Schlagwort-Archive: #pitbull-politics

Neue Erkenntnisse zu Todesschüssen auf dem Maidan 20.2.2014

Elke Schenk – globalcrisis/globalchange NEWS

20.2.2017

https://www.heise.de/tp/features/Woher-kamen-die-Todesschuesse-3630949.html?view=print

Woher kamen die Todesschüsse?

20-2-2017 – Stefan Korinth

Keine tödliche Kugel passt zu Berkut-Kalaschnikows. Die Staatsanwaltschaft nutzt ein entscheidendes Überwachungsvideo nicht. Und über hundert Menschen erklärten bislang, Schützen in Maidangebäuden gesehen zu haben. […]

(Der kanadisch-ukrainischen Politikwissenschaftler) Katchanovski hatte in seiner Studie ermittelt, dass vorrückende Maidankämpfer und andere Maidananhänger von Schützen aus Gebäuden wie dem Hotel Ukraina, dem Oktoberpalast oder der Bank Arkada erschossen wurden. Genau wie die Untersuchung der Generalstaatsanwaltschaft habe auch seine Studie „keine zuverlässigen Beweise“ dafür gefunden, dass Regierungsscharfschützen der Einheiten Omega, SBU-Alpha, Bulat oder Scharfschützen einer sogenannten „dritten Kraft“ die Maidankämpfer ermordeten, unterstreicht der Forscher von der Universität Ottawa. […]

27 von 28 an der Institutska getöteten Maidananhängern und die absolute Mehrheit der Verletzten sei aus signifikant vertikalen Winkeln erschossen worden, so Katchanovski weiter. Die Barrikade weiter hinten auf der Straße, von der Berkut-Polizisten feuerten, befand sich jedoch auf nahezu gleicher Höhe mit den Maidankämpfern. […]

Die massive Sperre der Sonderpolizei (Berkut, E.S.) könnte für die Aufklärung des Verbrechens entscheidend sein: „Die Staatsanwaltschaft hat während des Prozesses zugegeben, dass sie während des gesamten Massakers Videoaufzeichnungen der Berkut-Barrikade hat“, so der Politikwissenschaftler. Bisherige Videos zeigten die Barrikade immer nur aus größerer Entfernung.

Aber diese Videos, die aus einer viel näheren Entfernung von einer Nationalbank-Kamera gemacht wurden, werden, mit einer Ausnahme, im Prozess nicht als Beweismittel für die Erschießung von Demonstranten durch Berkut eingesetzt.

Ivan Katchanovski

Diese wichtigen Aufnahmen mit Zeitstempel könnten leicht mit den Zeiten der Schüsse auf Demonstranten und mit den Positionen der Berkut-Polizisten synchronisiert werden, erklärt Katchanovski weiter. Dass dies von der Staatsanwaltschaft nicht gemacht werde, sei ein indirekter Beweis dafür, dass das Maidan-Massaker eine „Operation unter falscher Flagge“ war. Katchanovski kam in seinen Nachforschungen zum Ergebnis, dass es dieselben Schützen waren, die sowohl vorrückende Maidankämpfer als auch Polizisten beschossen.

Nur ein Todesschütze bislang definitiv identifiziert

Der einzig bislang bekannte Todesschütze ist Maidankämpfer Ivan Bubentschik, der in Interviews 2015 und 2016 gestand, dass er am Morgen des 20. Februar mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr zwei Berkut-Kommandeure vom Musikkonservatorium aus erschossen und viele weitere Polizisten verwundet hatte. (Maidan: „Ich schoss ihnen ins Genick“[10]) Wegen einer Generalamnestie für Maidankämpfer wird er jedoch nicht strafrechtlich dafür verfolgt. Bubentschik kommandiert heute das Bataillon Zakhid-2, das aus Mitgliedern des Rechten Sektors gebildet wurde.

[…]

vollständiger Text im Anhang

Ergänzende Hinweise Elke Schenk:

(1) Schon am 10.4.2014 hat die ARD-Monitor-Sendung (nur die 11-minütige Sendung ist vollständig) „Todesschüsse in Kiew: Wer ist für das Blutbad vom Maidan verantwortlich“ http://www.ardmediathek.de/tv/Monitor/Todessch%C3%BCsse-in-Kiew-Wer-ist-f%C3%BCr-das-Bl/Das-Erste/Video?bcastId=438224&documentId=38433008 (Abruf 20.2.2017) wesentliche Erkenntnisse zum Tathergang und zu den Todesschützen veröffentlicht.

(2) Das Verhalten der Generalstaatsanwaltschaft verwundert nicht, wenn man weiß, dass der nach dem Putsch in der Ukraine eingesetzte Generalstaatsanwalt Oleg Machnitzkij zur Partei Swoboda gehört, einer ideologisch der NPD nahe stehende Partei.

(3) Die 79 Seiten umfassende Untersuchung von Ivan Katchanovski wird im Artikel von Stephan Korinth nicht verlinkt:

The “Snipers ’ Massacre” on the Maidan in Ukraine, Ivan Katchanovski, Ph.D. School of Political Studies & Department of Communication University of Ottawa Ottawa, ON K1N 6N5, Canada – ikatchan@uottawa.ca

Paper prepared for presentation at the Annual Meeting of American Political Science Association in San Francisco, September 3-6, 2015

Die Nullvariante ist für die USA akzeptabel geworden

Übersetzung von Нулевой вариант для США стал приемлемым (Autor yurasumy) Der Artikel ist die Fortsetzung des Materials “Der Krieg in der Ukraine läuft genau nach dem Plan der USA“. Der Artikel hat eine Diskussion hervorgerufen, d.h. er erfordert Erläuterungen und Fortsetzung. Vorrede. Pläne gibt es verschiedene. Und dass nach Deinem Plan KRIEG ist, garantiert nicht…

http://vineyardsaker.de/ukraine/die-nullvariante-ist-fuer-die-usa-akzeptabel-geworden/

How the Malaysian Airlines MH17 Boeing Was Shot Down. Examination of the Wreckage

How the Malaysian Airlines MH17 Boeing Was Shot Down. Examination of the Wreckage.

Global Research published new exminations of the wreckage of  MH17.

by Colonel Cassad

Translated from Russian.

The following text is in some regards technical.

It requires careful reading. This report should be examined in relation to previous technical reports pertaining to an examination of the fuselage and cockpit (GR Ed. M.Ch.)

Minsk II – was gut ist und was besser sein könnte Von Kai Ehlers

Guten Abend zusammen.,

im Folgenden sei auf zwei erklärende Texte des von gc-News geschätzten Kai EHLERS hingewiesen, die sich mit dem 2. Minsker Abkommen und mit fünf, weit verbreiteten Mythen um die Ukraine beschäftigen.

Beide Texte sind auch als pdf-Datei im Anhang verfügbar.

Grüße,
Martin Zeis

I.
NDS, 13.02.2015 — http://www.nachdenkseiten.de/?p=25013

Minsk II – was gut ist und was besser sein könnte
Von Kai Ehlers

Halten wir uns knapp: Es ist gut und für die Menschen in der Ukraine eine Hoffnung, dass verhandelt wurde – und zwar nicht über Waffenlieferungen an Kiew, sondern über Wege zur friedlichen Lösung der Konflikte des Landes. Gut ist, dass an diesen Gesprächen nicht nur die Präsidenten Kiews, Russlands, Frankreichs und ihre Stäbe teilnahmen, sondern auch die Vertreter der Volksrepubliken, wenn auch immer noch am Katzentisch.

(…)

II.
NDS, 11. Februar 2015 um 14:54 Uhr — http://www.nachdenkseiten.de/?p=24986

Achtung – Mythen um die Ukraine
Von Kai Ehlers

Kaum ein Jahr ist seit dem politischen Umsturz in Kiew vergangen und schon verwandeln sich die damaligen Vorgänge und ihre Folgen in Mythen, die das Zeug haben, Geschichte zu erklären, bevor sie stattgefunden hat. Die wichtigsten sollen hier aufgezeigt werden. Von Kai Ehlers.

Mythos eins: Russland führt Krieg gegen die Ukraine: …
Mythos zwei: Russland hat die Krim annektiert: …
Mythos drei. Das Recht zur Selbstverteidigung: …
Mythos vier: In der Ukraine wird die Westliche Wertegemeinschaft verteidigt: …
Mythos fünf: In der Solidarität mit der Ukraine festige sich die westliche Allianz …

EHLERS-Minsk2-Bewertung150213

EHLERS-Mythen-um-die-Ukraine150211

=======
Martin Zeis
globalcrisis/globalchange NEWS
martin.zeis@gmxpro.net

Woher wissen wir eigentlich, dass der Streit zwischen Merkel & Cie. und Obama & Co. kein abgekartetes Spiel ist?

Dokumentiert: Zweifel an der Aufrichtigkeit der europäischen Friedensinitiative

Albrecht Müller (NACHDENKSEITEN) Titel: Woher wissen wir eigentlich, dass der Streit zwischen Merkel & Cie. und Obama & Co. kein abgekartetes Spiel ist? Als Hilfe bei der Beantwortung der Kriegsschuldfrage, bevor er begonnen hat.
Datum: 10. Februar 2015 um 16:09 Uhr
http://www.nachdenkseiten.de/?p=24965

Anhängend als PDF: Albrecht MÜLLER Kriegsschuldfrage_NDS 20150210

(…)

Im folgenden werden drei Fragenkomplexe besprochen:

  • Welche Indizien sprechen für ein abgekartetes Spiel?
  • Anzeichen für den wiederkehrenden Versuch, die Kriegsschuldfrage jetzt schon zu beantworten
  • Anzeichen für die Gefahr einer größeren kriegerischen Auseinandersetzung (dieser Teil folgt bei nächster Gelegenheit) (…)

Wer ist schuld am nächsten Krieg? Einige Gedanken zur vorbereitenden Schuldzuweisung – Zwei Fragen:

wer hat angefangen?
wer ist der Gute, wer der Böse?
Zu 1: Wer hat angefangen?

Diese Frage wird inzwischen diametral anders beantwortet:

Der Westen sagt, die Russen haben den Konflikt mit der völkerrechtswidrigen Krim Annexion begonnen. Die Russen denken in Einflusssphären und folgen ihrer imperialistischen Neigung.

Die Russen sagen, der Konflikt begann mit der NATO Osterweiterung und dem Bruch aller Versprechen über das gemeinsame Haus Europa.

Die Verantwortung für eine aktive Destabilisierung der Ukraine und für die eigenartige Übernahme der Macht durch Politiker, die dem Westen nahe stehen, wird systematisch zu vergessen versucht. Auch sind jene älteren Politikerinnen und Politiker, die mahnend an die Verabredungen von 1990 erinnern, quasi in der Versenkung verschwunden. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz zum Beispiel traten Personen aus der Gruppe Helmut Kohl, Helmut Schmidt, Hans-Dietrich Genscher, Gorbatschow, Egon Bahr nicht auf. Sie sind auch zu alt dazu. Wortführer sind Ischinger, Soros, McCain, von der Leyen, Steinmeier und die große Zahl der Atlantiker und Angepassten.

Wie einseitig das Geschichtsbild im Westen inzwischen schon gemalt wird, wird beispielsweise am gemeinsamen Entschließungsantrag von fünf Parteiengruppierungen des europäischen Parlaments einschließlich der Konservativen, der Sozialdemokraten und der Grünen vom 14.1.2015 sichtbar. Da ist von aggressiver Expansionspolitik Russlands die Rede. Diese wird aufs schärfste verurteilt. Da wird gefeiert, dass die Ukraine ihren blockfreien Status aufgegeben hat und dazu ermuntert, dass die Mitgliedsstaaten unter Führung der EU eine gemeinsame europäische Haltung gegenüber Russland entwickeln. Es wird auch eine besondere Anstrengung der propagandistischen Auseinandersetzung mit Russland vorgeschlagen.

Das Russland die EU Osterweiterung und die NATO Osterweiterung entgegen seiner begründeten Erwartungen nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes von 1989 ertragen musste und zunächst hingenommen hat, dass der russische Präsident 2007 bei der Sicherheitskonferenz in München dieses Vorgehen beklagte, juckt die westliche Seite und auch das europäische Parlament nicht. Das ist sozusagen Schnee von gestern. Das Bild wird jetzt so gemalt, dass der Konflikt mit der Annexion der Krim begonnen hat.

Dass es auf russischer Seite so etwas wie das Grundgefühl „Bis hierher und nicht weiter“ gibt, versteht man nicht oder will es nicht wahrhaben, weil man sich nicht mehr in die Lage des Konfliktpartners versetzen will. Auch hier besteht ein gravierender Unterschied zum erfolgreichen Versuch der Zusammenarbeit zwischen Ost und West. Das ist ein Beispiel mehr dafür, dass die Politik Phasen der Regression kennt, also der Rückentwicklung der geistigen und konzeptionellen Fähigkeiten. (…)

PRES OBAMA on Fareed Zakaria GPS

Ukraine-Regime-Change-Obama-Interview-CNN2015_02_01

Elke SCHENK gab folgenden Hinweis:

auf der cnn-seite ist das gesamte interview verschriftet und thematisch strukturiert (s. anhang, thema russland ab seite 6)
http://cnnpressroom.blogs.cnn.com/2015/02/01/pres-obama-on-fareed-zakaria-gps-cnn-exclusive/

und es sind weitere zitate hervorhebenswert. z. b. die völlige ignoranz bzgl. des us-verstoßes gegen internationales recht und souveränität, wenn sie den regime-change inszenieren:

And since Mr. Putin made this decision around Crimea and Ukraine – not because of some grand strategy, but essentially because he was caught off-balance by the protests in the Maidan and Yanukovych then fleeing after we had brokered a deal to transition power in Ukraine – since that time, this improvisation that he’s been doing has getting – has gotten him deeper and deeper into a situation that is a violation of international law, that violates the integrity, territorial integrity and sovereignty of Ukraine, has isolated Russia diplomatically, has made Europe wary of doing business with Russia, has allowed the imposition of sanctions that are crippling Russia’s economy at a time when their oil revenues are dropping.
There’s no formula in which this ends up being good for Russia.

The annexation of Crimea is a cost, not a benefit, to Russia. The days in which conquest of land somehow was a formula for great nation status is over. The power of countries today is measured by your knowledge, your skills, your ability to export goods, to invent new products and new services, your influence, and…
So in addition to continuing to exact costs on Russia, one of the most important things we can do is to continue to support the Ukrainian economy and the reform efforts that are coming out of Kiev. And to their credit, President Poroshenko and Prime Minister Yatsenyuk have initiated significant reforms there that are making a difference if they’re given a chance.
And so we’re going to keep on these dual tracks – putting more pressure on Russia, bolstering Ukraine


bei maskenfall ist konkret aufgelistet, wie die stiftungen in der ukraine operierten und wer dahinter steht:

http://www.maskenfall.de/?p=7890

Literaturempfehlung „Die Eroberung Europas durch die USA“ – von Wolfgang Bittner „Friedensengel“ bedrängen den Frieden


Literaturempfehlung
„Die Eroberung Europas durch die USA“ – von Wolfgang Bittner
„Friedensengel“ bedrängen den Frieden
Buchtipp von Harry Popow

Diejenigen, von denen in dieser Rezension die Rede ist – sie nennen sich Freunde. Es sollen Friedensengel sein. Sie kommen in großen Scharen aus Übersee, im Bunde mit der NATO. Sie hatten sich bereits nach 1945 in Westdeutschland ökonomisch und militärisch festgebissen, und nun ist die gesamte EU dran. Sie erobern die Völker nur mit einem Ziel: Um gegen die Ostvölker – wie eh und je – angeblich „gewappnet“ zu sein. „Auf zum neuerlichen Marsch gen Osten?“

Dazu gibt es ein neues Buch mit dem Titel „Die Eroberung Europas durch die USA. Zur Krise in der Ukraine“ von Wolfgang Bittner. Es hat 148 Seiten und ist eine Chronologie der Aufpeitschung imperialer Machtinteressen gegenüber Russland – vor allem in den letzten Monaten und Jahren. Der Autor spannt den Bogen von der Osterweiterung der NATO, entgegen vertraglichen Vereinbarungen mit Gorbatschow, über Begehrlichkeiten Deutschlands und anderer EU-Staaten auf neue Absatzmärkte in Osteuropa, über die von den USA finanzierte „orangene Revolution“ im Jahre 2004, über die Maidan-Bluttaten, über das auf der Krim vom Parlament beschlossene Referendum zum Beitritt zur Russischen Föderation bis zu den Ereignissen im
September 2004.
Der Autor hält sozusagen den Finger am Puls der Ukraine-Krise. Mit ihren nahe am dritten Weltkrieg gefährlichen Zuspitzungen, mit ihrem Auf- und Ab von gegenseitigen wirtschaftlichen und militärischen Drohungen, mit ihren bürgerlichen Medien-Lügen und mit den Beschwichtigungen und angemahnten Gegenmaßnahmen durch die russische Seite.
Gewiss, viele Tatsachen sind bekannt, decken sich mit den kritischen Analysen der Autoren Brigitte Queck und Peter Strutynski (HG), um nur zwei Beispiele zu nennen, die die Ukraine im Fokus der NATO und den Konflikt als ein Spiel mit dem Feuer charakterisieren. Meiner Meinung nach ist die Herangehensweise des Autors Wolfgang Bittner, die Ereignisse chronologisch darzustellen, gut dazu geeignet, die Abfolgen und die gegenseitige Bedingtheit der Tatsachen und ihrer Ursachen deutlich herauszuarbeiten. Unübersehbar das Bemühen, die Hauptschuldigen, die Brandstifter der Krise und die Instrumentalisierung der EU durch die USA und durch die NATO an zahlreichen Textstellen kenntlich zu machen. Erhebliche Beihilfe leisten dem Autor dabei u.a. der niederländische Publizist und Politikwissenschaftler Karel van Wolferen, der Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser, der einstige Bundestagsangehörige, OSZE-Vizepräsident sowie verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU im Bundestag,Willy Wimmer, sowie Albrecht Müller, Publizist und Herausgeber des Internetportals NachDenkSeiten.

Autor WolfgangBittner

NRhZ-Archiv
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=21117

Bereits auf der Seite 14 stellt der Autor fest: „Die westlichen Politiker fallen zurück in den Kalten Krieg.“ Er zitiert auf Seite 54 den Niederländer van Wolferen, der betont, dass die US-amerikanische Politik eine „Geschichte wirklich atemberau-bender Lügen“ (ist): „Über Panama, Afghanistan, Irak, Syrien, Venezuela, Lybien und Nordkorea.“ Nicht zu vergessen die Besetzung unseres Planeten mit einigen tausend Militärbasen. Als Ursachen benennt Albrecht Müller u.a. den Vormarsch der Neokonservativen und der Rechten in den USA im Umfeld der Teaparty-Bewegung. Zu Wort kommt auf Seite 49 Willy Wimmer: „Das amerikanisch- Kiew-ukrainische Ziel dieses Vorgehens wird notfalls auf den offenen Krieg mit Russland aus sein, um letztlich die Ukraine als Bollwerk … gegen Russland nutzen zu können. Sollte es gelingen, die Ukraine derart den USA dienstbar zu machen, wird es einen kompletten Riegel unter US-Kontrolle zwischen dem Baltikum über Polen und die Ukraine zum Schwarzen Meer geben.“ „Russland“, so der Autor auf Seite 92, solle „durch einen neuen ´Eisernen Vorhang´ von Westeuropa getrennt“ werden.

Die Eskalation des Konfliktes mit Russland sei in wesentlichen Elementen ebenso bewusst und mutwillig „herbeigeführt worden wie der Überfall auf den Irak;“ zitiert Wolfgang Bittner die Einschätzung in German Foreign Policy. Der Autor lässt es an Fakten zur Destabilisierung der Lage in der Ukraine nicht fehlen. So pflegt die Stiftung „Open Ukraine“ des Oligarchen Arsenij Jazenjuk intensive Beziehungen zum US-Außenministerium und zur NATO „und wird von einflussreichen westlichen Organisationen gesponsert“. Mehr als fünf Milliarden Dollar hätten die USA für den „Regime Change“ in der Ukraine gespendet, was „in den westlichen Medien kaum zur Sprache“ kam. (S. 25) Erwiesen sei auch, so der Autor auf Seite 35, „dass subversive Kräfte, insbesondere westliche Geheimdienste und allen voran die CIA, die Maidan-Bewegung vorbereitet und finanziert haben“, abgesehen davon, „dass sich hochrangige westliche Politiker seit Jahren in die inneren Angelegenheiten der Ukraine eingemischt haben“. (S. 35) Nicht nur Politiker, sondern ebenso Journalisten in maßgeblichen Positionen werden von der CIA, vom US-Außenministerium und von Konzernen finanziell unterstützt. „Dazu gehören die Atlantik-Brücke, Goldmann Sachs Foundation, The American Interest, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Atlantische Initiative und Münchner Sicherheitskonferenz.“ ( S. 41)
Der Autor verweist auf einen Aufruf vom 25. Mai, den etwa 10.000 Bürger unterzeichnet haben, der Konflikt um die Ukraine sei das Resultat der EU- und der NATO-Erweiterung. Mit der Durchsetzung des Assoziierungsabkommens habe man mit Unterstützung der antirussischen und faschistischen Kräfte in der Ukraine dazu beigetragen, „Russland militärisch einzukreisen“. (S. 44) (…)

Konflikt: „Gorillas“ in der Ukraine – Erziehung und Wissenschaft (GEW) 12/2014

Der Konflikt um die Ukraine, die einseitige Berichterstattung deutscher Medien und die Folgen für den Unterricht. Für die Konfliktanalyse sind Lehrkräfte auf alternative Medien, Nachrichtenportale und Blogs im Internet angewiesen.

Das Bild von der Absturzstelle des malaysischen Verkehrsflugzeugs MH 17 (s. Foto) mit dem Kommentar des WDR-Moderators Thomas Heyer in seinem Blog sind – von Ausnahmen abgesehen – beispielhaft für die Berichterstattung über den Konflikt um die Ukraine in westlichen, insbesondere deutschen Medien, ob WELT, ZEIT, Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Süddeutsche Zeitung, tageszeitung (taz) oder Deutschlandfunk (DLF), ARD und ZDF. Sie legen den Werkzeugkasten der Desinformation offen. Dazu gehören die selektive Darstellung, bei der Fotos und Zitate aus dem Zusammenhang gerissen werden: Das Bild von der Absturzstelle ist Teil eines Videos. Die nächste Szene zeigt, wie der Separatist das Stofftier vorsichtig hinlegt, die Mütze abnimmt und sich bekreuzigt.**

Oder es werden für die weitere Eskalation des Konfliktes katalysatorische Ereignisse übergangen, beispielsweise die von Scharfschützen abgegebenen Todesschüsse auf dem Maidan gegen Demonstranten und Polizisten. Auch wird verharmlost oder verschwiegen, wie sehr sich das neue Regime auf rechtsnationalistische bis nazistische Kräfte stützt, sei es in staatlichen Schlüsselpositionen, beim Pogrom im Gewerkschaftshaus in Odessa oder durch rechte Bataillone in der Ostukraine. Zur selektiven Darstellung zählt auch, die seit 1991 mit fünf Milliarden US-Dollar finanzierten Regimeveränderungen, die der wirtschaftlichen und strategischen Westbindung der Ukraine dienten, ebenso zu verschweigen wie CIA- und Blackwater-Aktivitäten in dem Land.

Schwarz-Weiß-Bild

Auf die Vorverurteilung des Gegners als „Massenmörder“ folgt seine Entmenschlichung als „Gorillas“. Man schaue sich auch die diffamierenden Titelbilder von Spiegel, Time und Economist an. Der Konflikt, in dem viele nationale und internationale Akteure ihre gegensätzlichen Interessen offen oder verdeckt austragen, wird auf ein Schwarz-Weiß-Bild reduziert: hie die demokratische Bürgerbewegung – dort der russische Staatschef Wladimir Putin, der nicht nur die Ukraine destabilisieren und Russland einverleiben wolle, sondern auch das Baltikum und Polen.

Eine differenzierte, auf Fakten basierende Darstellung der aktuellen Vorgänge fehlt in deutschen Medien ebenso wie eine Analyse, die den historischen Kontext und die geopolitischen Strategien der USA und der NATO berücksichtigt. Für diese müsste man z. B. den offenen Brief von US-Geheimdienstveteranen kennen, die die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) warnen, sie solle sich nicht durch falsche Informationen in einen umfassenden Krieg hineinziehen lassen. Dieser ist jedoch in keinem deutschen Leitmedium erschienen. Fehlanzeige auch mit Blick auf die Analyse von John Mearsheimer in der Zeitschrift des wichtigsten außenpolitischen Think Tanks „Council on Foreign Relations“: „Putin reagiert. Warum der Westen an der Ukraine-Krise schuld ist.“

Der Konflikt um die Ukraine hat weitreichende sicherheitspolitische und wirtschaftliche Folgen, die auch die Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen diskutieren sollten. Er ist prädestiniert dafür, einen aktuellen europanahen internationalen Konflikt im Politikunterricht zu bearbeiten. Den Bildungsstandards gemäß soll die selbstständige Urteilsfähigkeit der Schüler für gesellschaftspolitische Entscheidungssituationen gefördert werden. Gesellschaftliche, politische, geografische und wirtschaftliche Sachverhalte sollen in ihren wechselseitigen Abhängigkeiten verstanden werden. Durch eigene Recherche sollen Schülerinnen und Schüler Methodenkompetenz entwickeln. Politiklehrkräfte sind dem Demokratie- und Friedensgebot des Grundgesetzes und dem Beutelsbacher Konsens verpflichtet, in dem das „Überwältigungsverbot“ und das „Kontroversitätsgebot“ festgeschrieben sind. Wie aber sollen diese Ziele erreicht werden, wenn die deutschsprachigen Leitmedien und das meiste öffentlich leicht zugängliche Material einseitig oder falsch informieren? Diese Kritik trifft auch bereits publizierte Unterrichts-Handreichungen zum Thema.

Es bietet sich an, die Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt für eine quellen- und ideologiekritische Medienanalyse zu nutzen, ebenso wie für die Untersuchung persuasiver*** Rhetorik, die zur Konflikteskalation und einäugigen Meinungsbildung der Bevölkerung eingesetzt wird.

Für die Konfliktanalyse sind Lehrkräfte auf alternative Medien, Nachrichtenportale und Blogs im Internet angewiesen, oft auf englischsprachige. Hilfreich sind die Internetzeitung Telepolis, deren Artikel meist mit Quellen belegt sind (www.heise.de/tp), das Nachrichtenportal Nachdenkseiten (www.nachdenkseiten.de), die Website des kanadischen Volkswirtschaftsprofessors Michel Chossudovsky (www.globalresearch.ca) sowie die Monatszeitung Le Monde diplomatique (www.monde-diplomatique.de).

Stephan Best, Elke Schenk, Martin Zeis,
Lehrkräfte für Geschichte,
Gemeinschaftskunde und Deutsch

Kontakt: E-Mail-Adresse; E-Mail-Adresse; E-Mail-Adresse

Eine weiterführende Literatur- und Linkliste steht auf dem Blog http://steven25.wordpress.com/ zur Verfügung.

*http://wdrblog.de/aks/archives/2014/07/21/
Zwei Tage nach Veröffentlichung des Blog-Eintrags am 21. Juli 2014 hat Thomas Heyer in einem weiteren Blog-Kommentar eingeräumt, dass er das Bild nicht richtig interpretiert hat und sich dafür entschuldigt: http://wdrblog.de/aks/archives/2014/07/wahrheit_in_zei.html. Auch die WDR-Blog-Redaktion hat in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass bei Ansicht des Videos „ein anderes Bild und ein anderer Zusammenhang“ entstehen: http://wdrblog.de/aks/archives/2014/07/gorillas_zum_fu.html.

**www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=xLdRBaL4-wU

***„überreden“. Der Kommunikationspartner soll beeinflusst, zu einer Einstellungsveränderung gebracht werden. Ziel des Kommunikationsprozesses ist also nicht die Verständigung oder der Informationsaustausch.