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Vortrag von Dr. Daniele GANSER: Illegale Kriege Montag, 16.10.2017, 19:30 Halle auf der Schray in Erdmannhausen bei Marbach

Elke Schenk

globalcrisis/globalchange News 7.10.2017

Vortrag von Dr. Daniele GANSER: Illegale Kriege

Montag, 16.10.2017, 19:30 Halle auf der Schray in Erdmannhausen bei Marbach

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Der Schweizer Zeithistoriker Daniele Ganser befasst sich seit vielen Jahren mit illegalen Kriegen im weitesten Sinne. Er promovierte über die Geheimarmeen der NATO, untersucht verdeckte Kriegsführung und Terroranschläge unter falscher Flagge (staatlich inszenierter Terror). Ganser scheut sich auch nicht, heiße Themen, wie die Anschläge auf das World Trade Center 2001 oder den Putsch in der Ukraine 2014 zu untersuchen und die Regierungsversionen einer Fakten- und Plausibilitätsprüfung zu unterziehen. Insbesondere seine Forschungsarbeit zu 9/11 führte dazu, dass er u. a. auf Druck der US-Botschaft in der Schweiz, seine Hochschulanstellung verloren hat.

Ganser gründete das Swiss Institute for Energy and Peace Research SIPER.

http://www.marbacher-zeitung.de/inhalt.erdmannhausen-ich-fordere-eine-neue-untersuchung-von-9-11.d3235fae-c8e1-493c-9965-a470cd551080.html

Ich fordere eine neue Untersuchung von 9/11“

Von Das Gespräch führte Lars Laucke 06.10.2017 – 13:57 Uhr 0

Erdmannhausen – Seine Vorträge sind häufig ausverkauft, seine Publikationen lösen immer wieder Diskussionen aus und bringen ihm Diffamierungen als „Verschwörungstheoretiker“ ein. Dr. Daniele Ganser bezeichnet sich selbst als „Historiker, Energie- und Friedensforscher“, die USA als „Imperium“ und die NATO als eine „Gefahr für den Weltfrieden“. Am Montag, den 16. Oktober, um 19.30 Uhr hält er unter dem Titel „Illegale Kriege – Warum wir uns wieder an der UNO-Charta und dem Gewaltverbot orientieren sollten“ einen Vortrag in der Halle auf der Schray in Erdmannhausen.

Ihr Vortrag trägt den Titel „Illegale Kriege“, wie auch Ihr jüngstes Buch, das im Oktober 2016 erschienen ist. Wird der Vortrag eine Art Kurzfassung des Buches? Oder gehen Sie auch auf aktuelle Entwicklungen seit Erscheinen des Buches ein, zum Beispiel bezüglich Nordkorea?

Nein, auf Nordkorea gehe ich nicht ein, weil dort ja derzeit kein Krieg herrscht. Ich werde aber verschiedene Beispiele aus der neueren Geschichte behandeln, wo es wirklich zu Krieg gekommen ist ohne UNO-Mandat, also illegale Kriege.

Sie äußern in Ihrem Buch deutliche Kritik an der NATO, insbesondere an den von Ihnen als „Imperium“ bezeichneten USA. Was entgegnen Sie denjenigen, die kritisieren, dass Ihre Kritik zu einseitig sei?

Dass die USA das mächtigste Land derzeit sind, ist unbestritten, daher bezeichne ich die USA als Imperium. Einige mögen das nicht. Aber wer die Flugzeugträger zählt, sieht sofort: die USA haben zehn, mehr als jedes andere Land. Wer die Militärausgaben anschaut, sieht: die USA liegen bei 600 Milliarden Dollar pro Jahr, mehr als jedes andere Land. Zudem haben die USA in mehr als 40 fremden Ländern Militärstützpunkte, darunter Ramstein in Deutschland und Guantanamo in Kuba. Des Weiteren haben die USA seit 1945 mehr Länder bombardiert als sonst jemand. Die Fakten sprechen also eine klare Sprache.

Der 11. September 2011 ist in Ihren Vorträgen und Publikationen immer wieder ein zentrales Thema. Was macht dieses Ereignis aus Ihrer Sicht so bedeutsam?

Seit 9/11, also seit 16 Jahren, leben wir im so genannten „Krieg gegen den Terror“, das ist ein neues Zeitalter, nach dem „Kalten Krieg“, der 1991 endete. Natürlich müssen Historiker wie ich den Beginn einer neuen Epoche genau untersuchen. Wir schreiben ja die Geschichtsbücher, welche unsere Kinder und Enkel mal lesen werden. Bei 9/11 gibt es einen großen Streit um den Einsturz des dritten Turms WTC7, der von keinem Flugzeug getroffen wurde. Zwei Thesen stehen im Raum: Feuer oder Sprengung. Ich lege mich nicht fest, was die richtige Antwort ist, die Forschung dazu läuft noch in den USA, wobei vor allem die Arbeiten von Dr. Leroy Hulsey von der Universität Alaska interessant sind. Ich fordere eine neue Untersuchung von 9/11.

Wegen Ihrer Kritik an der Ihrer Meinung nach mangelhaften wissenschaftlichen Aufarbeitung von 9/11 werden Sie immer wieder als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet. Ärgert Sie das? Wie gehen Sie damit um?

Ich bin Historiker und mache nur meinen Job gründlich. Der Begriff „Verschwörungstheorie“ ist ein Kampfbegriff. Er will verhindern, das man 9/11 neu untersucht. Der Begriff klärt aber den Einsturz von WTC7 nicht. Man darf sich nicht durch solche Begriffe von der Forschungsarbeit und konkreten Sachfragen abhalten lassen.

Sie sprechen häufig von einem „Informationskrieg“, in dem wir uns befänden. Woran machen Sie das fest?

Ja, der Irakkrieg 2003 zum Beispiel wurde mit der ABC-Lüge dem Publikum verkauft, das stimmte nicht, das wissen wir heute. Zudem wurde behauptet, Saddam Hussein habe etwas mit 9/11 zu tun gehabt, auch das stimmte nicht. Wir stecken tatsächlich im Informationskrieg. Die CIA hat im Rahmen der Operation Timber Sycamore eine Milliarde Dollar in den geheimen Krieg gegen Assad in Syrien investiert, wie die New York Times berichtete. Dabei wurde behauptet, man habe nur die „moderaten Rebellen“ finanziert und mit Waffen und Training unterstützt, aber auch das stimmte nicht, wie wir heute wissen. Kurzum, es wird in der internationalen Politik viel gelogen, gerade im Kontext von Kriegen.

Dr. Daniele Ganser hält am Montag, 16. Oktober, ab 19.30 Uhr auf Einladung des „Vereins für Gentechnikfreie Landkreise Ludwigsburg – Rems-Murr“ und mehrerer anderer Organisationen einen Vortrag in der Halle auf der Schray. Der Eintritt ist frei, „weil wir möchten, dass möglichst viele vor allem junge Menschen die Möglichkeit haben, dabei zu sein“, erklärt der Vereinsvorsitzende Wolfgang Simon. Die Verbindung zwischen dem Vereinsziel und dem Vortragsthema sieht er unter anderem im Irakkrieg. Dort hätten die USA ihre Machtposition genutzt, um die Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut per Dekret de facto vorzuschreiben, wodurch die dort seit Jahrhunderten praktizierte Art der Landwirtschaft kaputt gemacht werde. (lau)

Ralph T. NIEMEYER Der G20-Punkt. Ausrufezeichen

Der G20-Punkt. Ausrufezeichen von Ralph T. Niemeyer
Anmerkungen eines Pazifisten.
Was heute als Verschwörungstheorie gilt, mag in 30 Jahren als Beginn des Repressionsstaates gesehen werden….
Im Moment scheint die politische Führung unseres Landes angesichts der vorgeblich linksradikalen Gewalt unter vorzeitiger Ejakulation zu leiden. Bundespräsident Steinmeier, Bürgermeister Scholz, Justizminister Maass und auch Außenminister Gabriel scheinen alle vergessen zu haben, daß sie als Sozialdemokraten das Grundgesetz in besonders verantwortungsvoller Weise zu verteidigen haben und eben nicht wie die Union mit Säbelrasseln den Einsatz der Bundeswehr im Innern zu fordern haben. Frau Merkel ist erstaunlich zurückhaltend. Sie läßt stattdessen SPD-Minister sich um Kopf und Kragen reden, die es sich nicht nehmen lassen einen Wettlauf um den Noske des Jahres 2017 zu veranstalten. Völlig von den Socken läßt sich Genosse Maas von ausgebufften Springer-Kollegen dazu verleiten für ein “Rock gegen Links” – Konzert Begeisterung zu zeigen, als gäbe es keine solchen Zuhauf, nicht nur am 20. April. (…)
-=Der vollständige Text als Anhang in PDF=-

Vom Friedensforscher zum Verschwörer: Daniele Ganser und die Medien

27.03.2017 Jens Wernicke

Quelle Nachdenkseiten: Vom Friedensforscher zum Verschwörer: Daniele Ganser und die Medien

Furchtbar, diese Häretiker! Sie kritisieren einfach die bestehenden Verhältnisse, insistieren auf deren Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit. Damit treten sie jenen auf die Füße, die nicht gewohnt sind, dass man sie infrage stellt. Der Politik, der NATO, der allgegenwärtigen neoliberalen Ideologie und ihren Apologeten. Einer, der sich nicht verbiegen lässt, sondern sagt, was er erkannt hat und für die Wahrheit hält, ist der Schweizer Friedensforscher Daniele Ganser, der zurzeit massiven Anfeindungen seitens der journalistischen Zunft ausgesetzt ist. Jens Wernicke sprach mit ihm zur Rolle der Medien im Kampf um die Wahrheit und eine bessere Welt.

Zusammenfassung SRF EINSTEIN & SRF ARENA. Gezielte Diffamierung von Daniele Ganser. Neo Division

Veröffentlicht am 26.02.2017
Die Schweizer Fernsehsendung „Trumps Krieg“ war eine geplante Rufmordveranstaltung und der Versuch einer öffentlichen Hinrichtung.WER AUF DIESE WIDERLICHE WEISE DIFFAMIERT ZEIGT NUR SELBER SEIN WAHRES GESICHT!
R.I.P. SRG SSR! Umstrittener Verschwörungsjournalist Jonas Projer VS. Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser. Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.DANKE an Mainz Free TV & Bodo Schickentanz für die WELTKLASSE ANALYSE zur SRF Einstein Sendung.
R.I.P. SRG SSR! #BOYKOTTJONASPROJER! KategorieMenschen & BlogsLizenzStandard-YouTube-Lizenz
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Dr. Daniele Ganser: Stellungnahme zu: Arena, SRF (Nachtrag 2)

Zusammenschnitt vom Schlagabtausch zwischer Ganser und SRF-Moderator Projer, ansonsten auch nur Gegner in der Runde; Ganser wird im Untertitel zu seinem Namen schon die wissenschaftliche Reputation abgesprochen, nicht als Historiker oder Friedensforscher benannt, sondern als Publizist!! )
(Ganser in Form, redet Klartext, bringt Fakten + Zahlen zum Imperium, was Herrn Projer nicht passt; an der Stelle wird dann ein aus dem Kontext gerissene gekürzte private e-mail Gansers an einen SRF-Redakteur eingeblendet, um Ganser der Verschwörungstheorie zu bezichtigen):
https://www.youtube.com/watch?v=ecYib1TJZh8 (17 min)

gesamte Sendung (1 STd):
Schweizer Staats -TV gegen Dr. Daniele Ganser – ganze Sendung – 24.02.2017

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Mathias BRÖCKERS, R. A. WILSON: Lexikon der Verschwörungstheorien — Verschwörungen, Intrigen, Geheim bünde; Westend-Verlag, Aug. 2016, 18 Euro

globalcrisis/globalchange NEWS
Stuttgart, 04.10.2016

Mathias Bröckers hat heute auf seinem Blog www.bröckers.com ein von Jens Wernicke geführtes Interview zu seinem jüngsten Buch „Lexikon der Verschwörungstheorien“ annonciert, dessen Lektüre sich lohnt.

Robert Anton Wilson, Mathias Bröckers: Lexikon der Verschwörungstheorien — Verschwörungen, Intrigen, Geheimbünde; hrsg. v. Mathias Bröckers, übersetzt von Gerhard Seyfried (Westend-Verlag, Aug 2016, 304 S., 18,00 Euro)

Im Folgenden zwei Auszüge aus dem Interview, der gesamte Text im Anhang (pdf, 5 S.)

Grüße,
Martin Zeis

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www.broeckers.com/2016/10/04/vorsicht-verschworungstheorie

Jens Wernicke hat mich anläßlich der Neuerscheinung des “Lexikons der Verschwörungstheorien” * zum Thema befragt.

Herr Bröckers, Verschwörungstheoretiker – das sind doch die Spinner und Irren, die an Aliens glauben und Unfug verbreiten. Und nun geben Sie für diese als Zielgruppe das „Lexikon der Verschwörungstheorien“ heraus – werden Sie jetzt unseriös?

Die erste Ausgabe dieses Lexikons erschien in den USA schon Ende der 90er Jahre und weil ich fast alles, was Robert Anton Wilson geschrieben hatte, sehr schätzte, suchte ich in Deutschland einen Verlag und gab die deutsche Ausgabe heraus.
Wilson hatte mit seinem Kollegen Robert Shea in den 70er Jahren den großartigen Verschwörungsschmöker „Illuminatus“ geschrieben, eine psychedelisch überdrehte Romantrilogie über die mächtigen und seit Jahrtausenden im Untergrund geheim agierenden Strippenzieher der Weltgeschichte, die „Illuminaten“, und ihre ebenso untergründigen Gegenspieler, die „Diskordianer“.
Wilson wurde dann von vielen Lesern immer wieder darauf hingewiesen, dass nicht nur an den Realitätspartikeln, aus denen er seine fiktive Story zusammengebaut hatte, etwas dran war, sondern auch an den Zusammenhängen. Und dass man eigentlich nicht mehr unterscheiden könne, was nun wahr und was falsch sei.

Das erfreute den anarchistischen Erkenntnistheoretiker Wilson natürlich ungemein, und so entschloss er sich, mehr als zwanzig Jahre später mit diesem Lexikon noch eins drauf zu setzen:
„Du solltest die Welt als eine Verschwörung sehen, die von einer sehr eng verbun-denen Gruppe nahezu allmächtiger Leute betrieben wird, und du solltest daran denken, dass es sich bei diesen Leuten um dich und deine Freunde handelt.“
Mit dieser Betriebsanleitung enthüllte er, was hinter all seinen Masken und Spiegeln, die vom Ironiker zum Philosophen, vom Witzbold zum Psychologen reichen, vom Wissenschaftler zum Poeten und vom Dokumentaristen zum Reporter, den Kern aller seiner Bücher ausmacht: die Anregung zum Selbstdenken. Also jenseits des Zauns der herrschenden Dogmen und etablierten Wahrheiten. Das wurde und wird von den Autoritäten, die sich darin wohl eingerichtet haben, grundsätzlich nicht gern gesehen und um ihre Dogmen, ihre Wahrheiten, ihren Unfug als „normal“ zu verteidigen, müssen sie alle anderen als Verrückte, als Irre, als Ketzer bezeichnen.

Wer vor ein paar Jahren die Belege und Indizien dafür angeführt hätte, dass die NSA sämtlichen E-Mail- und Mobilfunk-Verkehr bis zum Handy der Kanzlerin abhört, wäre sofort als böswilliger, antiamerikanischer „Verschwörungstheoretiker“ abgekanzelt worden.

(…)

Und schon sind wir mitten … „in einer Verschwörungstheorie“: Die Oberen, die Mächtigen eines Landes, und die Geheimdienste lenken und steuern also die öffentliche Wahrnehmung und manipulieren unseren Geist? Läuft es darauf hinaus?

Die öffentliche Wahrnehmung und die sich daraus ableitende öffentliche Meinung sind für jedes Herrschaftssystem ein ganz entscheidender Faktor, den keine Regie-rung außer Acht lassen kann, gleich ob sie demokratisch oder diktatorisch ist. Sie kann ihre Maßnahmen nur durchsetzen, wenn sie die öffentliche Meinung kontrolliert.
Ein Krieg gegen irgendein „Böses“ ist nur so lange möglich, wie die öffentliche Meinung, dass „wir“ die Guten sind, aufrechterhalten werden kann; tauchen zu viele Nachrichten und schreckliche Bilder über die Opfer auf, die nahelegen, dass dies eher kein „gerechter“ Krieg von Gut gegen Böse ist, hat die Regierung ein Problem. Vor allem wenn sie, wie in demokratischen Systemen, öffentliche Kritik und Zweifel nicht mit Zensur oder Gewalt unterdrücken kann.
Deshalb ist die öffentliche Meinung der zentrale Kampfplatz, auf dem die Deutungs-hoheit über die Ereignisse Tag für Tag verteidigt werden muss, wobei die entschei-dende Rolle den Medien zufällt.

Können Sie das bitte anhand eines Beispiels skizzieren, das zudem auch belegbare Fakten enthält?

Um die Deutungshoheit zu behalten, ist eine Kontrolle der Medien unverzichtbar. Wie man eine solche erreicht – wo Freiheit und Unabhängigkeit der Presse in Demokratien doch Verfassungsrang haben – demonstrierte etwa die „Operation Mockingbird“ der CIA, mit der von den 1950ern bis in die 1970er Jahre versucht wurde, Verlage und Redaktionen weltweit mit Führungspersonal zu bestücken, das die Agenda des Kalten Kriegs teilte.
Diese Unterwanderung erstreckte sich nicht nur auf die Nachrichtenmedien, sondern auch auf Wissenschaft und Kultur, wie Frances Stonor Saunders in ihrem Buch „Wer die Zeche zahlt“ detailliert aufgezeigt hat. Welcher Künstler, welcher Literat oder Denker groß rauskam, hatte weniger mit der Qualität seiner Werke, sondern mit seiner Stellung im „Kulturkampf“ zu tun. So wurde etwa der harmlose und ständig betrunkene Maler Jackson Pollock zum expressionistischen Großgenie hochgejubelt, nicht wegen der Qualität seiner großformatigen Klecksereien, sondern um die enga-gierten Maler des „sozialistischen Realismus“ zu kontern.

Diese Beispiele aus der Vergangenheit sind gut dokumentiert und es wäre naiv anzunehmen, dass solche Operationen seitdem nicht mehr stattfinden. Sie sind so etwas wie die softpower im Kampf um die Deutungshoheit, aber sie dienen demsel-ben Zweck wie die hardpower der Dienste. Wie letztere zum Einsatz kommt – in Form von Anschlag, Attentat, Putsch und regime change – hat David Talbot in seinem gerade auf Deutsch erschienen Buch * über Leben und Werk von Allen Dulles dokumentiert, des „Vaters“ der CIA.

David Talbot: Das Schachbrett des Teufels. Die CIA, Allen Dulles und der Aufstieg Amerikas heimlicher Regierung; Übersetzt von Andreas Simon dos Santos (Westendverlag sp. 2016, 608 S., 28,00 Euro)

Während sein Bruder John Foster Dulles als US-Außenminister überall salbungsvoll von “Demokratie” und “Freiheit” predigte, inszenierte der kleine Allen hinter der Bühne die politischen Morde, Terroranschläge und Aufstände, die zur Verbreitung dieser “Werte” erwünscht waren – von Guatemala bis Iran, von Puerto Rico bis Frankreich, von Kuba bis Italien. Um damit durchzukommen – um weiter als „die Guten“ zu gelten, bedurfte es der Medienunterstützung und wie Talbot zeigt, war Dulles auch hier ein Meister.
Bis hin zu seinem Meisterstück, dass er selbst die Untersuchung des Attentats auf John F. Kennedy leitete, eines Verbrechens, in das etliche seiner Mitarbeiter ver-strickt waren.
(…)

BRÖCKERS-Lexikon-Verschwörungstheorien161004.pdf

Der Verschwörungstheoretiker Norbert Häring und das Centre for European Reform – norberthaering.de

23.02.2016
Blog des Wirtschaftsjournalisten Norbert HÄRING zu Wirtschaftspolitik für die Reichen und Mächtigen, zu Geldreform, Medienversagen und Euro-Krise.

Christian Odendahl, Chefvolkswirt des „pro-europäischen“ Centre for European Reform in London hat einen Zeitungsartikel zum nicht-existenten Grundrecht auf Bargeld geschrieben. Ich erlaubte mir, auf Twitter eine kleine Offenlegung zu den Sponsoren des Instituts zu ergänzen. Das rief unerwartet heftige Reaktionen bei Herrn Odendahl und anderen hervor.

weiterlesen:

Quelle: Der Verschwörungstheoretiker Norbert Häring und das Centre for European Reform – norberthaering.de

„Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen: Der Weg in die totale Kontrolle“ ist ab 11. März im Buchhandel und ist eine einzige, ausführlich begründete “Verschwörungstheorie”.

David Hornemann von Laer (Wissenschaftler an Uni Witten/Herdecke zur Einladung und dem Vortrag von Daniel GANSER heute Abend; 29.10.2015

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 29.10.2015

Hallo zusammen,

telepolis veröffentlicht heute ein Interview mit dem Kunst- und Wahrnehmungswissenschaftler David Hornemann von Laer von der Universität Witten/Herdecke zu den Gründen, weshalb er den Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser zu einem Vortrag “Fakten, Meinungen, Propaganda – Wie mache ich mir selbst ein Bild?” eingeladen hat. Hornemann beschreibt zum Schluss auch das zentrale Anliegen seiner Tätigkeit an der Universität:

” … Warum haben Ihrer Auffassung nach heute so viele Menschen Angst davor, sich selbst ein Bild zu machen?

David Hornemann von Laer: Das liegt daran, dass es zum einen viel einfacher ist, eine Meinung zu übernehmen, als sich selbst anzustrengen und mittels eigener Beobachtungen und Gedanken sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Zum anderen kann Ihnen niemand das eigene Beobachten und Denken abnehmen, das heißt, Sie sind dabei immer zunächst allein. Es kann ja sein, dass Sie dann später Menschen finden, die zu demselben Urteil kommen, aber der Weg dahin beginnt alleine. Davor schrecken einige zurück. Denken Sie daran, was für eine Unsicherheit für viele damit verbunden ist, wenn in der Zeitung nicht mehr die Welt erklärt wird, wie sie ist, sondern plötzlich gesagt wird, dass die Journalisten oft nur gekauft sind usw.
Ich versuche deshalb, in meinen Seminaren die Studierenden möglichst nicht zu belehren, sondern sie zu ermutigen, ihren eigenen Augen, ihren eigenen Einsichten zu vertrauen, sodass sie zu eigenen Lösungen, eigenen Ideen durchdringen können und sich nicht einem Kollektiv, einer Autorität unterwerfen müssen.” (Hervorh. m.z.)

Das gesamte Interview ist im Anhang (pdf. 4 S.) und über unten stehende URL abrufbar.

Grüße,
Martin Zeis

http://www.heise.de/tp/artikel/46/46412/1.html

Weltbild in Gefahr:
Auftritt von Daniele Ganser an Uni in Witten
Marcus Klöckner
Telepolis, 29.10.2015

Hochschule ermutigt Studenten, eigenständig zu beobachten und zu denken

“Fakten, Meinungen, Propaganda – Wie mache ich mir selbst ein Bild?” – unter diesem Titel wird der Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser heute einen Vortrag an der Universität Witten/Herdecke halten. *

Ziel ist es, laut Presseerklärung der Universität, den Besuchern der Veranstaltung aufzuzeigen, welche Recherchemöglichkeiten durch das Internet bestehen und wie sich zwischen Fakten, Meinungen und Propaganda unterscheiden lässt.

* vgl. http://www.uni-wh.de/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltungs-details/event//daniele_ganser_wer_kontrolliert_die_vierte_gewalt/event/tx_cal_phpicalendar//2015/10/29/

Im Interview mit Telepolis erklärt der Kunst- und Wahrnehmungswissenschaftler David Hornemann von Laer, was ihn dazu bewegt hat, Ganser einzuladen und warum die Universität den Forscher nicht ausladen wird. …

HORNEMANN-zu-Ganser-Vortrag-Uni-Witten151029.pdf

Gatekeeper des Empire – “Die dunkle Seite der Wikipedia” – DOKUMENT: Offener Brief von SPD-Grünen-Piraten in Witt en

Guten Tag,

kein Ereignis der letzten 20 Jahre hatte so weit reichende Folgen wie die Terroranschläge vom 11. September 2001 (innenpolitische in den USA, der andauernde global war on terror, Ausrufung des NATO-Bündnisfalls, der bis heute nicht aufgehoben ist). Zugleich blieben bei keinem anderen Ereignis so viele offene Fragen und Unzulänglichkeiten der offiziellen Untersuchung. Ein Schutzwall an Tabus (vgl. Bröckers, Terror und Tabu) umgibt die Geschehnisse um den 11.9. und die von vielen Seiten (darunter Architekten, Feuerwehrleuten, Geheimdienstlern, Physikern) erhobenen Forderungen nach einer neuen unabhängigen Untersuchung.

Diejenigen, die sich fachlich und wissenschaftlich mit den Anschlägen befassen, werden- ohne Prüfung ihrer inhaltlichen Aussagen und Argumentation – als Verschwörungstheoretiker diffamiert und aus dem etablierten Hochschul- und Medienkontext herausgedrängt.

Welche Rolle die Online-Enzyklopädie Wikipedia dabei spielt, hat der Biologielehrer Markus Fiedler zusammen mit einem Kollegen exemplarisch am Eintrag über den Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser recherchiert. Der Dokumentarfilm klärt auf über das Funktionieren von Wikipedia und seine selbst gesetzten Regeln, die mit verschiedenen Rechten ausgestatteten anonymen Hierarchieebenen (Sichter, Administratoren, Bürokraten) und die willkürliche, autoritative Nutzung dieser Rechte, um eine bestimmte Version eines Eintrags durchzusetzen.

Die dunkle Seite der Wikipedia. Ein Film von Markus Fiedler und Frank-Michael Speer

https://www.youtube.com/watch?v=wHfiCX_YdgA

Markus Fiedler ist Diplombiologe, arbeitet als Biologie- und Musiklehrer und ist Gastdozent für das Fach ‚Integrated Media‘ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Im Zusammenhang mit der Untersuchung verschiedener Deutungen zum 11. September ist im deutschsprachigen Raum vor allem der schweizer Historiker Ganser bekannt. Im Vorfeld seiner Vorträge, die sich auch mit Nato-Geheimarmeen, aufgeklärten Fällen von gewaltsamen Regimechanges der letzten Jahrzehnte und Ressourcenkriegen befassen, startet regelmäßig eine Kampagne, die ihn als Verschwörungstheoretiker und neuerdings Rechtspopulist diffamiert und die Absage der Veranstaltung fordert. Jüngstes Beispiel ist ein Vortrag an der Uni Witten-Herdecke zum Thema “Wer kontrolliert die Vierte Gewalt?”

Dagegen wendet sich ein Bündnis aus SPD, Grünen und Piraten-Partei in einem Offenen Brief. Dieser Offene Brief übernimmt ungeprüft die Verschwörungstheorie-Vorwürfe sowie die Darstellung aus der Wikipedia und verlinkt z. T. auf Quellenbelege aus Wikipedia, die im Dokumentarfilm als Scheinbelege bzw. unseriöse Quellen dechiffriert werden. Darüber hinaus arbeitet er wesentlich mit dem Argument der Kontaktschuld. Die inhaltliche Argumentation von Ganser wird noch nicht einmal ansatzweise wahrgenommen, stattdessen finden sich pauschale Urteile. Allein das Stellen von Fragen zu aus ihrer Sicht geklärten Vorgängen wird von den Autoren und Unterstützern schon als Beleg für einen Verschwörungstheoretiker angeführt. Ein “Argument” gegen den Referenten Ganser ist die schlichte Unterstellung, er werde von AfD- un d Pegida-Anhängern unterstützt.

Der Offene Brief fordert von den Veranstaltern nicht nur, den Referenten auszuladen, sondern sich von den – ihm unterstellten – weltfremden und undifferenzierten Auffassungen zu distanzieren.

http://www.ruhrbarone.de/daniele­ganser­offener­brief­gegen­911­truther­an­der­uni­-witten­herdecke

Daniele Ganser: Offener Brief gegen 9/11­-Truther an der Uni Witten Herdecke

(Offener Brief im Anhang).

In einer Stellungnahme der Uni hält sie an der Veranstaltung fest:

“Die Universität ist ein Ort der Erkenntnissuche und kein Ort des Dogmas. […] Es gäbe keine wissenschaftlichen Entdeckungen, wenn nicht Wissenschaftler*innen gegen die herrschende Meinung auf ungewöhnliche Phänomene, Erklärungslücken, methodische Fehler und sogenannte Anomalien in Theorien aufmerksam würden und ihrer Neugier auch gegen den Widerstand ihrer Kolleg*innen nachgehen würden”.

(vollständige Stellungnahme im Anhang)

Viele Grüße

Elke Schenk

globalcrisis/globalchange NEWS

Ganser-Stellungnahme Uni-Witten-zum-Offenen Brief 27.10.15.doc

SPD-GUENE-WITTEN-OffenerBrief-Ganser-Verschwörungstheoretiker2015 10.pdf

Uni verteidigt Einladung Gansers 20151028

Albrecht MÜLLER – Rainer MAUSFELD: Umtriebe einer Gedanken- und Gesinnungspolizei

Guten Tag,

seit einiger Zeit nehmen Formen einer “Gedanken- und Gesinnungspolizei” gegenüber Journalisten, Wissenschaftlern, Aktivisten zu, die sich mit brisanten, herrschaftskritischen und vom Mainstream tabuisierten Themen befassen. Die Folge sind die Denunziation und Diffamierung der entsprechenen Personen, Gruppen oder Organisationen (beliebt sind Vorwürfe “Verschwörungstheoretiker” oder “Antisemiten” zu sein) und der Ruf nach “Kontaktsperre”, also Abgrenzung und Ausgrenzung. Auch (pseudo)linke Medien oder NGOs beteiligen sich an dieser Art der Diffamierung bis hin zu inquisitorischem Vorgehen.

Dazu im Folgenden (1) die Erfahrung und Intervention von Albrecht Müller, Mitherausgeber der NACHDENKSEITEN, und (2) die Antwort des Kieler Psychologieprofessors Rainer Mausfeld. Die vollständigen Texte sind als Datei im Anhang verfügbar.

An dieser Stelle sei ergänzend noch einmal auf den Vortrag von Prof. Rainer Mausfeld an der Christian Albrechts Universität Kiel, am 22.06.2015 “Warum schweigen die Lämmer” hingewiesen, der auf dieser Liste kürzlich empfohlen wurde:

Video des Vortrags: https://www.youtube.com/watch?t=2253&v=Rx5SZrOsb6M

Rainer Mausfeld: „Warum schweigen die Lämmer?“ – Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements

Textfassung von free21 abrufbar unter: http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150806_Mausfeld.pdf

Viele Grüße

Elke Schenk

globalcrisis/globalchange NEWS

(1)

http://www.nachdenkseiten.de/?p=27309

24. August 2015 um 17:04 Uhr

Ein Interview zur „Gedankenpolizei“ – vom Neuen Deutschland wieder aus dem Netz genommen.

Das ist ein Interview von Jens Wernicke mit Albrecht Müller. Es war für das Neue Deutschland bestimmt. Das Blatt hatte es im Netz und nahm es nach einer internen Intervention wieder raus. Albrecht Müller.

[…]

Herr Müller, Sie sind Herausgeber der NachDenkSeiten.de, kritisieren seit Langem die Meinungsmache und Medien im Land und sprechen zurzeit von einer „Gedanken- bzw. Gesinnungspolizei“. Was meinen Sie damit?

Auf diesen Begriff kam ich, weil sich in den Monaten bis zum März 2015 Mails bei mir häuften, deren Argumentationsaufbau etwa folgendermaßen aussah: Der Einstieg war immer ähnlich: ‚Sie machen eine tolle Arbeit mit den NachDenkSeiten, ich habe auch Ihre Bücher mit Gewinn gelesen. Aber: Dass Sie sich für die Friedensbewegung engagieren und dass Sie Ken Jebsen, diesem Verschwörungstheoretiker und nachgewiesenen Antisemiten ein Interview gegeben haben, das kann ich nicht verstehen. Und mit Willy Wimmer haben Sie auch geredet. Auch dass Sie immer wieder die USA kritisieren, finde ich nicht gut.‘ Usw. usf.

Ich habe ja nichts dagegen, wenn manche unserer Leser so denken, aber dass man mir vorschreiben will, was ich denke und mit wem ich Kontakt habe und spreche, das fand und finde ich zu viel des Guten. Deshalb habe ich diese Art von Mails öffentlich gemacht und dabei von Gesinnungspolizei gesprochen. Seitdem habe ich übrigens Ruhe. Ich bekomme keine verlogenen, schleimigen Mails mehr. Dafür viele andere konstruktive von Menschen, die wissen, was Toleranz bedeutet, und was sie von uns verlangt.

Das klingt sehr nach einem „Spalte und Herrsche“-Mechanismus…: Es gibt immer mehr soziale Not im Land und gleichzeitig immer mehr Denk- und Redetabus – und in Summe schwächt das vor allem die kritischen Stimmen im Land. Ist es so in der Art?

Ja, das hat auch eine soziale Seite. Um die Not der Unterschicht kümmert man sich nicht mehr. Und es hat eine politische Seite. Denken Sie etwa an die Rote-Socken-Kampagne von CDU und CSU und der mit ihnen verbundenen Medien. Das war der gelungene Versuch, ein Kontaktverbot für SPD und Grüne nach links hin auszusprechen. Damit hat man es geschafft, die seit Jahren mögliche Koalition links von Frau Merkel zu verhindern. Und eben auch, unserem Land den Zugang zu einer politischen Alternative zu versperren.

Hätten Sie da denn ein konkretes Beispiel zum Agieren der „Gesinnungspolizei“ für uns?

Ja, ich hatte in den NachDenkSeiten davon geschrieben, wir lebten quasi im Status einer Kolonie. Anlass war der Spatenstich für das größte Militärhospital der USA außerhalb ihres eigenen Landes in Landstuhl in der Pfalz. Da gab es ein bezeichnendes Foto in meiner Regionalzeitung: Die Bundesbauministerin machte einen strammen Diener vor dem zuständigen US-amerikanischen General.

Daraufhin meldete sich ein Herbert Müller aus Berlin, wie sich dann herausstellte ein Typ, der unter dem Namen „Genova“ im Netz unterwegs ist, und andere Menschen des Antisemitismus bezichtigt. Er zitierte damals die Definition von Kolonie und bestritt, dass dies zu unserem Verhältnis zu den USA passe. Außerdem beklagte er sich, dass Artikel der NachDenkSeiten bei Ken Jebsen verlinkt werden.

Und was ist Ihre Antwort hierauf – auf all diese Verbote, Tabus und die damit geschürte „Kontaktangst“ und den kritischen Stimmen im Land?

Nun, ich habe mich entschlossen, mir nicht von anderen vorschreiben zu lassen, mit wem ich Kontakt haben darf, wen ich achte und zitiere und mit wem ich mit Respekt umgehe. Nicht nur, aber auch, weil Dialog wichtig ist – und wir ohne eben diesen allzu schnell auf Kampagnen und Lügen über andere hereinfallen würden.

Ich will dazu noch ein Beispiel nennen: Seit den siebziger Jahren habe ich mit Andreas von Bülow zu tun. Unsere Familien waren in der gemeinsamen Bonner Zeit befreundet. Er war in der Zeit der Nachrüstungsdebatte bei einem Pleisweiler Gespräch. Jetzt sieht er die Rolle der USA, ihrer Geheimdienste und auch die Hintergründe von 9/11 etwas anders und härter als ich. Und er wird dafür gescholten, ein Verschwörungstheoretiker zu sein. Ich denke dennoch nicht im Traum daran, diesen Urteilen zu folgen und meinen Respekt für ihn der allgemeinen Stimmungsmache zu opfern.

Ich könnte eine Reihe anderer Beispiele nennen, will aber die etwas allgemeinere Bemerkung anfügen: Die Intoleranz und die Etikettenverteilung, die hierzulande gerade üblich wird, sollten wir nicht mitmachen. Und wir sollten hart dagegen angehen. Das habe ich im März getan. Es hat gewirkt. Weil Denunzianten nämlich zugleich Feiglinge sind.

Albrecht Müller, geboren 1938 in Heidelberg, ist ein Volkswirt, Publizist und Politiker. Müller war Planungschef im Bundeskanzleramt unter den Bundeskanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt. Weiter war er von 1987 bis 1994 für die SPD Mitglied des Deutschen Bundestages und ist seit 2003 als Autor und Mitherausgeber der NachDenkSeiten tätig.

(2)

http://www.nachdenkseiten.de/?p=27333

Lieber Herr Müller,

Danke für Ihren gestrigen (ebenso wie vom April) Beitrag zur Gedankenpolizei! Es ist gut und wichtig, daß diese Dinge einmal im hellen Licht der NachDenkSeiten thematisiert werden.

Ich habe entsprechende Reaktionen auch auf meinen Vortrag erhalten. Das Schema ist – genau, wie Sie es beschreiben – immer dasselbe. Ein besonders forsches Beispiel hänge ich Ihnen unten an; hier verbirgt sich das Geraune des Denunziantentums, durch das eine Kleininquisitorin die Ränder für den

‚vernünftigen‘ und ‚zulässigen‘ Bereich des Spektrums zu markieren sucht, unter dem vorgeblich seriösen Mantel einer Presseanfrage. – Eine der schlichtesten und wirksamsten Propagandatechniken ist ja gerade, die Grenzen zwischen ‚vernünftigen‘ und ‚unvernünftigen’/’unverantwortlichen‘ Positionen zu markieren. Mit dem Werkzeug der Massenmedien ist dies mühelos zu bewerkstelligen; doch auch sonst finden sich offensichtlich immer bereitwillige Trolle, „Hiwi’s“ etc., die mit zähem Eifer festzulegen suchen, welche Personen als ‚Schmuddelkinder‘ anzusehen sind, mit denen (oder auch deren Bekannten) man nicht spielen, also reden darf.

Die deutschen Linken haben ja seit je eine besondere Neigung, einen „Narzißmus der kleinen Differenzen“ (Freud) zu pflegen und einen Großteil ihrer Energie auf Ausgrenzungs- und Abgrenzungsarbeit zu verwenden – eine recht erfolgreiche Selbst-Zersetzungsarbeit, die den Eliten ermöglicht, sich behaglich in einen Narzißmus der großen Differenzen zum Rest der Bevölkerung einzurichten.

Das Denunziantentum – vor allem in der Anonymität sozialer Netzwerke – scheint mir mittlerweile jedoch noch eine andere, neue Qualität zu haben. Hier scheint der Humus bereitet zu werden für eine Art von Astroturfing (Wikipedia zu Astroturfing[1], A.M.), das darauf zielt, die eigentlich relevanten gesellschaftlich-politischen Sachfragen zu verdunkeln und zu vernebeln und soziale Bewegungen, die den Zentren der Macht gefährlich zu werden drohen, gleichsam von Innen zu vergiften und für die Öffentlichkeit zu diskreditieren. Das ist sicherlich die kostengünstigste und wirksamste Form der ‚Aufstandsbekämpfung‘. Es wäre daher überraschend, wenn solche Techniken, soziale Bewegungen durch systematische Infusion geeigneter Vorwurfsgifte gleichsam von Innen zu zersetzen, nicht systematisch verfeinert würden. – In jedem Fall erscheint mir dies ein sehr ernsthaftes Problem zu sein, von dem alle sozialen Bewegungen in Zukunft zunehmend bedroht sein werden.

Um so bewundernswerter und verdienstvoller finde ich die Klarheit und

Beharrlichkeit, mit der Sie in all den langen Jahren in den bisweilen getrübten Gewässern den Kurs der Aufklärung halten!

Herzliche Grüße

Rainer Mausfeld

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MUELLER-MAUSFELD-Gedanken-Gesinnungspolizei-NDS2015_08.pdf