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Hybrid Wars 5. Breaking the Balkans (II) | Oriental Review

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Quelle: Hybrid Wars 5. Breaking the Balkans (II) | Oriental Review

Kai EHLERS: Apropos Sanktionen: Ein Blick auf Russlands Ressourcen; 26.10.2015

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 28.10.2015

Hallo zusammen,

nach seiner jüngsten Sommerreise in Russland hat sich Kai Ehlers mit einem fulminanten Text zur russischen Geschichte, den Besonderheiten des Landes und der Untauglichkeit, dieses Land und seine Menschen in Knie zwingen zu wollen, zu Wort gemeldet.

Der vollständige Text ist erreichbar über die folgende URL und im Anhang (pdf, 8 Seiten).

Grüße,
Martin Zeis

http://kai-ehlers.de/2015/10/apropos-sanktionen-ein-blick-auf-russlands-ressourcen/
Apropos Sanktionen: Ein Blick auf Russlands Ressourcen
Von Kai Ehlers [*]

nachgedruckt in NDS 27.10.2015

Nach vorübergehender Annäherung zwischen Russland und dem Westen, speziell der EU, lautet die herrschende Frage des Westens heute wieder, ob die Welt Angst vor Russland haben müsse. Wer glaubte, Russland fünfundzwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder auf die Knie zwingen und zu einer Erdöl liefernden Regionalmacht, gar Kolonie herabstufen zu können, sieht sich getäuscht. Wieder einmal, muss hinzugefügt werden. Schon Napoleon, später Hitler unterlagen dieser Täuschung. Jetzt hat Russland den Erweiterungs-Offensiven der EU und der NATO ein klares Njet entgegengesetzt, verwandelt die vom Westen gegen das Land verhängten Sanktionen und Isolierungsversuche in neue eigene Entwicklungsschübe und festigt sein Bündnissystems mit den aus der US-Hegemonie heraustretenden Neuen Welt.

  • Woher nimmt Russland die Kraft der „Weltgemeinschaft“ auf diese Weise zu trotzen?
  • Wie erklärt sich die Russland-Phobie der USA – obwohl doch „einzige Weltmacht“?
  • Wovor fürchtet sich die EU – obwohl doch im Besitz der höchsten zivilisatorischen Werte?

Doppelt gestaffelte Autarkie
Die Antwort ist umwerfend einfach, dabei jedoch, wie es scheint, ebenso schwer zu verstehen wie sie einfach ist: Sie liegt – wenn man sich nicht nur an der Person Wladimir Putins aufhalten will – in Russlands Möglichkeit zur Autarkie. Die russische Autarkie ist doppelt begründet. Das sind zum einen die natürlichen Ressourcen der eurasischen Weite: Gas, Öl, Erze, Wald, Tiere usw.; es sind zum zweiten die sozio-ökonomischen Ressourcen, die aus der Fähigkeit der russischen Bevölkerung zur Eigenversorgung und den damit verbundenen, ins Land eingewachsenen kulturgeo-grafischen Strukturen folgen. Dazu gehört als besonderes Element auch noch die Vielfalt der in Russland lebenden Völker, die zusammen einen Organismus bilden, in dem Zentrum und Autonomie sich noch einmal unterhalb der staatlichen Verwal-tungsstrukturen in besonderer Weise ergänzen. …

Basis der Autarkie – extreme Bedingungen …
Asiatische Produktionsweise …
Russlands Besonderheiten …
Modernisierungsetappen: Stolypin, Lenin, Stalin …
Heute …
Putin …
Internationale Kraftlinien …

Unter all diesen Bedingungen haben die Westmächte, wenn sie Russland klein hal-ten wollen, statt ein starkes Russland als Chance für einen zukünftigen Weltfrieden zu begreifen, nur wenige Optionen. Eine erneute Destabilisierung Russlands auf dem jetzigen Niveau wäre gleichbedeutend mit einer Destabilisierung des Weltmarktes und der internationalen Beziehungen. Eine direkte militärische Zerstörung Russ-lands, die mehr bewirken sollte als nur eine vorübergehende Lähmung des Landes auf dem Niveau der Selbstversorgung wäre angesichts atomarer Bewaffnung der möglichen Kontrahenten gleichbedeutend mit einer Zerstörung der Welt. Daran können selbst größenwahnsinnige Noch-Hegemonisten kein Interesse haben. Was außerhalb rationaler Interessen geschieht, ist eine andere Frage, über die zu speku-

[«*] Kai Ehlers ist Journalist, Publizist und Schriftsteller. Sein Spezialgebiet ist die politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des post-sowjetischen Raumes. Viele seiner Artikel sind auf der Seite Kai-Ehlers.de nachzulesen – www.kai-ehlers.de.

EHLERS-Blick-auf-Russlands-Ressourcen151027.pdf

Die Geschichte der Ukraine – Konkurrierende Narrative | Andreas Kappeler | SWR Tele-Akademie

Veröffentlicht am 03.03.2015

http://www.tele-akademie.de – Seit 23 Jahren existiert die Ukraine als unabhängiger Nationalstaat. Im Russland-Ukraine-Konflikt stehen sich unterschiedliche Interpretationen der ukrainischen Geschichte gegenüber

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STRATFOR: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert war Bündnis Russland+Deutschland zu verhindern Veröffentlicht am 12.03.2015

https://www.youtube.com/watch?v=oaL5wCY99l8

STRATFOR: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert war Bündnis Russland+Deutschland zu verhindern

Veröffentlicht am 12.03.2015

„4 Februar 2015. Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.) George Friedman in einem Vortrag für The Chicago Council on Global Affairs 1) über die geopolitischen Hintergründe der gegenwärtigen Ukraine-Krise und globalen Situation insgesamt.“

 

Unter dem angegebenen Link finden sich Ausschnitte aus der Diskussion (ca 13 min) mit deutschen Untertiteln versehen.

Friedman belegt mit seinen Ausführungen die geopolitische Strategie des früheren US-Sicherheitsberaters Zbigniew Brzezinski.

Der Kanal „Deutschland und Russland“, der das Video veröffentlicht hat, ergänzt eine eindrückliche Karte zum von US-Seite geplanten Sperrriegel vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer, vor dem auch Willy Wimmer zuletzt mehrfach warnte.

 

Die von deutschen Journalisten betriebene Webseite russland.ru hat das Video auch aufgegriffen und ergänzt:

http://www.russland.ru/usa-verhindern-zusammenarbeit-deutschland-russland-mit-video/

„Bereits im Jahr 2006 wies russland.RU in der Analyse „Negative Berichterstattung über Russland – Pressefreiheit in Deutschland “made in USA”?“ , auf eine Aussage des ehemaligen US-Außenministers und politischen Berater von US-Regierungen, Henry Kissinger, hin.

Die Aussage sollte verdeutlichen, welche Interesssen die USA an dem Verhältnis Deutschland – Russland haben.

“Zweimal im Zeitraum von nur einer Generation führte Amerika Kriege, weil amerikanische Staatsführer davon überzeugt waren, daß die Vorherrschaft einer einzelnen feindseligen Macht in Europa eine Bedrohung der amerikanischen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen darstellte.“ Auch nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und der dadurch bedingten Veränderung, schrieb Kissinger 1991, „es kann in niemandes Interesse liegen, wenn sich Deutschland und Rußland gegenseitig als Hauptverbündete betrachten. Wenn sich beide Mächte zu nahe kommen, besteht die Gefahr der Hegemonie.“

Albrecht Müller, Gründer der „Nachdenkseiten“ greift den Vortrag unter dem Titel auf: „„Der Tod kommt aus Amerika“ und die Bestätigung durch den Chef von STRATFOR“ (s. Anhang)

 

http://www.nachdenkseiten.de/?p=25398

Albrecht MÜLLER, 13. März 2015 um 16:50 Uhr

„Der Tod kommt aus Amerika“ und die Bestätigung durch den Chef von STRATFOR

Hier werden Handlungsanweisungen für die US-Sicherheits- und Außenpolitik geäußert, die durch die praktische Politik der USA erstaunlich weitgehend bestätigt werden und die man zugleich als zynisch und menschenverachtend werten muss, jedenfalls tödlich für 100tausende Menschen. Wenn Sie sich die Äußerungen von Friedmann anhören, dann werden Sie manche Schritte und Schachzüge der US-Politik und der dahinter steckenden, von den Republikanern geprägten Ideologie besser einordnen können. Sie werden Äußerungen von Kritikern bestätigt sehen, die von der herrschenden Meinung in Deutschland als antiamerikanisch abgetan werden. …

Es geht dabei nicht nur um das als bedrohlich dargestellte und deshalb zu verhindernde Bündnis Russland + Deutschland. Man erfährt auch einiges

* über den Charakter einer imperialistischen Politik,

* über die Hintergründe der US-Ukraine-Politik,

* über die Rolle des Gürtels von den baltischen Staaten bis zum Schwarzen und Kaspischen Meer – übrigens eine Bestätigung dessen, was Willy Wimmer in einem Brief an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Ergebnis einer Tagung in Bratislava berichtet hat. Siehe hier im Nachtrag,

* über das Vorgehen der USA jenseits und unter Umgehung der NATO und der Europäischen Union insgesamt und damit über das Zusammenspiel der USA mit einzelnen Staaten Europas zulasten einer gemeinsamen Politik Europas,

* über die Selbstverständlichkeit von Waffenlieferungen und Beratungsleistungen für die osteuropäischen Staaten einschließlich der Ukraine,

* über den Umgang mit Eurasien, das aus der Sicht des Mr. Friedman nicht okkupiert, sondern auf andere Weise beherrscht werden kann,

* über die Überlegungen und Hintergründe des betriebenen Konflikts zwischen Iran und Irak,

* über den zerstörerischen Umgang der USA mit den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland,

und einiges mehr.

Man lernt beim „Genießen“ dieses Videos, wie unbedeutend und verlogen die Partnerschaft mit den USA ist und welche Rolle TTIP spielen könnte.“

Müller-der-tod-kommt-aus-amerika-und-die-bestaetigung-durch-den-chef-von-stratfor

Ein Transkript der Ausführungen Friedmans in englischer Sprache wird in Kürze nachgeliefert.

 

Viele Grüße

Elke Schenk

globalcrisis/globalchange News

 

 

 

1) The Chicago Council on Global Affairs, founded in 1922, is an independent, non-partisan organization committed to educating the public—and influencing the public discourse—on global issues of the day. The Council provides a forum in Chicago for world leaders, policymakers, and other experts to speak to its members and the public on these issues. – See more at: http://www.thechicagocouncil.org/about#sthash.vrQBLxWp.dpuf

 

 

STRATFOR Gründer zum geopolitischen Interesse der USA

12.03.15 Der Gründer und Vorsitzende von STRATFOR George FRIEDMAN in einem Vortrag über die geopolitischen Hintergründe der gegenwärtigen Ukraine-Krise und globalen Situation insgesamt. Engl. m. dt. U.

STRATFOR: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert war Bündnis Russland+Deutschland zu verhindern – Die vom Referenten so genannte ‚Deutsche Frage‘: Wie verhält sich Deutschland gegenüber diesem eindeutigen Interesse der Vereinigten Staaten?

Frontline Ukraine: Crisis in the Borderlands by Richard Sakwa review – an unrivalled account

http://www.theguardian.com/books/2015/feb/19/frontline-ukraine-crisis-in-borderlands-richard-sakwa-review-account
theguardian – Thursday 19 February 2015 10.29 GMT
Frontline Ukraine: Crisis in the Borderlands by Richard Sakwa review – an unrivalled account
When Arseniy Yatsenyuk**, Ukraine’s prime minister, told a German TV station recently that the Soviet Union invaded Germany, was this just blind ignorance? Or a kind of perverted wishful thinking? If the USSR really was the aggressor in 1941, it would suit Yatsenyuk’s narrative of current geopolitics in which Russia is once again the only side that merits blame.
When Grzegorz Schetyna, Poland’s deputy foreign minister, said Ukrainians liberated Auschwitz, did he not know that the Red Army was a multinational force in which Ukrainians certainly played a role but the bulk of the troops were Russian? Or was he looking for a new way to provoke the Kremlin?
Faced with these irresponsible distortions, and they are replicated in a hundred other prejudiced comments about Russian behaviour from western politicians as well as their eastern European colleagues, it is a relief to find a book on the Ukrainian conflict that is cool, balanced, and well sourced. Richard Sakwa makes repeated criticisms of Russian tactics and strategy, but he avoids lazy Putin-bashing and locates the origins of the Ukrainian conflict in a quarter-century of mistakes since the cold war ended. In his view, three long-simmering crises have boiled over to produce the violence that is engulfing eastern Ukraine. The first is the tension between two different models of Ukrainian statehood. One is what he calls the “monist” view, which asserts that the country is an autochthonous cultural and political unity and that the challenge of independence since 1991 has been to strengthen the Ukrainian language, repudiate the tsarist and Soviet imperial legacies, reduce the political weight of Russian-speakers and move the country away from Russia towards “Europe”. The alternative “pluralist” view emphasises the different historical and cultural experiences of Ukraine’s various regions and argues that building a modern democratic post-Soviet Ukrainian state is not just a matter of good governance and rule of law at the centre. It also requires an acceptance of bilingualism, mutual tolerance of different traditions, and devolution of power to the regions.
More than any other change of government in Kiev since 1991, the overthrow of Viktor Yanukovych last year brought the triumph of the monist view, held most strongly in western Ukraine, whose leaders were determined this time to ensure the winner takes all.
The second crisis arises from the internationalisation of the struggle inside Ukraine which turned it into a geopolitical tug of war. Sakwa argues that this stems from the asymmetrical end of the cold war which shut Russia out of the European alliance system. While Mikhail Gorbachev*** and millions of other Russians saw the end of the cold war as a shared victory which might lead to the building of a “common European home”, most western leaders saw Russia as a defeated nation whose interests could be brushed aside, and which must accept US hegemony in the new single-superpower world order or face isolation. Instead of dismantling Nato, the cold-war alliance was strengthened and expanded in spite of repeated warnings from western experts on Russia that this would create new tensions. Long before Putin came to power, Yeltsin had urged the west not to move Nato eastwards.   (…)
—  Full text  see  attachment (pdf-file)  —
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Martin Zeis
globalcrisis/globalchange NEWS
martin.zeis@gmxpro.net

Minsk II – was gut ist und was besser sein könnte Von Kai Ehlers

Guten Abend zusammen.,

im Folgenden sei auf zwei erklärende Texte des von gc-News geschätzten Kai EHLERS hingewiesen, die sich mit dem 2. Minsker Abkommen und mit fünf, weit verbreiteten Mythen um die Ukraine beschäftigen.

Beide Texte sind auch als pdf-Datei im Anhang verfügbar.

Grüße,
Martin Zeis

I.
NDS, 13.02.2015 — http://www.nachdenkseiten.de/?p=25013

Minsk II – was gut ist und was besser sein könnte
Von Kai Ehlers

Halten wir uns knapp: Es ist gut und für die Menschen in der Ukraine eine Hoffnung, dass verhandelt wurde – und zwar nicht über Waffenlieferungen an Kiew, sondern über Wege zur friedlichen Lösung der Konflikte des Landes. Gut ist, dass an diesen Gesprächen nicht nur die Präsidenten Kiews, Russlands, Frankreichs und ihre Stäbe teilnahmen, sondern auch die Vertreter der Volksrepubliken, wenn auch immer noch am Katzentisch.

(…)

II.
NDS, 11. Februar 2015 um 14:54 Uhr — http://www.nachdenkseiten.de/?p=24986

Achtung – Mythen um die Ukraine
Von Kai Ehlers

Kaum ein Jahr ist seit dem politischen Umsturz in Kiew vergangen und schon verwandeln sich die damaligen Vorgänge und ihre Folgen in Mythen, die das Zeug haben, Geschichte zu erklären, bevor sie stattgefunden hat. Die wichtigsten sollen hier aufgezeigt werden. Von Kai Ehlers.

Mythos eins: Russland führt Krieg gegen die Ukraine: …
Mythos zwei: Russland hat die Krim annektiert: …
Mythos drei. Das Recht zur Selbstverteidigung: …
Mythos vier: In der Ukraine wird die Westliche Wertegemeinschaft verteidigt: …
Mythos fünf: In der Solidarität mit der Ukraine festige sich die westliche Allianz …

EHLERS-Minsk2-Bewertung150213

EHLERS-Mythen-um-die-Ukraine150211

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Martin Zeis
globalcrisis/globalchange NEWS
martin.zeis@gmxpro.net

Woher wissen wir eigentlich, dass der Streit zwischen Merkel & Cie. und Obama & Co. kein abgekartetes Spiel ist?

Dokumentiert: Zweifel an der Aufrichtigkeit der europäischen Friedensinitiative

Albrecht Müller (NACHDENKSEITEN) Titel: Woher wissen wir eigentlich, dass der Streit zwischen Merkel & Cie. und Obama & Co. kein abgekartetes Spiel ist? Als Hilfe bei der Beantwortung der Kriegsschuldfrage, bevor er begonnen hat.
Datum: 10. Februar 2015 um 16:09 Uhr
http://www.nachdenkseiten.de/?p=24965

Anhängend als PDF: Albrecht MÜLLER Kriegsschuldfrage_NDS 20150210

(…)

Im folgenden werden drei Fragenkomplexe besprochen:

  • Welche Indizien sprechen für ein abgekartetes Spiel?
  • Anzeichen für den wiederkehrenden Versuch, die Kriegsschuldfrage jetzt schon zu beantworten
  • Anzeichen für die Gefahr einer größeren kriegerischen Auseinandersetzung (dieser Teil folgt bei nächster Gelegenheit) (…)

Wer ist schuld am nächsten Krieg? Einige Gedanken zur vorbereitenden Schuldzuweisung – Zwei Fragen:

wer hat angefangen?
wer ist der Gute, wer der Böse?
Zu 1: Wer hat angefangen?

Diese Frage wird inzwischen diametral anders beantwortet:

Der Westen sagt, die Russen haben den Konflikt mit der völkerrechtswidrigen Krim Annexion begonnen. Die Russen denken in Einflusssphären und folgen ihrer imperialistischen Neigung.

Die Russen sagen, der Konflikt begann mit der NATO Osterweiterung und dem Bruch aller Versprechen über das gemeinsame Haus Europa.

Die Verantwortung für eine aktive Destabilisierung der Ukraine und für die eigenartige Übernahme der Macht durch Politiker, die dem Westen nahe stehen, wird systematisch zu vergessen versucht. Auch sind jene älteren Politikerinnen und Politiker, die mahnend an die Verabredungen von 1990 erinnern, quasi in der Versenkung verschwunden. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz zum Beispiel traten Personen aus der Gruppe Helmut Kohl, Helmut Schmidt, Hans-Dietrich Genscher, Gorbatschow, Egon Bahr nicht auf. Sie sind auch zu alt dazu. Wortführer sind Ischinger, Soros, McCain, von der Leyen, Steinmeier und die große Zahl der Atlantiker und Angepassten.

Wie einseitig das Geschichtsbild im Westen inzwischen schon gemalt wird, wird beispielsweise am gemeinsamen Entschließungsantrag von fünf Parteiengruppierungen des europäischen Parlaments einschließlich der Konservativen, der Sozialdemokraten und der Grünen vom 14.1.2015 sichtbar. Da ist von aggressiver Expansionspolitik Russlands die Rede. Diese wird aufs schärfste verurteilt. Da wird gefeiert, dass die Ukraine ihren blockfreien Status aufgegeben hat und dazu ermuntert, dass die Mitgliedsstaaten unter Führung der EU eine gemeinsame europäische Haltung gegenüber Russland entwickeln. Es wird auch eine besondere Anstrengung der propagandistischen Auseinandersetzung mit Russland vorgeschlagen.

Das Russland die EU Osterweiterung und die NATO Osterweiterung entgegen seiner begründeten Erwartungen nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes von 1989 ertragen musste und zunächst hingenommen hat, dass der russische Präsident 2007 bei der Sicherheitskonferenz in München dieses Vorgehen beklagte, juckt die westliche Seite und auch das europäische Parlament nicht. Das ist sozusagen Schnee von gestern. Das Bild wird jetzt so gemalt, dass der Konflikt mit der Annexion der Krim begonnen hat.

Dass es auf russischer Seite so etwas wie das Grundgefühl „Bis hierher und nicht weiter“ gibt, versteht man nicht oder will es nicht wahrhaben, weil man sich nicht mehr in die Lage des Konfliktpartners versetzen will. Auch hier besteht ein gravierender Unterschied zum erfolgreichen Versuch der Zusammenarbeit zwischen Ost und West. Das ist ein Beispiel mehr dafür, dass die Politik Phasen der Regression kennt, also der Rückentwicklung der geistigen und konzeptionellen Fähigkeiten. (…)