für die Sezession stimmen, damit nicht ein nicht hinreichend relevanter Teil der betroffenen Bürger den anderen in eine unerwünschte Staatlichkeit nötigen kann. Umgekehrt gibt es kein Recht der Minderheit, die Mehrheit in einen Staat zu zwingen, in dem die Mehrheit nicht oder nicht mehr leben will. Das ist eine Frage der Selbstbestimmung, der Freiheit. Die dissentierende Minderheit muss das Recht haben, entweder im separierten Staat zu bleiben oder diesen zu verlassen, das ius emigrandi, um weiter mit den Bürgern zusammenzuleben, die im restlichen Staat verbleiben. Der alte Staat ist wegen des Selbstbestimmungsrechts der Völker verpflichtet, den Sezessionsprozess friedlich zu gestalten. Er darf diesen nicht zu unterbinden suchen, keinesfalls mit Waffengewalt. Ein Referendum der Bürger des betroffenen Staatsteils ist unverzichtbar.

Es versteht sich, dass ein derart weitreichender Vorgang zu Spannungen und Zerwürfnissen führt, zumal wenn er mit existentiellen grosspolitischen, etwa geo­politischen, Interessen auch dritter Staaten verbunden ist.

Die Krim hatte und hat als Autonome Republik, vornehmlich von ethnischen Russen bewohnt, jahrhundertelang russisch, jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren. Der Ukrainer Nikita Chruschtschow hat die Krim 1954 der Ukraine in der Annahme zugeordnet, dass die Sowjetunion von Ewigkeit sein werde. 1993 hat das russische Parlament Sewastopol zur russischen Stadt auf fremdem Territorium, als eine Art Enklave, erklärt. Die Verträge zwischen Russland und der Ukraine von 1997 und 2010 haben den Status verändert, nicht um den Einfluss Russlands zu mindern. Erst die neue Politik der Ukraine unter westlichem Einfluss hat versucht, Sewastopol zum Staatsgebiet der Ukraine unter uneingeschränkter ukrainischer Hoheit zu machen.


Das Referendum ist das richtige Verfahren, um den Status der Krim zu bestimmen. Es muss eine freie Willensbildung der Bürger der Krim gewährleistet sein. Daran besteht bisher kein Zweifel. Von der Beobachtung der OSZE, so befriedend sie wäre, hängt die Rechtmässigkeit des Referendums keinesfalls ab.


Die Sezession der Krim sichert den Frieden in der Region


Die Sezession der Krim sichert den Frieden in der Region, wenn die Ukraine sich dem Westen zuwendet und die Mitgliedschaft in der EU anstrebt. Diese wird ihr geradezu aufgedrängt. Zu deren Vertragsordnung gehört bekanntlich auch die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, ganz unabhängig von der Nato-Mitgliedschaft. Jeder Mitgliedstaat der EU ist in diese Verteidigungsgemeinschaft eingebunden, nenne er sich neutral oder nicht.Wirtschaftliche Sanktionen gegen die Russische Föderation wären nicht nur ungerechtfertigt, weil die Hilfestellung Russ­lands beim Sezessionsprozess der Krim nicht illegal war, sie wären auch unergiebig. Sie würden nicht nur Russland, sondern auch der EU und insbesondere Deutschland schaden. Insbesondere würden sie das nach dem Kalten Krieg mühsam gewonnene gegenseitige Vertrauen beschädigen.Es ist geradezu lächerlich, wenn Deutschland den russischen Bären warnt und ihm gar droht, der hochgerüsteten Atommacht. Auf den Schutz der USA sollte sich Deutschland nicht verlassen, wenn es existentiell wird. Der Weg zu einem guten Miteinander mit Russland wäre die Einbindung dieses europäischen Staates in die europäische Integration. Das würde die EU grundlegend verändern, so wie das dem Grundgesetz entspricht. Das vereinte Europa könnte ein Verbund souveräner Staaten werden, der mit Demokratie und Rechtsstaat die Freiheit der Bürger wahrt, ein L’Europe des Etats. Ein Krim-Krieg wäre dann so gut wie ausgeschlossen.   

 •  ZEIT-FRAGEN, 22. 04. 2014 http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1773

Michael SNYDER: World Bank Whistleblower Reveals How The Global Elite Rules The World; globalresearch.ca, April 21, 2014

Anfang der weitergeleiteten E-Mail

> Von: „Martin Zeis“
> Datum: 21. April 2014 12:19
> An: gc-special-engl%Martin.zeis@gmxpro.net
> Betreff: Michael SNYDER: World Bank Whistleblower Reveals How The Global Elite Rules The World; globalresearch.ca, April 21, 2014 >
> www.globalresearch.ca/world-bank-whistleblower-reveals-how-the-global-elite-rule-the-world/5353130 >
> http://theeconomiccollapseblog.com/archives/world-bank-whistleblower-karen-hudes-reveals-how-the-global-elite-rule-the-world >
>
>
> World Bank Whistleblower Reveals How The Global Elite Rules The World >
> By Michael Snyder
>
> Global Research, April 21, 2014
>
>
>
> Karen Hudes is a graduate of Yale Law School and she worked in the legal department of the World Bank for more than 20 years. In fact, when she was fired for blowing the whistle on corruption inside the World Bank, she held the position of Senior Counsel. >
>
>
> She was in a unique position to see exactly how the global elite rules the world, and the information that she is now revealing to the public is absolutely stunning. According to Hudes, the elite uses a very tight core of financial institutions and mega-corporations to dominate the planet. >
>
>
> The goal is control. They want all of us enslaved to debt, they want all of our governments enslaved to debt, and they want all of our politicians addicted to the huge financial contributions that they funnel into their campaigns. Since the elite also own all of the big media companies, the mainstream media never lets us in on the secret that there is something fundamentally wrong with the way that our system works. >
>
>
> Remember, this is not some “conspiracy theorist” that is saying these things. This is a Yale-educated attorney that worked inside the World Bank for more than two decades. The following summary of her credentials comes directly from her website[http://kahudes.net/about-us/]… URL: http://kahudes.net/about-us >
>
>
> „Karen Hudes studied law at Yale Law School and economics at the University of Amsterdam. She worked in the US Export Import Bank of the US from 1980-1985 and in the Legal Department of the World Bank from 1986-2007. She established the Non Governmental Organization Committee of the International Law Section of the American Bar Association and the Committee on Multilateralism and the Accountability of International Organizations of the American Branch of the International Law Association.“ >
>
>
> Today, Hudes is trying very hard to expose the corrupt financial system that the global elite are using to control the wealth of the world. During an interview with the New American[http://www.thenewamerican.com/economy/economics/item/15473-world-bank-insider-blows-whistle-on-corruption-federal-reserve] (2), she discussed how we are willingly allowing this group of elitists to totally dominate the resources of the planet… >
>
>
> „A former insider at the World Bank, ex-Senior Counsel Karen Hudes, says the global financial system is dominated by a small group of corrupt, power-hungry figures centered around the privately owned U.S. Federal Reserve. The network has seized control of the media to cover up its crimes, too, she explained. In an interview with The New American, Hudes said that when she tried to blow the whistle on multiple problems at the World Bank, she was fired for her efforts. Now, along with a network of fellow whistleblowers, Hudes is determined to expose and end the corruption. And she is confident of success. >
>
>
> Citing an explosive 2011 Swiss study[http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0025995#s3] published in the PLOS ONE journal on the “network of global corporate control,” (1) Hudes pointed out that a small group of entities — mostly financial institutions and especially central banks — exert a massive amount of influence over the international economy from behind the scenes. “What is really going on is that the world’s resources are being dominated by this group,” she explained, adding that the “corrupt power grabbers” have managed to dominate the media as well. “They’re being allowed to do it.” >
>
>
> Previously, I have written about[http://theeconomiccollapseblog.com/archives/who-controls-the-global-economy-do-not-underestimate-the-power-of-the-big-banks] the Swiss study that Hudes mentioned. It was conducted by a team of researchers at the Swiss Federal Institute of Technology in Zurich, Switzerland. They studied the relationships between 37 million companies and investors worldwide, and what they discovered is that there is a “super-entity” of just 147 very tightly knit mega-corporations that controls 40 percent of the entire global economy[http://www.newscientist.com/article/mg21228354.500-revealed–the-capitalist-network-that-runs-the-world.html#.Ud5_NvmL3nj]… >
>
>
> „When the team further untangled the web of ownership, it found much of it tracked back to a “super-entity” of 147 even more tightly knit companies – all of their ownership was held by other members of the super-entity – that controlled 40 per cent of the total wealth in the network. “In effect, less than 1 per cent of the companies were able to control 40 per cent of the entire network,” says Glattfelder. Most were financial institutions. The top 20 included Barclays Bank, JPMorgan Chase & Co, and The Goldman Sachs Group.“ >
>
>
> But the global elite don’t just control these mega-corporations. According to Hudes, they also dominate the unelected, unaccountable organizations that control the finances of virtually every nation on the face of the planet. The World Bank, the IMF and central banks such as the Federal Reserve[http://theeconomiccollapseblog.com/archives/25-fast-facts-about-the-federal-reserve-please-share-with-everyone-you-know] literally control the creation and the flow of money worldwide. >
>
>
> (…)
>
>
>
> Notes
>
> (1) www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0025995#s3 >
> (2) www.thenewamerican.com/economy/economics/item/15473-world-bank-insider-blows-whistle-on-corruption-federal-reserve >
>
>
> — continuing article see URLs at the start of the text – m.z. —