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Beiträge zur n e u e n Friedensbewegung

Hallo zusammen,
wir verfolgen auf dieser Liste unter anderem die Kritik und den Widerstand gegen die seit dem Angriffskrieg auf Jugoslawien 1999 sich selbst ermächtigende, ausufernde und ungeheures Leid erzeugende US-/NATO-Kriegspolitik, die alle und alles zusammenkartätschen will, was sich ihren (geostrategischen, Rohstoffe Plünderungs-, Petrodollar-System-) Interessen nicht beugt.
Wir haben verstärkt seit März letzten Jahres an etlichen Punkten über die hiesige(n) Friedensbewegung(en) berichtet, über die Versuche der Kooperation wie auch über Kritik/Attacken gegen die Bewegung/Initiativen, welche neu mit der von US-Seite provozierten, brachialen Verschärfung des Ukraine-Konflikts entstanden ist.
Jüngstes Beispiel ist die Auseinandersetzung um in der Tageszeitung junge Welt publizierte Beiträge zur neuen Friedensbewegung. Im Folgenden werden dazu drei Texte/Dokumente angezeigt, die auch als pdf-Datei im Anhang verfügbar sind.
Grüße,
Martin Zeis
I.
Sie lügen wie gedruckt? – „Junge Welt“ Berichterstattung über die Friedensbewegung. Offener Brief an die Redaktion von jW-Autor Rainer Rupp vom 09.04.2015 (dazu:  Mail von Rainer Rupp an die Redaktion der jungen Welt vom 10.04.2015 mit einer Vorbemerkung, welche die allgemeine Veröffentlichung des – zuerst internen – Offenen Briefs am 15.04.2015 erläutert)
II.
Andreas Wehr: Anmerkungen zu dem Artikel „Formierte Gegenaufklärung“ in der Zeitung Junge Welt vom 21./22. März 2015; veröffentlicht auf der Website <andreas-wehr.eu> unter: <http://www.andreas-wehr.eu/anmerkungen-zu-dem-artikel-formierte-gegenaufklaerung-in-der-zeitung-junge-welt-vom-2122-maerz-2015.html>
III.
Interview mit Reiner Braun zur Klärung einiger Fragen zur Friedensbewegung, zum Echo und zur wohlwollenden und feindseligen Kritik; veröffentlicht am 16.04.2015 auf den NachDenkSeiten  unter:  <http://www.nachdenkseiten.de/?p=25743>
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Martin Zeis
globalcrisis-/globalchange NEWS
martin.zeis@gmxpro.net

„Junge Welt“ Berichterstattung über die Friedensbewegung – Offener Brief an die Reaktion von jW-Autor Rainer Rupp

Sie lügen wie gedruckt?In der Wochenendausgabe vom 21./22. März 2015 lancierte die Tageszeitung junge Welt den bisher massivsten Angriff gegen die sogenannte „neue“ Friedensbewegung. Diesmal durfte Monty Schädel, seines Zeichens seit 2007 politischer Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), um sich schlagen und alle Friedensbewegten aus den von ihm nicht gebilligten Gruppen, wie z.B. die…

http://pwlasowa.blogspot.com/2015/04/junge-welt-berichterstattung-uber-die.html

AUFRUF: Der Frieden ist in Gefahr, für immer mehr Menschen!Jetzt zu einem internationalen Friedenskongress zusammenkommen!

Wolfgang Lieberknecht
Wolfgang Lieberknecht 25. März 16:24 
Der Frieden ist in Gefahr, für immer mehr Menschen!
Jetzt zu einem internationalen Friedenskongress zusammenkommen!
Nach dem die „Oben“ das Abgleiten in immer mehr Kriege nicht stoppen, wollen wir eine internationale Initiative von „Unten“ ergreifen und einen internationalen Friedenskongress organisieren, bevor die Konfrontationen noch weiter eskalieren!
Die Staaten, die die UNO gründeten, hatten 1945 beschlossen: Die Geißel des Krieges für immer von der Welt zu vertreiben und alle Konflikte nur noch friedlich zu lösen (UNO-Charta)! 1948 beschlossen die Staaten, sich als globale Familie zu verstehen und eine soziale internationale Ordnung aufzubauen, die allen Menschen weltweit ein menschenwürdiges Leben ermöglicht (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)!
Wenn ihr mit uns von den Staaten die Einhaltung unserer globalen Verfassung der UNO-Charta und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fordern wollt, schlagen wir euch vor, eine internationale Friedenskonferenz mit Menschen aus möglichst vielen Ländern zu organisieren. Wir sollten auch beginnen, selbst Initiativen zu ergreifen oder zu unterstützen zur Beendigung von Kriegen und zur Verhinderung neuer gewaltsamer Konflikte! 
Wir wollen uns damit der Stimmungsmache für den Krieg und der Spaltung der Menschen verschiedener Nationen und Religionen entgegenstellen und unsere Menschenrechte auf Leben, Frieden, Gerechtigkeit und menschenwürdige Arbeit einfordern! Wir Bürgerinnen und Bürger sollten selbst Initiativen ergreifen oder unterstützen zur Beendigung von Kriegen und zur Verhinderung neuer gewaltsamer Konflikte! Wir sollten eigene Lösungsvorschläge erarbeiten. 
Wir treffen uns zu einem ersten Gespräch vom17.-19. April im nordhessischen Wanfried, mitten in Deutschland, im Think-Tank-Wanfried, Bahnhofstr. 15, 37281 Wanfried
Nehmt mit uns Kontakt auf, wenn ihr mitmachen wollt und bitte verbreitet den Aufruf weiter, am besten auch in andere Länder (und in anderen Sprachen), wenn Ihr Kontakte habt:

Think-Tank-Wanfried, Wolfgang Lieberknecht, Peter Jüriens, Ralf Jahn, Stephan Best, Klaus Wandererzdw

Telefon: 05655924981
Email: timointernational@gmx.de
Wir wollen über diese Facebookgruppe Kräfte für diesen Kongress zusammenbringen: 
https://www.facebook.com/groups/1553035498298296/

Think-Tank-Wanfried (TTW)

  • Wir verfügen im nordhessischen Wanfried, direkt an der thüringisch-hessischen Grenze, mitten in Deut…


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Dokumente zum Treffen der Friedensbewegung am 14. März in Frankfurt und zur laufenden Querfront-Kampagne (8 Punkte von Albrecht Müller in PDF als Anhang)

  • Dokumente zum Treffen der Friedensbewegung am 14. März in Frankfurt und zur laufenden Querfront-Kampagne (8 Punkte von Albrecht Müller in PDF als Anhang)

            Verantwortlich: Albrecht Müller

Im Vorfeld der Konferenz der Akteure des sogenannten Friedenswinters wurde insbesondere von der TAZ der Versuch gemacht, dieser Gruppe eine Zusammenarbeit mit Rechten zu unterstellen. Hier ist ein herausragendes Beispiel: „Neurechte Friedensbewegung: Tausend Mal berührt. Seit vier Monaten läuft der Friedenswinter, Schulter an Schulter mit der Querfront.
Das Verfahren der TAZ und ihres Redakteurs Christian Jakob ist typisch für diesen Kampagnen-Journalismus. Zur Diffamierung hat man sich das Etikett ausgedacht, die Friedensbewegung sei Teil der sogenannten Querfront, also einer Verbindung von links und rechts. Und dann wird ein Kronzeuge organisiert. Im konkreten Fall ist es ein Patrick Rupprecht. Und für weitere angebliche Belege wird auf frühere Ereignisse zum Beleg zurückgegriffen. Albrecht Müller.

  • https://www.youtube.com/watch?v=y6LG-RzQFHg Mahnwache Berlin 16.03.2015 Teil 03 Ken Jebsen Rede KenFM KenFM.de Potsdamer Platz mahnwachen.info Das scheint die vollständige Rede (in mehreren Teilen auch andere Beiträge zur selben Kundgebung) zu sein!
  • „Ein Versuch, der gescheitert ist“ 13. März 2015 um 20:04 <https://www.facebook.com/notes/monty-sch%C3%A4del/ein-versuch-der-gescheitert-ist/788548637894775> _Organisation _/Wie geht es weiter mit dem Projekt Friedenswinter? Der Aktivist Monty Schädel fordert, dass man sich klar von rechts abgrenzt/ Interview in der taz vom 04.03.2015.
  • Mit dazu gelesen werden sollte auch der Artikel „Tausend Mal berührt“ zum „Friedenswinter 2014/15“ unter: http://taz.de/Neurechte-Friedensbewegung/!156325/ <http://taz.de/Neurechte-Friedensbewegung/%21156325/> *taz: Am Wochenende findet in Frankfurt eine große Konferenz der Friedensbewegung statt. Gibt es da Hauen und Stechen?* Monty Schädel
  • Roland Blach DFG-VK :  
    „Ehrlich gesagt bin ich entsetzt über das Interview.“ (mit Reiner Braun; ergänzt StB} – JW)
  • »Ich plädiere für verbale Abrüstung« – junge Welt –  https://www.jungewelt.de/2015/03-18/062.php
    Rote Linien der Friedensbewegung: Streit um Abgrenzung nach rechts spitzt sich zu. Ein Gespräch mit Reiner Braun. jungewelt.de | Von Claudia Wangerin
       Andreas Grünwald  *) kommentierte die teilweise stark emotionalisierte Rede Ken Jebsens wie folgt:
  • „Man darf im Zusammenhang mit der Rede von Ken Jebsen nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Auch ich finde, dass manche Äußerungen von Ken Jebsen in Berlin überzogen waren. Wenn man die ganze Rede hört, die Junge Welt brachte ja nur sehr kleine Ausschnitte, dann bemerkt man aber auch, dass Ken Jebsen sehr wütend war. Wütend über die dauerhaften Angriffe, die zuletzt in den Attacken in der taz mündeten. Wenn man sich ein eigenes Bild machen will, muss man also diese drei Dinge nebeneinander legen.
  • Andreas Grünwald
    Beschlüsse und Dokumente der Konferenz der Friedensbewegung am 14. März in Frankfurt am Main
    Auf nach Berlin!!Beschlüsse und Dokumente der Konferenz der Friedensbewegung am 14. März in Frankfurt am Main / Umstellung dieser Facebook Gruppe
    Nach einem zunächst eher persönlich abgefassten Bericht von der Konferenz am 14. März in Frankfurt / Main, folgt hier nun eine ausführliche Sammlung von Beschlüssen, Referaten und Presseveröffentlichungen zu unserer Konferenz.

    Auf nach Berlin zur großen Demonstration der Friedensbewegung am 10. Mai 2015!

    Vielfältige Aktionen zum Tag der Befreiung: „Nie wieder Faschismus und Krieg“ sind die einigende Herausforderung. Auf der Aktionskonferenz des Friedenswinters, am 14.3.2015 wurde von den etwa 150 Teilnehmenden aus allen Teilen der Bundesrepublik nach einer intensiven, solidarischen, teilweise auch kontroversen Diskussion, einvernehmlich der folgende Beschluss gefasst:

    „Die Aktionskonferenz Friedenswinter am 14. März 2015 unterstützt die vielfältigen dezentralen antifaschistischen und friedenspolitischen Aktivitäten am 8. und 9. Mai 2015 sowie die Demonstration in Berlin, die vom Berliner Aktionsbündnis „70 Jahre Tag der Befreiung“ für den 10. Mai 2015 vorbereitet wird. Die Aktionskonferenz ruft dazu auf, dort, wo es möglich ist, zum 10. Mai 2015 nach Berlin zu mobilisieren und zu kommen. Lasst uns Berlin zu einem eindrucksvollen Abschluss der vielfältigen Aktivitäten um den Jahrestag der Befreiung machen.“

    Weitere Aktionen nach dem 10. Mai 2015

    Unterschiedliche Erfahrungen und Eindrücke prägten die Debatte, Kontroversen wurden nicht vermieden, aber in einer Atmosphäre des Zuhörens und des Versuch, einander zu verstehen, bearbeitet. Wir haben viel mehr gemeinsam als uns trennt und dies in einer von allen als friedenspolitisch ernst und bedrohlich empfundenen Situation. Wir brauchen mehr und größere Aktionen, war der einheitliche Tenor und nur gemeinsam sind wir stark. Dabei ist der Antifaschismus unsere unumstößliche Grundlage, weil nur dieser eine Friedensgrundlage sein kann.

    Weitere Aktionen auch nach den Aktivitäten zum 8./9. Mai sind notwendig. Auch dazu verabschiedete die Aktionskonferenz ein für alle offenes Verfahren zum weiteren Vorgehen:

    „Initiativen und Organisationen werden aufgefordert, Überlegungen, Ideen, Vorschläge, Hinweise, Kreationen für weitere dringend notwendige Aktionen der Friedensbewegung zu entwickeln und vorzuschlagen. Diese werden gesammelt und auf einer Friedensversammlung im Juni/Juli diskutiert und bei Konsens bzw. breiter Unterstützung auch beschlossen. Zur Planung der Ideenbörse und weiterer Schritte beschließt die Aktionskonferenz die Einsetzung einer Arbeitsgruppe. Intensiv bemüht werden soll sich auch, weitere Kräfte aus der Friedensbewegung für ein gemeinsames Handeln zu gewinnen.“

    Frieden ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Frieden!

    Frankfurt am Main, 14. März 2015

    M A T E R I A L

    1. Referate

    Die folgende PDF Datei wurde von Jens Wernicke zur Veröffentlichung auf dem Nachrichten-Blog „NachDenkSeiten“ zusammengetragen.
    Sie enthält die vier Referate die zu Beginn der Konferenz gehalten wurden und zudem den ersten Diskussionsbeitrag in der Generaldebatte:

    http://data9.blog.de/media/902/8465902_5ba1c589e3_d.pdf

    2. Presseberichte

    Vor der Konferenz:

    Interview mit Reiner Braun in der Frankfurter Rundschau:
    http://www.berliner-zeitung.de/…/interview-mit-aktivist-rei…

    Interview mit Pedram Shahyar für den Info-Blog Bohemien:
    http://le-bohemien.net/…/pedram-shahyar-du-hast-deinen-ruf…/

    Interview mit Monty Schädel in der taz:
    http://www.taz.de/Zukunft-der-Friedensbewegung/!156414/

    Artikel in der taz vor der Konferenz:
    http://www.taz.de/!156325/

    (Das Interview von Monty und der Artikel bildeten in der taz eine Themenseite)

    Nach der Konferenz:

    Bericht im Neuen Deutschland (ein sehr positiver und sehr konstruktiver Bericht – leider aber zur Zeit /17.03.2015/ nur für Abonnenten zugänglich. Gibt sich aber meist nach ein paar Tagen):
    https://www.neues-deutschland.de/…/964939.dienstweg-zur-kor…

    Interview mit Reiner Braun in der Berliner Zeitung (wurde auch im Kölner Stadtanzeiger veröffentlicht):
    http://www.berliner-zeitung.de/…/interview-mit-aktivist-rei…

    Zusammenfassender guter Bericht auf den NachDenkSeiten von Albrecht Müller:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=25429#more-25429

    3. Neugestaltung dieser Diskussionsgruppe bei Facebook

    Um den Anforderungen für eine wirksame aktionsorientierte Friedensbewegung besser entsprechen zu können, soll diese Facebook Gruppe bis zum 24. März 2015 umgestaltet werden.

    (…)
    (Hervorhebungen von mir, StB)

  • *) Andreas GRÜNWALD ist Admin der Facebook-Gruppe ‚FRIEDENSWINTER 2014/2015‘.
  • Friedenswinter 2014 / 2015 – Auf Initiative der „Kooperation für den Frieden“ wurde auf einer Konferenz der Friedensbewegung am 11. Oktober 2014 ein Aktionskonzept beschlossen:– Eine gemeinsame Aktionswoche für den Frieden in ganz Deutschland, die vom 08. bis zum 13. Dezember stattfinden wird. Diese mündet in fünf regionalen Großdemonstrationen, die am 13. Dezember in Berlin, Hamburg, München, Leipzig und im Ruhrgebiet stattfinden werden.
    – Demonstrationen und Aktionstage Ende Februar aus Anlass der in München stattfindenden „Sicherheitskonferenz“.
    – Die gemeinsame Gestaltung der Ostermärsche 2015.
    – Eine bundesweite Großdemonstration aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung von Krieg und Faschismus Anfang Mai 2015 in Berlin.

    Diese Gruppe dient dazu, diese Aktionen gemeinsam vorzubereiten, umzusetzen, auszugestalten.
    Auf Facebook zählt die Gruppe 1252 Mitglieder (Stand 18. März.)

Beste Grüße
Stephan Best

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Stephan Best sbest@gmx.net
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phone: 01781-705671

Friedensaktivist Pedram Shahyar “Du hast deinen Ruf riskiert” le Bohémien 11. März 2015

Pedram Shahyar

Friedensaktivist

“Du hast deinen Ruf riskiert”

Die vielgeschmähteFriedensbewegung mobilisiert für das Frühjahr wieder zu Demos, Kundgebungen und Aktionskonferenzen. Mittendrin ist Pedram Shahyar.

 

„Wir sind – wie Millionen Menschen in unserem Land und weltweit – tief besorgt. Kriege breiten sich weltweit in einer immensen Geschwindigkeit aus, sie kehren mit dem Krieg in der Ukraine nach Europa zurück. Hundertausende Tote und Verwundete, Millionen Flüchtlinge, noch mehr Hunger und Armut sind die dramatischen Folgen von Kriegen, die primär für wirtschaftliche und geostrategische Interessen geführt werden – in Europa, im Nahen/Mittleren Osten, Afghanistan und in anderen Ländern. Die NATO und besonders die USA führen weltweit völkerrechtswidrige Kriege und geben 72 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben aus. Die Bundesregierung ist ein aktiver Bestandteil dieser militaristischen Politik.“

So heißt es im Aufruf des Friedenswinter-Bündnisses, das aktuell bundesweite Aktionen für den Mai diesen Jahres plant. Anlässlich der am Samstag, den 14. März in Frankfurt stattfindenden Aktionskonferenz sprach Jens Wernicke mit Pedram Shahyar zu seiner Einschätzung bezüglich des Kampfes um Frieden. (…)
Der vollständige Text als PDF im Anhang

Pedram_Bohemien20150311

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Stephan Best
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blog: steven25.wordpress.com

Wird die neue Friedensbewegung mit ihrem Protest gegen die Militarisierung der Politik und konkret gegen die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine durchhalten und ein angemessenes Echo finden?

NachDenkSeiten, 23.01.2015 — Volltext mit Bildern siehe: http://www.nachdenkseiten.de/?p=24712

Wird die neue Friedensbewegung mit ihrem Protest gegen die Militarisierung der Politik und konkret gegen die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine durchhalten und ein angemessenes Echo finden?

Offenbar soll der Versuch gemacht werden. Ob das gelingt ist fraglich, obwohl wünschenswert. Es ist fraglich, weil die Diffamierung der Proteste des vergangenen Jahres inklusive der Friedensdemonstrationen vom 13.12.2014 („Friedenswinter“) machtvoll und erfolgreich war. Sie hat Kreise erreicht, die früher zur Friedensbewegung zählten und die man landläufig als links und linksliberal einstufen könnte.
Diesen Eindruck gewann ich bei Freunden aus der früheren Friedensbewegung, die an den neuen Versuchen des Protestes zweifelten, u.a., weil sie im Blatt, dem sie seit Jahrzehnten vertrauen, in der Frankfurter Rundschau, am 12.12.2014 dieses lasen: „Die sogenannte Friedensbewegung eint die Ablehnung der liberalen Gesellschaft“; sie fände ihren Nachwuchs unter „Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten“ Eine derartige Agitation hat nach meinem Eindruck viele potentiellen Unterstützer einer neuen Friedensbewegung erreicht. Albrecht Müller

Schon bei den ersten Demonstrationen gegen den Krieg in der Ukraine im Frühjahr 2014 war erkennbar, dass die Meinungsführer aus Politik, Militär und Medien alles darauf anlegen, jeden öffentlichen Widerstand gegen die Politik der militärischen Konfrontation und Intervention madig zu machen und damit zu brechen. Die Demonstranten wurden als Spinner, Verschwörungstheoretiker, Querfrontler, Antisemiten und Anti-Amerikaner abgewatscht. Die Kritik an den Mahnwachen konnte man im Frühjahr noch auf einige unausgegorene Redeteile (Äußerungen über die Rolle der FED zum Beispiel) abstützen. Bei der massiven Kritik an der Friedensdemonstration vom 13. Dezember 2014 in Berlin und an anderen Orten verzichtete man auf Belege, weil es keine gab. Aber die Etikettierung blieb. Die zuvor genannten Parolen der Diffamierung sind festverankerter Bestandteil der Agitation geworden und haben vermutlich die Unterstützung für die neue Friedensbewegung nachhaltig gelähmt. (…)

Die Stigmatisierung der Friedensbewegung war gut vorbereitet und wird vor allem über den Rest an Medien mit einem gewissen progressiven Image gespielt
„Berichte und Kommentare zur Friedensdemonstration in Berlin waren vorher geschrieben“, so hatten wir am 15. Dezember geschrieben und anhand von einigen Berichten und Kommentaren über die Demonstration und im Vorfeld der Demonstration vom 13. Dezember belegt. Bemerkenswert war damals schon, wie besonders aktiv Medien wie die TAZ, die Frankfurter Rundschau, die Zeit, die Berliner Zeitung und auch der Berliner Tagesspiegel waren. Die Agitation war also nicht auf Bild, Welt, FAZ und Rheinische Post beschränkt, im Gegenteil. Die Hauptarbeit zur Stigmatisierung wurde von den zuvor genannten Medien geleistet.
Die Etikettierung und – wie ich es empfinde – die nachhaltige Diskreditierung der neuen Friedensbewegung wäre vermutlich nicht so gut gelungen, wenn es nicht innerhalb der Linken, konkret innerhalb der Linkspartei, zu einer heftigen Auseinandersetzung zum Thema gekommen wäre und eine Mehrheit die Etikettierung mitgemacht hätte.
In diesem Kontext von Interesse ist auch ein Beitrag in Telepolis vom 21.1.2015 auf der Basis eines Gespräches mit Jutta Ditfurth. In diesem Interview wird schon in suggestiven Fragestellungen die Etikettierung der Demonstration vor dem Amtssitz des Bundespräsidenten und des sogenannten Friedenswinters besorgt und wie selbstverständlich alles durcheinander gemischt – so die Demonstration vom 13. Dezember mit dem Hauptredner Eugen Drewermann mit dem Neurechten Jürgen Elsässer und dessen juristische Auseinandersetzung mit Jutta Ditfurth. An diesem Interview können Sie die Methoden gut studieren. Weil Telepolis auch ein progressives Image hat, passt das zu der beschriebenen Methode, vor allem linksliberale Medien in die Kampagne einzubauen.

Mein nüchternes Fazit zur Stigmatisierung der Friedensbewegung und ihren Folgen:
Die nachhaltige Diffamierung der neuen Friedensbewegung ist gelungen. Das ist ein großer Sieg jener Kräfte, die militärische Interventionen und die sogenannte militärische Lösung von Konflikten hoffähig machen wollen.
Die nachhaltige Diffamierung der neuen Friedensbewegung ist gelungen. Das ist ein großer Sieg jener Kräfte, die militärische Interventionen und die sogenannte militärische Lösung von Konflikten hoffähig machen wollen.
Die NATO-Propaganda wirkt weit hinein in die deutschen Medien. Sympathien für Menschen, die aus Sorge um den Frieden auf die Straße gehen, gibt es kaum noch.
Damit ist die Kriegsschuldfrage eines möglichen weiteren und größeren militärischen Konflikts – z. B. in der Ukraine – vor Beginn des großen Konfliktes schon im Sinne des Westens beantwortet.
Wer auf die friedliche Lösung von Konflikten pocht, steht auf ziemlich verlorenen Posten.
Davon wird auch in einem Artikel der „Zeit“ mit Hinweis auf die Position des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt berichtet. Ich zitiere: „Moskau sieht sich von der Nato und den USA bedroht. Wer (Wie etwa auch die Vertreter der Friedensbewegung, d.Verf.) diese These vertritt, hat einen harten Stand, das musste nicht zuletzt Altbundeskanzler Helmut Schmidt feststellen. Wer Russlands Politik zu verstehen versucht, wird schnell zum Putinversteher – aus einer Kernkompetenz der politischen Analyse wird ein Schimpfwort, das Kumpanenschaft vermutet und die Rechtfertigung des Völkerrechtsbruchs unterstellt. Beides ist falsch, beides ist infam.“

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Martin Zeis
globalcrisis/globalchange News
martin.zeis@gmxpro.net

Radikalpazifistische Rede Eugen Drewermanns vor Schloss Bellewue am 13.12.2014

Drewermanns Rede vor dem Schloss Bellevue am 13.12.2014:
https://www.youtube.com/watch?v=88xxWfegO_s

Zitat-Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=sugXUF1canE
(Interview mit KenFM)

Martin Zeis postete die folgende Nachricht zu dieser bemerkenswerten Rede aus der Tradition der ‚alten‘ Friedensbewegung:

Z e i t d o k u m e n t
Rede des Theologen Eugen Drewermann auf der Abschlusskundgebung des Berliner Bündnisses FRIEDENSWINTER am 13.12.2014 vor Schloss Bellevue, dem Amtssitz Gaucks.
YouTube-Clip, 27:37 min, URL: https://www.youtube.com/watch?v=88xxWfegO_s
Der tief bewegte Eugen Drewermann hält ein ergreifendes, ethisches, mit den Erfahrungen der Menschheit seit dem Dreißigjährigen Krieg untermauertes, die US-/NATO-Angriffs-Maschine analysierendes + geißelndes Plädoyer für den Frieden und die dafür voraussetzende, umfassende Gehorsamsverweigerung auf allen Ebenen der Kriegsvorbereitung und -führung.
Diese Rede verdient es, als Video und Transskript nicht nur auf der Frontpage  www.friedenswinter.de und auf den zahlreichen Websites der Antikriegs-/Friedensbewegung an erster Stelle dokumentiert zu werden …
Grüße,
Martin Zeis
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Martin Zeis
globalcrisis/globalchange News
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