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Seymour M. HERSH: Trump‘s Red Line; welt.de, 25.06.2017

Globalcrisis/globalchange NEWS

Stephan Best

26.06.2017

Hallo an die Listen,

der in SPRINGERS WELT am 24. Juni auf Englisch veröffentlichte Artikel (Siehe 1. Anhang als PDF) schlug bei einigen Kommentatoren bombenähnlich ein.

Der international bekannte Investigativ-Journalist Pepe Escobar postete gestern auf Facebook zu diesem Artikel:

“Absolute must read.

Trump’s “Syria policy” in a nutshell.

The fact Sy Hersh simply cannot publish something like this in the US speaks not volumes, but whole libraries.”

Prof. Dr. Günter Meyer vom Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt (ZEFAW) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, hat die US-Version als False-Flag-Operation dekonstruiert:

https://www.rubikon.news/artikel/giftgasmassaker-war-false-flag-operation

Jens BERGER (NACHDENKSEITEN) kommt zwar nicht mit einer deutschen Übersetzung des Artikels der WELT heraus, will aber dennoch, dass Hershs piece mit den wichtigsten Aussagen Verbreitung findet:

26. Juni 2017 um 15:38 Uhr | Verantwortlich: Jens Berger

Seymour Hersh zu Assads angeblichem Giftgasangriff und Trumps angeblichem Vergeltungsschlag

Veröffentlicht in: Medien und Medienanalyse, Militäreinsätze/Kriege

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Der große alte Mann des investigativen politischen Journalismus hat wieder zugeschlagen. Seymour Hershs Artikel „Trump´s Red Line“ befasst sich mit dem angeblichen Giftgasangriff von Khan Scheikoun am 4. April 2017 und dem drei Tage später folgenden Luftangriff der USA auf einen syrischen Militärflugplatz. Laut Hersh, der sich wie gewohnt auf hochrangige Quellen im US-Sicherheitsapparat bezieht, gab es nie einen Giftgasangriff. Syriens Luftwaffe habe vielmehr ein hochrangiges Treffen von Kommandeuren islamistischer Gruppierungen mit einer konventionellen Bombe angegriffen. Die „Vergeltung“ der USA war demzufolge vor allem eine persönliche Entscheidung Trumps, bei der Militärberater das Schlimmste gerade noch verhindern konnten. Sehr interessant ist auch, dass Hershs jüngster Artikel exklusiv in der WELT am Sonntag erschienen ist. Sein alter Partner London Review of Books hat offenbar Angst, als prorussisch und prosyrisch zu gelten. Da muss man ausnahmsweise auch mal den Hut vor WELT-Herausgeber Stefan Aust ziehen, der dieses brisante Stück publizierte. Von Jens Berger.

Leider sind die deutschsprachigen Versionen des Hersh-Artikels „Trumps rote Linie“ und der Hintergrundbericht „Im Nebel des Kriegs“ hinter der Bezahlschranke von welt.de. Die englischsprachigen Versionen „Trump´s Red Line“ und „The Fog of war“ sind jedoch frei zugänglich.

Seymour Hersh ist eine lebende Legende. Der Pulitzer-Preisträger deckte unter anderem 1969 das Massaker von My Lai auf und machte die Welt 2004 auf die Folterpraktiken im US-Gefängnis Abu-Ghraib aufmerksam. Regelmäßig schreibt er über sicherheitspolitische Themen, vor allem über die US-Kriege im Nahen und Mittleren Osten. Hershs große Stärke sind seine Netzwerke. Er verfügt über zahlreiche hochrangige Insiderquellen in den Ministerien, den Geheimdiensten und dem Militär, die er in seinen Artikeln anonym zitiert. Genau dies wird ihm von seinen Kritikern paradoxerweise immer wieder vorgeworfen. Es ist schon seltsam, dass Quellenschutz immer dann hinterfragt wird, wenn die Quellen der „offiziellen Deutung“ widersprechen. Die WELT hat, so Redakteur Dirk Laabs, Hershs Quellen selbst überprüft und für glaubwürdig befunden. Dies gibt den Vorwürfen Hershs eine besondere Bedeutung, können sie doch nicht mehr wie üblich als antiamerikanisch abqualifiziert werden. Denn eines kann man Springers WELT nun wirklich nicht vorwerfen – dass sie antiamerikanisch sei.

Der „Giftgasangriff“, der wohl keiner war

Was hat sich also am 4. April 2017 in Syrien abgespielt? Hershs Quellen zufolge hatten die Russen schon längere Zeit ein zweistöckiges Gebäude im Norden der von Islamisten besetzten Stadt Khan Scheikoun im Visier. Dort sollte sich, Geheimdienstberichten zufolge, eine Art Kommandozentrale der Islamisten befinden. Nach einer Überwachung des Gebäudes durch Drohnen war man der Überzeugung, mit einem gezielten Luftschlag zum richtigen Zeitpunkt hochrangige Kommandeure der Dschihadisten ausschalten zu können. Der Angriff wurde von der syrischen Luftwaffe durchgeführt. Als Waffe kam offenbar eine moderne russische lasergelenkte Bombe mit 500 Pfund Sprengstoff zum Einsatz. Der Angriff wurde den US-Militärs zuvor im üblichen Rahmen angekündigt – eine Praxis, die verhindern soll, dass man sich gegenseitig im gefährlichen syrischen Luftraum in die Quere kommt. Im besonderen Fall ging es – so Hershs Quelle – jedoch auch darum, dass die US-Dienste ihre Informanten oder Agenten unter den Dschihadisten vor dem Anschlag warnen konnten.

Die Bombardierung war offenbar erfolgreich. Geheimdienstberichten zufolge konnten vier hochrangige Kommandeure ausgeschaltet werden. Was danach passierte, entzieht sich jedoch auch für Hershs Quellen jeglicher Kenntnis. Minuten nach der Bombardierung wurden über YouTube und die Sozialen Netzwerke bereits Filme und Bilder von vermeintlichen Giftgasopfern gezeigt – die Quelle waren meist Gruppierungen wie die „Weißhelme“; eine vom Westen finanzierte syrische NGO, die massiv in der Kritik steht, Teil eines Informationskriegs gegen Russland und Syrien zu sein.

Es ist unmöglich, den Vorfall wirklich objektiv zu bewerten, da es keine belastbaren Belege gibt. Unabhängige Inspektoren waren nie vor Ort, die Proben, die von der OPCW untersucht wurden, stammten aus Material, das das türkische Gesundheitsministerium von „Oppositionellen“ bekommen hat und entziehen sich daher jeder Aussagekraft. Hershs Version ist jedoch auch nicht über jeden Zweifel erhaben, da syrische und russische Erklärungen über den Vorfall deutlich von den Aussagen der Quelle Hershs abweichen . Warum sollten die Syrer und die Russen etwas von einem offenbar zerstörten „Chemiewaffenlager“ der Islamisten vermelden, wenn es gar kein solches Lager gab? Die Vergiftungen der Menschen vor Ort erklärt Hershs Quelle damit, dass im Erdgeschoss des zerstörten Gebäudes ein Lager für Düngemittel, Insektizide und chlorhaltige Desinfektionsmittel untergebracht war, das angeblich durch eine „Sekundärexplosion“ chemische Giftstoffe freigesetzt haben soll. Über jegliche Zweifel erhaben ist diese Version auch nicht. Wesentlich stärker ist da schon das Argument von Hershs Quelle, dass Assad nicht nur kein Motiv gehabt hat, sondern dass ein Giftgasangriff sogar ganz entschieden gegen die syrischen Interessen gerichtet sei.

„Was den meisten Amerikanern gar nicht in den Sinn kommt, ist, dass ein syrischer Giftgasangriff, den Bashar [al Assad] befohlen haben soll, die Russen zehnmal mehr verärgert hätte als den Westen. Die russische Strategie gegen den IS, die ja eine Kooperation mit dem Westen vorsieht, wäre dahin und Basahr [al Assad] wäre dafür verantwortlich, Russland vor´s Schienbein getreten zu haben, ohne die Konsequenzen für ihn zu bedenken. Würde Bashar [al Assad] so was tun? Wo er gerade dabei ist, den Krieg zu gewinnen? Wollt Ihr mich veräppeln?“

Trumps Vergeltungsschlag sollte uns beunruhigen

Über jeden Zweifel erhaben ist indes die offizielle Reaktion der USA. Trump verfolgte die Folgen des angeblichen Giftgasangriffs Hersh zufolge zusammen mit dem jordanischen König im Fernsehen und war vom ersten Moment an schockiert. „Unschuldige Babies“ – dafür musste irgendwer bezahlen und wenn die Medien Assad als Schlächter ausgemacht hatten, war er es halt, der die Vergeltung der USA zu spüren bekommen sollte.

Interessant ist, dass laut Hersh die US-Dienste mehrfach unterstrichen haben sollen, dass es kein Indiz für eine syrische Täterschaft und noch nicht einmal einen starken Beweis dafür gebe, dass es überhaupt einen „Giftgasangriff“ gegeben hat. Das soll Trump aber nicht davon abgehalten haben, eine Vergeltung anzuordnen. Es ging nicht mehr um das „ob“, sondern nur noch um das „wie“.

Beschlossen wurde der Vergeltungsschlag bei einem Treffen des inneren Zirkels auf Trumps Anwesen in Mar-a-Lago. Es gab offenbar vier Optionen, von denen zwei (gar nichts zu tun und ein Enthauptungsschlag mit einer Bombardierung der Paläste Assads) von vornherein ausgeschlossen wurden. Übrig blieb die letzten Endes beschlossene, eher symbolische Bombardierung eines syrischen Luftwaffenstützpunktes und eine groß angelegte Bombardierung zahlreicher Einrichtungen des syrischen Militärs. Dabei soll – so Hershs Quelle – die „politische Seite“, allen voran Trump und Außenminister Rex Tillerson, eigentlich die letztere Option bevorzugt haben. Glücklicherweise konnten die Militärberater, die darauf hinwiesen, dass einem groß angelegten Bombardement auch russische Soldaten in den Luftabwehrstellungen zum Opfer fallen würden, sich durchsetzen und man entschied sich für einen symbolischen Akt, der möglichst wenig Schaden verursachen sollte. Nachdem man vorher die Russen und damit indirekt auch die Syrer vorwarnte, blieben die Folgen überschaubar: Offenbar traf nur ein Bruchteil der 60 Marschflugkörper überhaupt das Ziel und zerstörte dort lediglich neun, ohnehin nicht mehr einsatzfähige, Flugzeuge. Es hätte schlimmer kommen können.

Nun ist Trump einer von uns!

Zugegeben – je mehr man über die Vorgänge erfährt, desto skurriler wird die ganze Geschichte. Vor allem sollte man dabei im Hinterkopf behalten, dass der US-Vergeltungsschlag im Westen als die eigentliche Amtseinführung des neuen US-Präsidenten gewertet wurde. Schaut her, auch Trump führt Kriege! Nun ist er einer von uns – ein „ganz normaler“ US-Präsident.

Die Lektion aus dem Vorfall lässt jedoch Schlimmes erwarten. Wenn es den Islamisten mit Hilfe gelungener PR-Arbeit gelungen ist, Trump einmal in die „Rote-Linie-Falle“ laufen gelassen zu haben, werden sie dies auch noch weitere Male probieren. Und dann kann Trump nicht mehr hinter seine eigene Doktrin zurück – er muss wieder Vergeltung üben und diese Vergeltung muss noch deutlicher ausfallen. So will es die Macho-Logik, der sich ein Trump allem Anschein nach unterworfen hat. Diesmal konnten ihn seine Berater noch davon abhalten, russische Militärs zu bombardieren und so eine internationale Krise auszulösen. Wird ihnen das beim nächsten Mal auch noch gelingen?

Auch die Bewertung des Giftgasangriffs als vermeintliche False-Flag-Aktion ist beunruhigend, zeigt sie doch, wie leicht es ist, eine willfährige Mehrheit der Medien ohne echte Belege hinters Licht zu führen. Qualitätskontrollen scheint es keine mehr zu geben, wenn quotenstarke Bilder von toten Kindern angeboten werden. Bleibt abzuwarten, ob die WELT selbst ihre Schlüsse aus diesem ungewöhnlichen Gastartikel zieht. Ihre kleine Schwester BILD gehörte im April jedenfalls zu den schrillsten Lautsprechern der islamistischen Propaganda.1

Der vollständige Artikel der NACHDENKSEITEN ist ebenfalls als 2. PDF angehängt

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Und hier zum Originaltext:

www.welt.de/politik/ausland/article165905578/Trump-s-Red-Line.html

Trump‘s Red Line

Von Seymour M. Hersh

25.06.2017

President Donald Trump ignored important intelligence reports when he decided to attack Syria after he saw pictures of dying children. Seymour M. Hersh investigated the case of the alleged Sarin gas attack.

On April 6, United States President Donald Trump authorized an early morning Tomahawk missile strike on Shayrat Air Base in central Syria in retaliation for what he said was a deadly nerve agent attack carried out by the Syrian government two days earlier in the rebel-held town of Khan Sheikhoun. Trump issued the order despite having been warned by the U.S. intelligence community that it had found no evidence that the Syrians had used a chemical weapon.

The available intelligence made clear that the Syrians had targeted a jihadist meeting site on April 4 using a Russian-supplied guided bomb equipped with conventional explosives. Details of the attack, including information on its so-called high-value targets, had been provided by the Russians days in advance to American and allied military officials in Doha, whose mission is to coordinate all U.S., allied, Syrian and Russian Air Force operations in the region.

Some American military and intelligence officials were especially distressed by the president’s determination to ignore the evidence. “None of this makes any sense,” one officer told colleagues upon learning of the decision to bomb. “We KNOW that there was no chemical attack … the Russians are furious. Claiming we have the real intel and know the truth … I guess it didn’t matter whether we elected Clinton or Trump.“

Within hours of the April 4 bombing, the world’s media was saturated with photographs and videos from Khan Sheikhoun. Pictures of dead and dying victims, allegedly suffering from the symptoms of nerve gas poisoning, were uploaded to social media by local activists, including the White Helmets, a first responder group known for its close association with the Syrian opposition.

(…)

– full text attached (pdf, 12 p) and available via www.welt.de/politik/ausland/article165905578/Trump-s-Red-Line.html

Ciao Stephan Best

Syrian Gas Attack is a Lie – "Stop Your Governments!" – Russia

Veröffentlicht am 07.04.2017
-= Unten reinkopiert die deutsche Übersetzung von FritztheCat =-

On April 7th, US warships delivered an illegal blow to a Syrian airbase in Homs. Their justification was the recent “chemical weapon” attack on behalf of the Syrian government in Idlib. The Kremlin condemned the strike as an act of aggression against a sovereign state, and a violation of international law. Meanwhile, at the UN, representatives of Western governments attempt to push through a resolution that is based on information taken out of thin air. It includes the removal of Assad, whether or not he was behind the attack.

It is noteworthy, that the only real source of information on what took place, are the videos made by the White Helmets, an infamous propaganda organisation as it pertains to the Syrian civil war. In this clip, Maria Zakharova calls on Western respresenatives/ journalists to hear Russia, and what it has to say. The attack against the Syrian government, much like the Ghouta gas attack in 2013, which precipitated the Syrian civil war, is a giant facade for the military industrial warhawks in the US, to put their money where their mouth is. (youtube)

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“Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, zerlegt hier die Reporterin von CBS. Brillanter geht’s nicht.”

CBS: „Hallo, CBS News. Russland sagt, der Luftangriff auf Khan Sheikhun geschah zwischen 11Uhr30 und 12Uhr30. Sanitäter vor Ort sagen, der Angriff geschah Stunden davor. Wie kommt das?“

Marija Sacharowa: „Richtig – Sie stellen eine brillante Frage. Warum wird diese Frage nicht von jenen gestellt, die den Resolutionsvorschlag zur „Verurteilung des Chemiewaffenangriffs“ beim UN-Sicherheitsrat eingebracht haben?

Sie als CBS-Journalistin sagen, es gäbe hier widersprüchliche Informationen. Wer hat die Aufgabe, die widersprüchlichen Informationen zu untersuchen? Wer? Sicher nicht die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats (UNSC) – ihr Job ist die Politik. Um die richtige Politik bezüglich aller Ereignisse, Zwischenfälle oder Tragödien einzuleiten, benötigen sie den Rat von Experten…Wie erfahren wir, wann, zu welcher Zeit, die Luftangriffe geschahen? Es gibt Experten um das zu untersuchen. Diese Experten müssen wir nicht erfinden – es gibt eine Organisation, die als Teil einer größeren Organisation geschaffen wurde, die alle Vollmachten besitzt, dorthin zu gehen und zu untersuchen, was wirklich vor Ort geschah…

Ich habe eine Frage – warum haben die USA, UK und Frankreich – bei der Schaffung dieses Mechanismus waren sie dabei, jener Experten, die die Grundlagen des Geschehens sammeln sollen, so wie es sich vor Ort präsentiert. Es gibt diese Experten, ich habe den Namen der Organisation schon früher erwähnt…ich kann ihn nochmal heraussuchen…ich rede von der…OPCW Mission zur Beseitigung der Chemiewaffen in Syrien.

Warum wird dieser Mechanismus nicht benutzt? Und warum kommt es zu einer sofortigen politischen Bewertung?

Sie wissen wie die UN arbeitet: bevor man eine Schlussfolgerung zieht, gibt es einen Untersuchungsmechanismus, der vollzogen wird. Die Vertreter verschiedener Organisationen, die sich auf das eine oder andere Gebiet spezialisiert haben, übergeben ihre Ergebnisse den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats. Es gibt zu den Geschehen spezielle Briefings an die eine oder andere UN-Abteilung…Gab es irgendwelche Briefings in dieser Angelegenheit? Nein. Hat jemand ein Briefing verlangt? Nein. Niemand hat irgendwelche Tatsacheninformationen verlangt, nicht einmal zu den Anschuldigungen (vor Ort). Sie sind einfach vor den UNSC marschiert, haben diese Resolution vorgelegt und jetzt warten sie auf die politische Show. Das ist alles.“

CBS: „Ziehen Sie in Betracht dass das Video eine Fälschung ist?“ (Gasangriff)

MS: „Ziehen wir in Betracht … tss … Wissen Sie, wenn wir auf diesem Niveau von Raten oder Wahrsagerei arbeiten, dann stecken wir echt in dieser zweidimensionalen Realität von ‘wir denken/sie denken’ fest – lasst uns herausfinden wer besser denken kann!

Wir sollten nicht raten. Wir haben eine Gruppe von Experten, die vor Ort arbeiten sollten…Warum sind sie nicht dort? Verstehen Sie das?

Nehmen wir ein alltägliches Beispiel – wenn etwas passiert, ein Autounfall oder ein Raub, irgendwas – dann werden CCTV-Bilder ausgewertet, man spricht mit Zeugen. Eine Expertenanalyse wird gemacht, wenn es ein Autounfall ist, dann wird die Bewegung des Fahrzeugs analysiert, um zu erfahren wie der Zusammenstoß geschah. Experten führen diese Arbeit durch. Tut mir leid – dies ist eine äußerst komplizierte Situation, ein Chemiegas-Angriff, wie von unseren westlichen Kollegen behauptet wird…Lassen Sie mich wiederholen – ist das etwas, was Diplomaten an einem runden Tisch untersuchen können? Welche Chemikalie wurde benutzt? Wie wurde der Angriff ausgeführt und zu welcher Zeit? Wie sehen die Beweise dafür aus? Also, wer sollte diese Untersuchung durchführen? Gut, ich könnte es verstehen wenn es für solche Dinge keinen Mechanismus gäbe. Aber es gibt ihn! Warum wird er nicht eingesetzt? Ich kann es beantworten…Wenn er benutzt würde, dann würden diese Leute objektive Informationen an den Tisch bringen. Sie brauchen diese objektiven Informationen nicht! Heute wollen sie eine weitere politische Show, die die „Einheit“ der westlichen Welt bezüglich der Assad-Regierung demonstrieren kann, damit sie weiter für ihre Interessen Einfluss nehmen können. Das ist alles.

Mehr braucht es nicht. Wir erleben das immer wieder. Ein weiteres wichtiges Element bei dem Geschehen ist es, ein Dokument auf den Tisch zu legen, das von Russland ein Veto bekommt (aufgrund der Inkompetenz der Dokuments), um der Welt wieder einmal mitteilen zu können, Russland würde nicht konstruktiv zusammenarbeiten…Wenn wir also sagen: ‘schicken wir doch die Experten los!’, dann hört keiner zu. Wie ist so etwas überhaupt möglich?

Und was die White Helmets betrifft, dann ziehen wir sehr wohl in Betracht, dass einiges von ihrem Material absolut komplett gefälscht ist. Was das konkrete Video anbelangt von dem wir reden – es bedarf einer Experteneinschätzung. Wir haben Gründe, nicht an die Echtheit dieses Videos zu glauben, und wenn es nur einer wäre, dann ist es ihre Geschichte, in der Vergangenheit gefälschtes Material verwendet zu haben. Die Tatsache, dass (die Weißhelme) Teil einer Propagandakampagne sind, die Tatsache, dass diese Organisation als Element einer Propagandakampagne benutzt wird – darüber haben wir überhaupt keine Zweifel. Der Oscar und all die anderen Dinge, der mögliche Friedensnobelpreis – da waren wir schon, wir haben es kommen sehen, wir haben über all das gesprochen. Dazu ist alles gesagt.

Es gibt die Experten und sie sollten arbeiten. Wenn wir Schlussfolgerungen aufgrund politisch aufgeladener Motive ziehen, dann ist es das was wir gerade erleben und weiter erleben werden.“

CBS: „Die Experten können nicht…dorthin…“

MS: „Warum können sie da nicht hin? Warum genau kommen sie da nicht hin? Ist es Damaskus, das es ihnen verbietet? Nein…nein…Es gibt da die Bedrohung durch Militante…“

CBS: „Idlib ist wieder eine ganz andere Situation…dort ist es gefährlich…“

MS: „Und welche Logik steckt dahinter? Wir beschließen bindende Resolutionen, die auf absolut nichts basieren, ja? Ist das nicht verrückt?“

CBS: „Es ist sehr schwierig und gefährlich sich dort aufzuhalten…

MS: „Dann gehen wir halt zu Plan B über – Colin Powell mit einem Teströhrchen! Verstehe ich Sie da richtig? Wenn es zu gefährlich ist um dorthin zu gehen, dann lasst uns halt Entscheidungen aus absolut gefälschten Gründe treffen…aus unserer Sicht haben sie keine Gründe für eine objektive Meinung dazu.

Noch eine Sache – Sie sagen es sei dort gefährlich. Aber wer ist dort (vor dem man sich fürchten muss)? Wer ist in Idlib, der einer Experteneinschätzung der Lage im Weg steht? Wer? Die ‘gemäßigte Opposition’? Aber das sind ‘Gemäßigte’! Sie sind es, die sie gemäßigt nennen, nicht wahr? Sie können doch immer mit ihren Gemäßigten reden, oder nicht? Von der syrischen Regierung habe ich nicht gehört, dass sie die Experten nicht reinlassen würden. Die syrische Regierung sagt nur: Eine internationale Untersuchung ist ein Muss, in Übereinstimmung mit allen UNSC-Entscheidungen und OPCW-Richtlinien usw.

Und was die Moderaten anbelangt – wer setzt sich für die Moderaten ein? Sie wissen das sicher. Warum treffen Sie kein Abkommen mit denen?“

„Lassen Sie mich wiederholen – Ich weiß ganz genau, dass unsere Seite der Story das westliche Publikum nicht erreichen wird. Westliche Diplomaten werden sie hören, aber die westliche Öffentlichkeit wird davon einfach ausgeschlossen.

Hören Sie mir zu, es sind ihre Vertreter, die sich an den UN-Sicherheitsrat wenden werden, sie haben es bereits getan – mit einem Dokument, das komplett gefälscht ist. Es basiert zur Gänze auf falschen Informationen. Das ist Colin Powell und das Teströhrchen, Version Zwei.

Sie werden sich später für ihre Behörden schämen, für deren Taten beim UN-Sicherheitsrat.

Halten Sie ihre Regierungen auf! Das ist meine Bitte an die westlichen Vertreter.“

Marija Sacharowa, 05.04.2017

https://www.theblogcat.de/übersetzungen/pk-mit-sacharowa/