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Die Grenzen der Megamaschine: Globale Krisen und der Kampf um echte Demokratie – Kontext TV

Die Grenzen der Megamaschine: Globale Krisen und der Kampf um echte Demokratie   19.03.2015  Langfassung

Fabian Scheidler, Mitbegründer von Kontext TV, Buchautor („Das Ende der Megamaschine“), Theater- und Opernautor

„In seinem Buch „Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation“ geht Fabian Scheidler den Wurzeln der Zerstörungskräfte nach, die heute die menschliche Zukunft infrage stellen. In einer historischen Spurensuche erzählt er die Vorgeschichte und Genese des kapitalistischen Weltsystems, das vor etwa 500 Jahren in Europa entstand und Mensch und Natur einer radikalen Ausbeutung unterworfen hat. Dieses System sei nicht, wie es der Mythos der Moderne will, aus dem Pioniergeist von Entdeckern und Händlern hervorgegangen, sondern aus einer engen Verflechtung von Kriegswirtschaft, Staatsmacht und Finanziers. Die tiefgreifende Verflechtung von Staaten und Großunternehmen sei bis heute eines der zentralen Hindernisse für die notwendige sozial-ökologische Transformation. Angesichts von Klimachaos, Finanzcrashs und der sich verschärfenden sozialen Spaltung stoße heute ein ganzes Zivilisationsmodell an seine Grenzen.“


	

Ernst WOLFF: Das globale Finanzsystem: Die Titanic auf Kollisionskurs; telepolis / goldseiten, 10./11. Okt. 2015

Von: „Martin Zeis“ <Martin.zeis>
Datum: 11. Oktober 2015 um 14:29:28 MESZ
An: gc-special01%Martin.zeis
Betreff: Ernst WOLFF: Das globale Finanzsystem: Die Titanic auf Kollisionskurs; telepolis / goldseiten, 10./11. Okt. 2015

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 11.10.2015

globalcrisis/globalchange NEWS

Martin Zeis, 11.10.2015

 

— der vollständige Text findet sich im Anhang, siehe auch die Anmerkung am Schluss des Textauszugs —

 

http://www.goldseiten.de/artikel/261670–Das-globale-Finanzsystem~-Die-Titanic-auf-Kollisionskurs.html

http://www.heise.de/tp/artikel/46/46223/1.html

 

Das globale Finanzsystem: Die Titanic auf Kollisionskurs

von Ernst Wolff *

telepolis / goldseiten

10. / 11.10.2015

 

Sich im Gestrüpp der unendlich vielen widersprüchlichen Wirtschafts- und Finanzmeldungen zurechtzufinden, ist zurzeit so gut wie unmöglich. Entweder wird die Apokalypse beschworen oder es heißt, die Welt sei in bester Ordnung und es gebe keinen Grund zur Beunruhigung.

   Auch die Ökonomen der verschiedensten Richtungen sind ratlos, weil keine der herkömmlichen Theorien die Entwicklung an den Märkten mehr erklären kann. Aktienkurse steigen, während die Realwirtschaft stagniert oder gar schrumpft. Der Goldpreis fällt, obwohl das Geld in nie dagewesener Weise entwertet wird. Trotz einem immer schneller wachsenden globalen Schuldenberg werden Investoren vor allem in Schwellenländern zu immer größerer Schuldenaufnahme animiert.

 

Eine Orgie der Spekulation

Was steckt dahinter? Ganz einfach: Spekulation und Manipulation. Die großen Finanzinstitutionen nutzen ihre Einstufung als „too big to fail“, um hemmungsloser denn je zuvor am Rad des Casino-Kapitalismus zu drehen. Unter Einsatz riesiger Geldsummen, die ihnen von den Zentralbanken zu Nahe-Null-Zinsen zur Verfügung gestellt werden, manipulieren sie die Märkte mittlerweile nach Belieben.

   Aktienkurse schießen nicht etwa deswegen in die Höhe, weil Unternehmen wirtschaftliche Erfolge vorweisen, sondern weil das Management billiges Geld einsetzt, um eigene Aktien zurückzukaufen und ihren Kurs so in die Höhe zu treiben. Der Preis von Staatsanleihen und ihr ihr Zinsniveau spiegeln nicht einmal annähernd den wirtschaftlichen Zustand des Ausgeberlandes wider, da sie von den Zentralbanken ohne Rücksicht auf Verluste zur Stabilisierung des Systems blind aufgekauft werden.

   Auch der Preis von Edelmetallen entspricht nicht einmal entfernt ihrem wahren Wert, da sie überwiegend nicht in physischer Form, sondern in Papierform und damit in einem Volumen, das um ein Zigfaches über ihren tatsächlichen Bestand hinausgeht, gehandelt werden. (…)

 

Die Vorkehrungen für den Notfall laufen auf Hochtouren

Sind Finanzindustrie und Politik also am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen? Steht der Crash unmittelbar bevor? Die Vorbereitungen sind jedenfalls getroffen: So ist inzwischen fast überall das Prinzip des Bail-In gesetzlich verankert. Mit ihm sollen Finanzinstitutionen nicht mehr wie beim Bail-out durch Steuergelder, sondern durch das Heranziehen der Vermögen von Anlegern, Sparern und Aktionären gerettet werden. (…)

   Vergleicht man die Phase, in der sich die Weltwirtschaft und das globale Finanzsystem derzeit befinden, mit der letzten Fahrt der Titanic, so lässt sich feststellen: Die Kapelle spielt und die Passagiere tanzen, aber das Schiff ist dem Eisberg bereits so nah, dass auch das kühnste Manöver des Kapitäns den Aufprall nicht mehr verhindern kann… (…)

 

* Ernst WOLFF – Autor des Buchs: Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs; ISBN 978-3-8288-3329-6, 234 Seiten, Klappenbroschur, Tectum Verlag 2014, 17,95 €

 

… weitere interessante Ausführungen Wolffs zum Thema finden sich in der dreistündigen Gesprächsrunde „Positionen 02“, die unter https://www.youtube.com/watch?v=yfJ-bNUmVPM&sns=em abgerufen werden kann und die von Albrecht MÜLLER (NachDenkSeiten und Teilnehmer der Runde) kurz besprochen wurde, vgl. http://www.nachdenkseiten.de/?p=27759

WOLFF-Titanic-auf-Kollisionskurs151011.pdf

Wie nah am Abgrund steht das globale Finanzsystem – TP 

Wie nah am Abgrund steht das globale Finanzsystem?

Ernst Wolff 24.05.2015

Eine Umkehr ist ausgeschlossen, da die Politik nicht zur Abschreibung riesiger Schuldenberge und die Finanzaristokratie nicht zum Verzicht auf gigantische Vermögen bereit ist

„The big one“ ist der Begriff für das ganz große Erdbeben, das seit über einhundert Jahren in Kalifornien erwartet wird. Als „the big one“ könnte man auch den bevorstehenden und mittlerweile unausweichlichen Crash des Weltfinanzsystems bezeichnen. 

Beide Ereignisse haben eines gemeinsam: Man weiß, dass sie eintreten werden, kann den Zeitpunkt des Eintritts aber nicht genau vorhersagen. Neben diesen Parallelen gibt es aber auch einen wesentlichen Unterschied: Während die Verschiebung tektonischer Platten nur von Erdbebenforschern verstanden wird, lässt sich das Finanzsystem zumindest in groben Zügen auch ohne Volkswirtschaftsstudium begreifen. Versuchen wir also, die derzeitige Situation geschichtlich einzuordnen und herauszufinden, an welchem Punkt der Entwicklung wir inzwischen angekommen sind. 

Die Grundzüge unseres Finanzsystems

Unser gegenwärtiges Finanzsystem geht auf die Konferenz von Bretton Woods im Jahr 1944 zurück. Sie machte den an Gold gebundenen US-Dollar zur weltweiten Leitwährung und verschaffte den USA als stärkster Siegermacht Zugang zu allen Märkten der westlichen Welt. 1971 zwang die ausufernde Zunahme der Dollarmenge die US-Regierung, die Goldbindung des Dollars zu lösen. (…)

http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/45/45024/1.html

Obama destabilisiert Europas Ökonomie: Die Sanktionen vertiefen die Rezession- James Petras 24.08.2014

Auf dem Blog von Einar Schlereth findet sich der ins Deutsche übersetzte Text von James Petras
Zerstörung von Obst

Obama destabilisiert Europas Ökonomie: Die Sanktionen vertiefen die Rezession
James Petras
24. August 2014

Obama übte aktiv auf Europa Druck aus, um Russland harte Sanktionen aufzuerlegen, um die gewaltsame Übernahme (‚Regime-Wechsel‘) in der Ukraine zu verteidigen. England, Frankreich, Deutschland und der Rest der europäischen Regime gaben Washingtons Forderungen nach. Russland antwortete mit Gegensanktionen, insbesondere Landwirtschaftsgüter und entwickelt alternative Handelspartner sowie zunehmenden Handel mit Chinaa, Iran, Lateinamerika und Afrika.Die Sanktionspolitik geschieht zu einer Zeit, als Europas Ökonomien in tiefer ökonomischer Krise steckten, was eine langfristige Stagnation und chronische Rezessen vertieft. Dieser Aufsatz wird die Krise identifizieren und anlysieren und wie die US-geführte Sanktionspolitik die EU spaltet.

Zweitens werden wir analysieren, wie Washingtons militaristische imperiale Politik ökonomisch unterminiert und den Rest der Welt militärisch destabilisiert. Drittens werden wir diskutieren, wie die europäischen Führer von Washington herumgeschubst werden und, um es grob auszudrücken, durch einen aggressiven ‚Fick-Prozess‘, ihre ökonomische Souveränität aufzugeben und die Kapitulation vor dem US-Projekt in der Ukraine zu ihrem langfristigen Niedergang und Zerfall führen wird. Schließlich werden wir die langfristigen Perspektiven diskutieren für eine neu-gestaltete Welt-Ökonomie, wo militärische Konflikte zu sehr große Veränderungen erzeugen können.

Von Stagnation zur Rezession, von Sanktionen zur Depression

In ganz Europa ohne Ausnahme hemmt die Rezession die Ökonomien. Die dominierenden Länder, Deutschland, Frankreich und Italien stecken im Sumpf der Rezession, der durch die Russland von Washington diktierten Sanktionen noch verstärkt wird. Vom nordischen Finnland über die baltischen Staaten bis Zentral- und Südeuropa ist die ‚Erholung‘ der Eurozone ‚kaputt‘!

Der ‚dreifache Fluch‘ von kapitalistischen De-Investitionen, ökonomischen Sanktionen und Kriegen hat eine Vertiefung der ökonomischen Krise provoziert. (…)

http://einarschlereth.blogspot.de/2014/08/obama-destabilisiert-europas-okonomie.html