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Leiser Optimismus im Mittleren Osten? — Jens Wernicke

Der australische Politologe Tim Anderson hat ein fundiertes Buch über den Krieg in Syrien und über die Manipulationen dieses Krieges vorgelegt. Er sieht Kräfte im Mittleren Osten im Aufstieg, die das Potential für eine neue Friedensordnung in sich bergen könnten. Von Jens Wernicke. Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=34722

über Leiser Optimismus im Mittleren Osten? — Jens Wernicke

Robert F. KENNEDY: Warum die Araber uns in Syrien nicht wollen

Guten Tag zusammen,

die „Nachdenkseiten“ veröffentlichen einen längeren Bericht von Robert F. Kennedy Jr. über die Interventionen der USA (namentlich der CIA) in Syrien seit 1949 und anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Obwohl im Allgemeinen bekannt, sind die von Kennedy so genannten „schmutzigen Details“ von Bedeutung, um die jahrzehntelange Blutspur zu verfolgen und vor dem Hintergrund des Vorgehens in der Vergangenheit in aktuellen Geschehnissen die „Handschrift“ der CIA im Verbund mit „Big Oil“ zu erkennen und sich keiner gefährlichen Naivität hinzugeben. Darüber hinaus entlarvt sich die deutsche und europäische Flucht- und Fluchtursachendebatte vollkommen als Popanz.

ennedys Schlussfolgerungen sind angesichts der dargelegten Fakten allerdings zögerlich und unzureichend: „Sobald wir diesem Konflikt die humanitäre Patina abstreifen und erkennen, dass es ein Krieg um Öl ist, wird unsere außenpolitische Strategie klar. So wie die Syrer nach Europa fliehen, will kein Amerikaner sein Kind für Pipelines in den Tod schicken. Daher sollte unsere erste, noch nie erwähnte Priorität sein, unsere Tankstelle [wörtlich: „Mideast Oil jones“] im Mittleren Osten loszuwerden – ein erreichbareres Ziel, indem die USA immer unabhängiger im Energiesektor werden. Danach müssen wir unsere Militärpräsenz im Nahen Osten drastisch reduzieren und die Araber Arabien regieren lassen.“

Auszüge aus dem Text sind unten einkopiert, der Gesamttext als pdf-Datei im Anhang.

Viele Grüße

Elke Schenk

globalcrisis/globalchange NEWS

http://www.nachdenkseiten.de/?p=32213

Sie hassen uns nicht für „unsere Freiheit“. Sie hassen, dass wir unsere Ideale in ihren Ländern verraten haben – für Öl.

Robert F. Kennedy, Jr. vom 23.02.2016 in „politico.eu

Amerika blickt auf eine unappetitliche Tradition an gewalttätigen Interventionen in Syrien zurück. Dies ist dem amerikanischen Volk wenig bekannt, dafür umso mehr jedoch den Syrern. Diese Ereignisse bereiteten den fruchtbaren Boden für den gewaltsamen Islamischen Dschihad, der jetzt eine wirksame Antwort unserer Regierung auf die Herausforderung von ISIL erschwert. Solange sich die amerikanische Öffentlichkeit und Politiker dieser Vergangenheit nicht bewusst sind, verschärfen weitere Eingriffe nur die Krise.

Um diese Dynamik verstehen zu können, müssen wir die Geschichte aus der syrischen Perspektive und insbesondere die Wurzeln des aktuellen Konflikts betrachten. Lange bevor unsere Besetzung des Iraks 2003 sunnitische Aufstände auslöste, die die Gestalt des Islamischen Staat annahmen, hatte die CIA den gewaltsamen Djihad als Waffe des Kalten Kriegs genährt und dadurch giftiges Gepäck verschickt, das die Beziehungen zwischen Syrien und der USA belastet.

Dies geschah in den USA nicht ohne Kontroverse. Nach einem gescheiterten Putsch der CIA in Syrien, brachte im Juli 1957 mein Onkel, Senator John F. Kennedy, das Weiße Haus samt Präsident Eisenhower, die Führer der beiden Parteien und unsere europäischen Verbündeten gleichzeitig mit einer historischen Rede auf, in der er das Recht auf Selbstbestimmung in der arabischen Welt und ein Ende der amerikanischen imperialistischen Einmischung in den arabischen Ländern befürwortete. …

Kennedys Rede war ein Aufruf zur Neuausrichtung Amerikas auf die hohen Werte unseres Landes, die in der Atlantik-Charta festgeschrieben sind; die formelle Zusage, dass alle ehemaligen europäischen Kolonien nach dem Ersten Weltkrieg das Recht auf Selbstbestimmung haben würden. Franklin D. Roosevelt hatte Winston Churchill und die anderen Führer der Alliierten dazu gedrängt, die Atlantik-Charta im Jahre 1941 als Voraussetzung für die US-Unterstützung in dem europäischen Krieg gegen den Faschismus zu unterzeichnen.

Dank Allan Dulles und der CIA, deren außenpolitische Intrigen oftmals im direkten Widerspruch zur erklärten Politik standen, wurde der in der Atlantik-Charta skizzierte idealistische Weg nicht eingeschlagen. Im Jahr 1957 setzte mein Großvater, Botschafter Joseph P. Kennedy, auf einen geheimen Ausschuss zur Untersuchung des illegalen Treibens der CIA im Nahen Osten. Der sogenannte „Bruce-Lovett Report“, dessen Unterzeichner er war, beschrieb CIA-Umsturzpläne in Jordanien, Syrien, Iran, Irak und Ägypten, die alle auf der arabischen Seite allgemein bekannt waren. Den amerikanischen Bürgern blieben sie so gut wie unbekannt und man glaubte auch den Dementis unserer Regierung.

Damit die Amerikaner wirklich verstehen, was vor sich geht, ist es wichtig auf einige Details der schäbigen, aber kaum in Erinnerung gebliebenen Geschichte zurückzublicken. In den 1950er Jahren ließen Präsident Eisenhower und die Dulles-Brüder (CIA-Direktor Allen Dulles und Außenminister John Foster Dulles) Vertragsvorschläge der Sowjets abblitzen, den Nahen Osten in eine neutrale Zone umzuwandeln und Arabien von Arabern regieren zu lassen. Stattdessen starteten sie einen geheimen Krieg gegen den arabischen Nationalismus, den CIA-Direktor Allen Dulles mit dem Kommunismus gleichsetzte; insbesondere dann, wenn die arabische Selbstbestimmung Ölkonzessionen bedrohte. Sie leiteten heimlich amerikanische Militärhilfe zu Tyrannen in Saudi Arabien, Jordanien, Irak und den Libanon; offenbar betrachtete man die konservativ djihadistische Ideologie als zuverlässiges Gegenmittel gegen den sowjetischen Marxismus. Bei einem Treffen im Weißen Haus im September 1957 zwischen dem Planungsdirektor der CIA, Frank Wisner und John Foster Dulles empfahl Eisenhower entsprechend einer Aufzeichnung seines Büroleiters General Andrew J. Goodpaster der Agentur: „Wir sollten alles tun, um den Aspekt des „heiligen Kriegs“ zu betonen“.

Die CIA begann 1949 mit der aktiven Einmischung in Syrien – knapp ein Jahr nachdem die Agentur gegründet worden war. Syrische Patrioten erklärten den Nazis den Krieg, vertrieben das Vichy-Regime und begannen eine fragile säkulare Demokratie nach amerikanischem Vorbild aufzubauen. Aber im März 1949 zögerte der demokratisch gewählte Präsident von Syrien Shukri al-Quwatli die Transarabische Pipeline zu genehmigen – ein amerikanisches Projekt, das die Ölfelder von Saudi-Arabien über Syrien mit den Häfen des Libanon verbinden sollte. In seinem Buch „CIA. Die ganze Geschichte “ erzählt der CIA-Historiker Tim Weiner, dass die CIA als Vergeltung für al-Quwatlis Mangel an Begeisterung für die US-Pipeline einen Putsch anzettelte, um ihn mit einem von der CIA handverlesenen Diktator, einem verurteilten Betrüger namens Husni al Za’im, zu ersetzen. Al-Za’im, hatte, nur viereinhalb Monaten an der Regierung, kaum Zeit, das Parlament aufzulösen und die amerikanische Pipeline zu genehmigen, bevor seine Landsleute ihn abgesetzt haben.

KENNEDY-Geschichte-US-Interventionen-in-Syrien-NDS2016_03_17.pdf

Jörg Kronauer: Terror zu wessen Nutzen?

Vortrag Jörg Kronauer: Terror zu wessen Nutzen? 25.1.2016 München

Veröffentlicht am 27.01.2016

Zur Interessenkonfrontation zwischen NATO, Russland, dem IS und Saudi-Arabien in Syrien.
Wer ist der sogenannte „Islamische Staat“ (IS)? Wer hat ihn unterstützt und nutzen wollen? Warum greift die Bundesregierung mit bewaffneten Truppen ein? Wer steht an ihrer Seite? Und welche Rolle spielt Russland (Putin und die Achse Moskau-Peking) in dieser Auseinandersetzung?
Ein Vortrag des Sozialwissenschaftlers und freien Journalisten Jörg Kronauer am 25. Januar 2016 in München. Er publiziert zur extremen Rechten und zur deutschen Außenpolitik. Redakteur von Informationen zur deutschen Außenpolitik (german-foreign-policy.de) und veröffentlicht regelmäßig in jungeWelt, konkret und anderen Printmedien. Er lebt in London.

Das Chaos im Mittleren Osten hat seine Gründe

Der Westen ist für das Schlamassel mit verantwortlich. Es ist Zeit, in den Spiegel zu schauen. Vorschläge von Jeffrey D. Sachs. 01.01.2015

Quelle: Das Chaos im Mittleren Osten hat seine Gründe

Der Autor ist Professor für nachhaltige Entwicklung, Professor für Wirtschaftspolitik und Management, Direktor des Earth Institute an der Columbia University. Er ist auch Direktor des Uno-Netzwerkes für nachhaltige Entwicklungslösungen.

Original Artikel: Infosperber.ch

http://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Jeffrey-D-Sachs–Chaos-im-Mittleren-Osten-hat-seine-Grunde

Beitrag aus «The Jordan Times» hat Uwe Böhm für Infosperber übersetzt

 

Gestaltungsmacht in Mittelost (I, II)9.12.2015

Gestaltungsmacht in Mittelost (I) 09.12.2015
German foreign politics

BAGDAD/ERBIL/BERLIN (Eigener Bericht) – Deutschland steigt mit seinem Kriegseinsatz in Syrien und im Irak zur „Gestaltungsmacht im Nahen und Mittleren Osten“ auf. Dies erklärt ein Regierungsberater von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Demnach werde die in der vergangenen Woche beschlossene Syrien-Intervention der Bundeswehr womöglich zehn Jahre andauern und mit dem Bemühen um „eine langfristige politische Neuordnung“ der gesamten Region verbunden sein. Als Eckpunkte für eine derartige „Neuordnung“ können die militärischen Verbände gelten, die die Bundesregierung als Bodentruppen für den Krieg gegen den „Islamischen Staat“ (IS, Daesh) ausrüstet und trainiert. Im Irak sind dies die Milizen der nordirakisch-kurdischen Regionalregierung, während die regulären Streitkräfte von Berlin kaum unterstützt werden: Die Regierung in Bagdad verfügt über gute Beziehungen zu Iran und zu Russland, während die nordirakisch-kurdische Regionalregierung als loyal gegenüber dem Westen gilt. Der Präsident der Regionalregierung, Masud Barsani, mit dem Außenminister Frank-Walter Steinmeier am gestrigen Dienstag zusammengetroffen ist, hält sich seit August illegal per kaltem Putsch im Amt und lässt Proteste blutig niederschlagen. Die Aufrüstung seiner Peschmerga durch Berlin versetzt ihn auf lange Sicht in die Lage, einen Staat „Irakisch-Kurdistan“ auszurufen. (…)

Gestaltungsmacht in Mittelost (II) 10.12.2015

DAMASKUS/BERLIN (Eigener Bericht) – Am heutigen Donnerstag brechen die ersten Soldaten der Bundeswehr in den Krieg gegen den „Islamischen Staat“ (IS, Daesh) auf. Die Kriegsbeteiligung, die die Bundesrepublik laut Einschätzung von Regierungsberatern zur „Gestaltungsmacht im Nahen und Mittleren Osten“ aufsteigen lässt, sichert Berlin eine stärkere Einbindung in die wichtigsten Kommandozentralen der westlichen Kriegskoalition gegen den IS/Daesh. Darüber hinaus verschafft sie der Bundesregierung stärkeres Gewicht im internationalen Machtkampf um die Neuordnung des Nahen und Mittleren Ostens. Zur Debatte steht unter anderem die Errichtung eines internationalen Protektorats. Für Anfang Januar sind erste Verhandlungen zwischen der Regierung von Präsident Bashar al Assad, der syrischen Opposition und aufständischen Milizen vorgesehen. Unter dem Beifall der Bundesregierung bereiten sich zur Zeit syrische Oppositionelle und Milizionäre in Riad auf die Verhandlungen vor. Nicht eingeladen hat die saudische Führung unter anderem Vertreter der nordsyrisch-kurdischen Kräfte, die eine zentrale Rolle im Krieg gegen den IS/Daesh einnehmen. Statt ihrer nehmen jihadistische Gotteskrieger an den Oppositionsgesprächen in Riad teil. Beide Teilartikel finden sich als Original:

http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59269

http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59270

Mohssen MASSARRAT: IS – Hintergruende – USA – Mittlerer Osten – Ziele der „humanitaeren“ Hilfe des Westens …

Anfang der weitergeleiteten E‑Mail:

Von: „Martin Zeis“ <Martin.zeis>
Datum: 4. September 2014 10:30:19 MESZ
An: gc-special01%Martin.zeis
Betreff: Mohssen MASSARRAT: IS – Hintergruende – USA – Mittlerer Osten – Ziele der „humanitaeren“ Hilfe des Westens …

www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20734
Die USA wollen keine „humanitäre Hilfe“ gegen die „IS“ leisten –
Ziel ist die US-Hegemonie in der Region
von Mohssen Massarrat
Online-Flyer Nr. 474 vom 03.09.2014

www.nachdenkseiten.de/?p=23047
Titel: Die Bekämpfung des sogenannten „Islamischen Staates“ liegt allein in der Hand der betroffenen Staaten
von Mohssen Massarrat
Datum: 29. August 2014 um 16:17 Uhr

Im Folgenden wird der Anfang des Aufsatzes von Mohssen Massarrat (1), der von ihm am 25.08.2014 gepostet wurde, dokumentiert – im Anhang die Printfassung des Textes auf den NachDenkSeiten (29.08.2014) und bei der Neuen Rheinischen Zeitung (03.09.2014).

„Die bisher schwerste Krise im Mittleren Osten, die militärische Eroberung des sogenannten „Islamischen Staates“ im Irak und in Syrien ist in eine äußerst absurde Phase eingetreten. Die europäischen Staaten sind im Begriff, den Vereinigten Staaten von Amerika zu folgen und die autonome Kurdenregion, die unter der Kontrolle von Mustafa Barzani steht, mit umfangreichen Waffenlieferungen zu stärken. Als Begründung wird „humanitäre Hilfe“ angeführt. Sie wollen angeblich helfen, einen Völkermord an den Yeziden zu verhindern. Um die öffentliche Meinung in Deutschland für eine angebliche Ausnahmereglung für Waffenexporte in eine Krisenregion umzustimmen, besuchte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier demonstrativ und mit starker Medienbegleitung vor Ort eine sichtlich vom Leid geprägte yezidische Opferfamilie. Jedem sollte so die Dringlichkeit deutscher Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak ans Herz gelegt werden. Die deutsche Bundesregierung, die übrigen Regierungen des Westens und ihre Medien erwecken mit Nachdruck den Eindruck, dass die Waffenlieferung an die irakischen Kurden die einzige Möglichkeit darstellt, der drohenden Katastrophe vorzubeugen. Alle anderen kurz- und langfristigen Alternativen werden nicht einmal in Erwägung gezogen. Auch alle Hinweise der Experten auf dramatische Folgen einer militärischen Unterstützung der irakischen Kurden werden systematisch ignoriert. Schon deshalb setzen sich die westlichen Regierungen aus meiner Sicht dem Verdacht aus, mit humanitären Motiven zum Schutze der Yeziden einen neuen Vorwand zu konstruieren, um ausschließlich eigene Interessen durchzusetzen:

Die USA nutzen die unbestreitbar bestehende Bedrohung der brutalen „IS“-Kämpfer dazu, um ihr im Mittleren Osten massiv beschädigtes Image aufzupolieren und gleichzeitig zu unterstreichen, warum ihre weitere militärische Präsenz in der Region unabdingbar ist. Dabei ist die eigentliche Erfinderin der „IS“ keine geringere als die ehemalige US-Außenministerin Condoleeza Rice, die 2006, auf dem Höhepunkt der us-iranischen Konflikteskalation, in der saudiarabischen Hauptstadt Riad, mit Verweis auf den durch den Iran gegen die arabische Sunniten angeblich aufgebauten schiitischen Gürtel, alle sunnitische Staaten aufgefordert hat, möglichst rasch ihren eigenen sunnitischen Gürtel ins Leben zu rufen. Fortan erhielt die libanesische Regierung Militärhilfe mit dem ausdrücklichen Zweck der Eindämmung der schiitischen Hisbollah im Libanon. Fortan machte sich auch der saudische Geheimdienstchef, der berüchtigte Prinz Bandar, an die Arbeit. Das Ergebnis sind die wie Pilze aus dem Boden gestampften brutalen Gruppen wie Al-Nusra und „ISIS“ gegen die Assad-Regierung in Syrien. Und das Ergebnis des Condoleeza-Rice-Plans von 2006 ist letztlich auch die barbarische „IS“-Gruppe, die in der gesamten Geschichte des Islams ihresgleichen sucht.

Die deutsche politische Elite macht sich ganz besonders seit dem Beginn dieses Jahres stark für „mehr Verantwortung“ in der Weltpolitik. Dazu sollen sowohl Restriktionen bei den Waffenexporten in Krisenregionen aufgeweicht, wie aber auch die parlamentarischen Hürden für die sogenannten humanitären Interventionen beiseite geschoben werden. Seitdem werden auch massive Versuche unternommen, die moralischen Bedenken aus dem kollektiven Gedächtnis der Deutschen auszuradieren, damit sich Deutschland in Zukunft hemmungsloser als bisher an den internationalen Kriegseinsätzen beteiligen kann. Der drohende Völkermord an der yezidischen Minderheit im Nordirak wurde deshalb geschickt von einflussreichen Medien zum innenpolitischen Thema Nr. 1 hochstilisiert. Die Glaubwürdigkeit der humanitären Motive der deutschen Bundesregierung kann daran gemessen werden, dass dieselbe Regierung zu Israels Gräueltaten in Gaza, die zur gleichen Zeit vonstatten gehen, kein einziges Wort verschwendet. Zum Leid der Palästinenser wird geschwiegen und das Leid der Yeziden wird für die eigene Politik missbraucht. Das ist eine erschreckende Heuchelei.

Die vier betroffenen Staaten: Irak, Syrien, Türkei und Iran wären gut beraten, eine erneute Intervention der USA und anderer westlicher Staaten in den Mittleren Osten nicht zuzulassen. Der Westen wird das Übel von „IS“, das dieser selbst geschaffen hat, nicht beseitigen. Er wird vielmehr das Chaos in der Region weiter verstärken.

(…)

Massarat-IS-Ziel-US-Hegemonie-im-Mittleren-Osten140903.pdf
Massarrat-IS-Hintergruende140825.pdf