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Daniele GANSER: Illegale Kriege  —  Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien; Buch + Veranstaltungen

globalcrisis/globalchange News
Martin Zeis, 10.10.2016

Vorbemerkung

»Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.« Gewaltverbot, UNO-Charta 1945 (Kapitel 1, Artikel 2, Absatz 4)

In Kürze erscheint das vom dem Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser geschriebene Buch: Illegale Kriege — Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien (Orell Füssli Verlag AG, Zürich Okt. 2016, 374 S., ISBN 978-3-280-05631-8, 24,95 €).

Zur Entstehungsgeschichte des Buches *, seinen Motiven und seiner Hoffnung schreibt Ganser in der Einleitung u.a.:

„… Jetzt bin ich 44 Jahre alt und merke, dass ich schon seit 20 Jahren zur NATO und zur UNO forsche. Über all die Jahre habe ich Daten, Zitate und Fakten für dieses Buch gesammelt. Im Februar 2003, kurz bevor die USA und Großbritannien in einem illegalen Krieg ohne UNO-Mandat den Irak angriffen – woraus später die Terrormiliz IS entstand, die derzeit Syrien destabilisiert –, habe ich mit meiner Frau und Freunden in der Schweizer Hauptstadt Bern gegen den Irakkrieg demonstriert. Mit rund 40.000 Menschen war es eine der größten Demonstrationen, welche die Schweiz seit 1945 gesehen hatte. Auch in anderen Hauptstädten in Europa und Nordamerika gingen Tausende ** auf die Straßen. Den amerikanischen Präsidenten George Bush und den britischen Premierminister Tony Blair kümmerte es nicht. Trotz der Proteste griffen sie im März2003 den Irak an, stürzten den Nahen Osten ins Chaos und erzeugten viel Leid und große Flüchtlingsströme. Was für die Hippies der Vietnamkrieg war, ist für mich der Irakkrieg: ein Ereignis, das die Welt erschüttert und Millionen von Menschen politisch bewegt hat, unter ihnen auch mich.
Weil nach dem Irakkrieg für immer mehr Menschen deutlich wurde, dass illegale Kriege den Weltfrieden gefährden, stieg auch das Interesse an der Friedensforschung und der historischen Untersuchung der Gewaltspirale. Daher fragte der Kai Homilius Verlag aus Berlin bei mir an, ob er meine Forschungsresultate zum Kubakonflikt, die ja nur auf Englisch vorlagen, auf Deutsch übersetzen und in seiner Edition Zeitgeschichte publizieren dürfe. Ich war damit einverstanden. Klaus Eichner übersetzte den Text und das Buch erschien 2007 unter dem Titel »Die Kubakrise – UNO ohne Chance. Verdeckte Kriegsführung und das Scheitern der Weltgemeinschaft 1959 – 1962.« Das Buch wurde während einiger Jahren verkauft, ist jetzt aber vergriffen und wird nicht mehr nachgedruckt. Die relevanten Daten zu Kuba sind in einem längeren Kapitel in diesem Buch enthalten.
Mit diesem Werk lege ich nun meine über die Jahre gesammelten Analysen zum Thema illegale Kriege vor. Natürlich ist es keine umfassende Darstellung aller illegalen Kriege seit 1945, denn es sind derart viele, dass nicht alle hier erwähnt werden können. Ich habe mich darauf beschränkt, nur illegale Kriege zu behandeln, an denen NATO-Länder beteiligt waren, aber natürlich gibt es auch illegale Kriege, an denen keine NATO-Länder beteiligt waren. Dies bedeutet: Viele illegale Kriege bleiben in diesem Buch unerwähnt, und es ist ein weites Forschungsfeld, auf dem noch viel Arbeit geleistet werden muss.
Das Buch ist in Länderkapitel unterteilt und chronologisch aufgebaut. Jedes Kapitel steht für sich. Der Leser kann also, nachdem er die einführenden Kapitel zur UNO, zur NATO, zu den USA und zum Strafgerichtshof durchgelesen hat, frei zwischen den Länderkapiteln springen und das lesen, was ihn am meisten interessiert. Am Ende des Buches erlaubt die Chronologie einen schnellen Überblick über die wichtigsten Daten und Ereignisse.
Es ist meine Hoffnung, dass eine junge Studentin oder ein junger Student dieses Buch lesen wird, und dass es ihr oder ihm genau gleich ergehen möge wie mir damals, als ich als 24-jähriger Geschichtsstudent in der Bibliothek der Universität Basel saß: Dass nämlich ein waches und bleibendes Interesse an der Welt, den Menschen und am Frieden entsteht. Zudem hoffe ich, dass dieses Buch auch all jene Menschen außerhalb der Universität und in allen Altersgruppen stärkt, die sich für das Weltgeschehen und die Friedensbewegung interessieren und engagieren. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass wir illegale Kriege vermeiden müssen und die UNO-Charta achten sollten.“ (zit.a. Illegale Kriege, S. 15f)

* Das Inhaltsverzeichnis und eine längere Leseprobe ist im Anhang verfügbar. pdf, 32 S. (gepostet von Elke Schenk, 09.10.2016)
** Nach einer Übersicht des Weltsozialforums vom 16.02.2003 demonstrierten am Tag zuvor 15 Millionen Menschen in 700 Städten der Welt gegen den Irakkrieg

Das FAZIT (Auszug)

„… Die NATO hat wiederholt Länder ins Chaos gestürzt, Menschen getötet und Flüchtlingsströme ausgelöst. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, der Schweiz und Österreich setzen sich daher kritisch mit der Geschichte der NATO auseinander. Sie erkennen, dass NATO-Länder immer wieder Angriffskriege geführt haben und diese mit Lügen, Kriegspropaganda und NATO-freundlichen Medien der eigenen Bevölkerung verkauften. Dadurch wurde viel Vertrauen verspielt.

Die Schweiz und Österreich sollten zur strikten Neutralität zurückkehren, keine Truppen ins Ausland schicken und die sogenannte »Partnership for Peace« der NATO verlassen, weil es sich angesichts der NATO-Angriffskriege hierbei um eine »Partnership for War« handelt.

Deutschland sollte aus der NATO austreten und in Erinnerung der eigenen Geschichte keine Truppen ins Ausland schicken und sich als neutrales Land für das Völkerrecht und friedliche Konfliktlösung einsetzen. …“ (zit.a. Illegale Kriege, S. 328f)

Veranstaltungen zu „Illegale NATO-Kriege“ mit Daniele Ganser

26.10.2016, Basel — 19.30 Uhr, Kulturhaus Bider & Tanner, Aeschenvorstadt 2
01.11.2016, Dresden — 19:30, TU Dresden, Hörsaal 1 (Audimax), Bergstr. 64
08.11.2016, St. Gallen

09.11.2016, Bern – 20:00, Buchhandlung Stauffacher, Ryffligässchen 8
20.11.2016, Landau – 14:00, Gloria Kulturpalast, Industriestr. 3-5
30.11.2016, Zürich – 19:00, Volkshaus, Stauffacherstrasse 60
02./04./05.2016, Berlin – 19:30/18:30/19:30, Kino BABYLON, Rosa-Luxemburg-Str. 30
Hinweis:  weitere Einzelheiten zu den Veranstaltungen und die jeweiligen Einladungsflyer der Veranstalter sind erreichbar über: https://www.danieleganser.ch/naechste_vortraege.html

 

GANSER-Illegale Kriege-inhalt-Leseprobe.pdf

Albrecht MUELLER: Der Weltpolizist – aggressiv und verlogen. Dazu drei interessante Dokumente; 06.10.2014

Hallo zusammen,
ergänzend zu den Gesichtspunkten des Müllerschen Textes sei auf zwei weitere Texte hingewiesen:
a.    ein Text zum geheimen Deal zwischen Saudiarabien und den U.S., den selbst kreierten Terror-Söldnerhaufen IS(IS) für den Sturz des Assad-Regimes zu nutzen. Naiv wird im Mainstream (z.B. Heute-Sendung vom 6.9.2014, 19 Uhr) nach mehr als zwei Wochendie Frage aufgeworfen, weshalb es der Hyper-Spionage- und Militärmaschine der U.S. nicht gelingt, diese relativ kleine Terrortruppe “aufzulösen” . vgl.  A Look Inside The Secret Deal With Saudi Arabia That Unleashed The Syrian Bombing  –  zerohedge.com, Sept 25, 2014 — URL: http://www.zerohedge.com/news/2014-09-25/look-inside-secret-deal-saudi-arabia-unleashed-syrian-bombing
b.   die Rede des US-Vizepräsidenten Joe BIDEN am 3.10.2014 an der Kennedy School of Government / Universität Harvard, in der dieser freimütig und genüsslich kundtut, dass die EU (in Sonderheit Germany) keine Sanktionen gegen Russland verhängen wollte, und wie man die Störrischen auf Kurs brachte … siehe: 
Remarks by the Vice President at the John F. Kennedy Forum, Harvard Kennedy School Boston, Massachusetts, October 03, 2014 — URL: http://www.whitehouse.gov/the-press-office/2014/10/03/remarks-vice-president-john-f-kennedy-forum
Grüße,
Martin Zeis
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6. Oktober 2014 um 14:09 Uhr
Der Weltpolizist – aggressiv und verlogen. Dazu drei interessante Dokumente.
Verantwortlich: Albrecht Müller
Die Rede des amerikanischen Präsidenten vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen vom 25. September 2014 ist zu wenig beachtet worden. Sie ist sehr aufschlussreich: Sie offenbart die Strategie der USA. Nach der Methode ‚Haltet den Dieb‘ wird anderen unterstellt, was man selbst tut. Die Welt wird aufgeteilt in Gut und Böse. Böse sind die Russen und die Terroristen des IS. – Die Getriebenheit und Durchtriebenheit des amerikanischen Präsidenten erhellt das zweite Dokument. Es ist ein Beitrag von Robert Parry in Consortium News vom 3. Oktober. Es geht dabei um Syrien, u.a. um den Giftgas-Einsatz vom 21.8.13, den der Autor Rebellen zuschreibt und dies begründet, und um die von langer Hand und von Neocons geplante Destabilisierung Syriens auch mithilfe der Türkei. Das Dritte ist ein Plädoyer des früheren Außenministers und Ministerpräsidenten von Frankreich Dominique de Villepin, nach anderen als kriegerischen Wegen zur Lösung von Konflikten zu suchen. Alle drei Beiträge sind lesenswert. Albrecht Müller
Dank Gerhard Kilper ist der Artikel von Villepin (Anlage C) ins Deutsche übersetzt, das gleiche gilt für die Rede Obamas (Anlage A). Sie wird von der US Botschaft in Berlin in Deutsch angeboten. Den Hinweis auf den Artikel von Parry (Anlage B) verdanken wir Norman Birnbaum; Norman schreibt zu Parry: he is a well known investigative journalist … er ist ein bekannter investigativer Journalist, der große Verdienste bei der Aufklärung der Iran-Contra-Affäre und anderer Geheimdienstskandale erworben hat. Sein Text liegt leider nur auf Englisch vor. Nachtrag 7.10.: Dank der Übersetzung durch den NachDenkSeitenleser Helmut Ruch liegt jetzt auch eine Übersetzung vor. Siehe unten.
Interessantes und Widersprüchliches, u.a.:
  1. Obama greift Russland unverhohlen an und verbindet Russlands Verhalten mit den Terroristen in Syrien und im Irak. Wörtlich: „Die russische Aggression in Europa erinnert uns an die Zeiten, als große Staaten die kleineren in ihrem Streben nach territorialen Zielen einfach zertrampelten. Die Brutalität der Terroristen in Syrien und im Irak zwingt uns, in das Herz der Finsternis zu blicken.“ – Offensichtlich ist das wieder der Versuch, die Welt in Gut und Böse aufzuteilen und mit affirmativen, das meint: mit frechen Behauptungen von der eigenen Verantwortung abzulenken. In der Vorstellungswelt des Barack Obama bzw. seiner Redenschreiber begann der Konflikt in der Ukraine mit der Intervention Russlands. Die Destabilisierungspolitik der USA in der Ukraine wie auch in Syrien wird weggewischt. (In diesem Zusammenhang verweise ich zum Kontrast und zur Erläuterung auf die Rede von Putin vom 18. März 2014. URL:  http://www.chartophylakeion.de/blog/2014/03/18/putins-rede-zum-beitritt-der-krim/#.Uyk_rs6gmSp
  2. In dem Artikel von Robert Parry wird am Beispiel Syriens die Destabilisierung beschrieben. Offensichtlich will eine Koalition aus geheimdienstlichen Kräften der Türkei, Israels, Quatars und der USA Assad aus dem Amt entfernen, wie zuvor schon Gaddafi.
  3. Laut Parry hat diese „Koalition“ auch wesentlichen Anteil am Aufbau der Terrorgruppe Islamischer Staat.
  4. Aus der Sicht des US-Präsidenten entstand diese Gefahr vor allem aus einer religiösen Verirrung. Für Obama ist dieser Terrorismus religiös bedingt. Wir hätten es mit einer „mörderischen, ideologischen Sorte von Terroristen zu tun, die eine der größten Weltreligionen pervertiert haben.“ Damit schiebt er zugleich die Verantwortung weg. Offenbar erkennen die hinter Obama steckenden oder ihn treibenden Kräfte nicht, welche bedeutende Rolle die USA bei der Förderung des Terrorismus in der Welt spielen.
  5. Der US-Präsident beklagt das Versagen unseres internationalen Systems. Zu oft sei es nicht gelungen, internationale Normen durchzusetzen. Hier wird mit der Methode „Haltet den Dieb“ operiert. Die USA haben internationale Normen sehr oft verletzt, so zum Beispiel bei den militärischen Interventionen im Kosovo Krieg, im Irak und in Afghanistan. Ihre Drohnen-Angriffe, die an vielen Orten begangene Folter wie auch das Lager in Guantanamo sind Belege für die Missachtung dieser Regeln. Gerade die USA haben auf vielfältige Weise zu einer Schwächung der UNO beigetragen. Jetzt ihr Versagen zu beklagen, ist ausgesprochen verlogen.
  6. Obama tut in seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen so, als hätten die USA keine anderen Probleme und als hätte die Welt keine anderen Probleme als die Terroristen im mittleren Osten (von Russland und der Ukraine und Ebola abgesehen). Offensichtlich wird der IS- Terrorismus als eine Art Gottesgeschenk betrachtet, um davon abzulenken, dass die USA ziemlich kaputt sind, unregierbar und ohne Wertorientierung. (Siehe dazu auch Norman Birnbaum in seinen Berichten für die NachDenkSeiten – vgl. www.nachdenkseiten.de/?p=22197 —  www.nachdenkseiten.de/?p=23310
  7. Obama beklagt die brutale Gewalt der Kämpfer des Islamischen Staats und sagt: „Kein Gott heißt diesen Terror gut. Keine Unzufriedenheit rechtfertigt diese Handlungen. Es kann keine Verhandlungen mit diesem Bösen geben, man kann ihm nicht mit logischen Argumenten beikommen. Die einzige Sprache, die solche Mörder verstehen, ist die Sprache der Gewalt.“ – Der ehemalige Ministerpräsident und Außenminister Frankreichs empfiehlt eine differenziertere Politik: „Antiterrorkriege, das haben die Kriege in Afghanistan und im Irak gezeigt, können nicht gewonnen werden. Das Gesetz des Guerilla-Krieges dominiert. Diese Kriege sind unendliche Kriege gegen einen sich immer wieder neu aufstellen Feind, der an Legitimität, Wahrnehmbarkeit und Glaubwürdigkeit gewinnt – es sind Kriege ohne Hoffnung. Selbst wenn wir den Islamischen Staat (IS) vernichten, werden neue schiitische, sunnitische, islamistische oder nationalistische Konflikt-Herde auftauchen. Zehn Jahre nicht abgestimmte Kriege im Mittleren Orient standen Pate bei der Geburt des IS, nährten ihn und verschafften ihm Zulauf.“ Und weiter: „Vonnöten ist … eine politische Strategie zur Eindämmung und Erstickung des IS, …“. Dominique de Villepin beschreibt dann noch, welche konkreten Schritte er in der Vergangenheit vorgeschlagen hat. Jedes Mal seit der Einwand gekommen, es gebe nur den Krieg und sonst nichts. „Und selbst wenn der Krieg dann nichts taugt, warum dann diese Kriegslogik?“
  8. Villepin sieht Frankreich wie den ganzen Westen dabei, in den demokratisch-westlichen Militarismus abzugleiten. Ich zitiere ein paar kluge Sätze dieses französischen Politikers: „Aber das Böse ist heute viel umfassender verbreitet und hat sich des ganzen Westens bemächtigt. Der Anti-Terrorkrieg begeht Verrat an unserer Sicht der Welt, er verkörpert die Suizid-Versuchung einer Zivilisation. Diese leidet an gefühlter Ohnmacht und an gefühltem Abstieg, an Angst vor der Welt und den anderen und sie leidet auch an ihrer Überzeugung ethisch-moralischer Überlegenheit. Der Islamismus wiederum hat die Form eines nihilistischen Rausches angenommen. Der Mittlere Orient erlebt gegenwärtig eine Modernisierungskrise, der den gewachsenen régional-konfessionellen und nationalen Identitäten schwer zusetzt. Schon die Kolonisierung schwächte traditionelle Solidaritätsbande, die Globalisierung fegte sie dann vollends hinweg. Wirtschaftliche Entwicklung und die Herausbildung neuer Mittelklassen, verbunden mit dem Aufschwung der Kommunikationsmedien weckten alte Dämonen und schufen neue Ängste.
  9. Das von George W. Bush imaginierte Feindbild globaler Krieg gegen den Terrorismus findet seinen Widerpart im globalen Kalifat. Mit gleicher Neigung für Ideologie, mit gleichem Gewaltreflex und mit gleicher Bilder-Leidenschaft. Das ist die Falle der Opfer-Konkurrenz und des Tangos der Schlachthöfe! Ein Feindbild nährt das andere und beide geben sich mit Leib und Seele ihren Ängsten hin. Der islamische Terrorismus ergötzt sich an der Inszenierung seines Opfertums, die westlichen Länder neigen dazu, ihre Kollateralschäden zu verstecken.“ – Das ist ein ausgezeichneter Kommentar zur UNO-Rede des amerikanischen Präsidenten. Wenn man die Analyse des Franzosen teilt, dann weiß man zugleich, in welcher gefährlichen Konstellation wir leben, wenn der „Weltpolizist“ so beschaffen ist, wie Obamas Rede zeigt. Die USA sind zu einem Sicherheitsrisiko geworden.
  10. Vor der UNO hat nicht Obama gesprochen, könnten Freunde dieses Präsidenten sagen. Das tut aber leider nichts zur Sache. Autor Parry zeigt sehr schön, wie die Neokonservativen der USA ihre eigene Außenpolitik machen. In der Rede Obamas wird sichtbar, wie sehr er sich in deren politische Linie eingereiht hat und zu ihrem Instrument wird. Viel nutzen wird ihm das nicht, weil die Neocons jetzt Obama angreifen, indem sie behaupten, er hätte zu lange damit gewartet, die Rebellen in Syrien zu unterstützen, und von ihm verlangen, dass er von den Bombardements des Islamischen Staats fortschreitet zur Zerstörung der syrischen Luftstreitkräfte und der Verordnung einer Flugverbotszone.
  11. Robert Parry nennt am Ende seines Artikels eine Chance des Präsidenten Obama: Er könnte das Versagen der US-Geheimdienste bei der Einschätzung der Urheber des Sarin Gas Angriffs vom 21. August 2013 und die damals schon vorliegenden Zweifel mancher CIA-Analytiker an der Verantwortung Assads nutzen, um neues Licht auf die Zusammenarbeit von türkischen und arabischen Nachrichtendiensten zu werfen, die mit der Hilfe der Neokonservativen der USA den Aufstieg der Terroristen des islamischen Staates ermöglicht haben.
Es folgen die Texte der Rede von Obama (A), des Artikels von Robert Parry (B) und von Dominique de Villepin (C):
(…)

NDS-Weltpolizist-aggressiv+verlogen141006.pdf