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NSU-Komplex + UA-Bericht Ba-Wü — Veranstaltung der Initiative NSU-Aufklärung & Die AnStifter, 22.02.2016, S tuttgart

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 20.02.2016

„Wir gehen alle davon aus, dass wir in einem liberalen Land leben.“ „Und dann wurde mir klar, dass wir wahrscheinlich in einem Land leben, das in weiten Bereichen von den Amerikanern kontrolliert wird.“, äußert der Autor des dokumentarischen Kriminalromans „Die schützende Hand“ gegenüber der Publik Forum-Journalistin Susanne Stiefel. (vgl. Der Rechercheur, in: Publik Forum, Nr. 2/2016, S.50f)

Wolfgang Schorlau, Ekki Sieker (investigativer Journalist an seiner Seite) und die „drei Dutzend brillianten Journalisten“, die an dem NSU-Komplex dran sind, stießen – das zeigen die Dokumente, die Unterlagen der Ermittlungsbehörden, das Verhalten des Geheimdienste gegenüber den NSU-Untersuchungsausschüssen – bis zur oberen Schicht des deep state, des Staats im Staate, vor — im Fall des NSU an die operativen Schnittflächen zwischen Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst und CIA, wo es in erster Linie für zentrale Zeugen, aber auch für allzu interessierte und hartnäckig in diese Zone vordringende brilliante “Rechercheure“ ungemütlich bis brandgefährlich wird/werden kann.

Der Abschlussbericht des NSU-Untersuchungsausschusses Ba-Wü –

Mehr Fragen als Antworten?

(Podiums-)Diskussion
Mo, 22. Februar 2016, 19:30 Uhr
Württembergischer Kunstverein (WKV), Schloßplatz 2, 70173 Stuttgart
Veranstalter: Initiative NSU-Aufklärung & Die AnStifter
Wichtiges: Eintritt frei

Mit dem Ende der Legislaturperiode endete nun auch der NSU-Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags. Die ihm gestellten Arbeitsaufträge hat er nicht alle erledigt, jedoch inzwischen einen Abschlussbericht vorgelegt.

Die beiden Journalisten Sven Ullenbruch und Rainer Nübel werden die bisherige Arbeit des Ausschusses und den Abschlussbericht kritisch betrachten. Sie sind ausgewiesene Kenner der Materie und wohnten vielen Ausschusssitzungen bei.

Wolfgang Schorlau über den NSU
In was für einem Land leben wir eigentlich?
Stuttgarter Zeitung, 12.04.2015

„… Je mehr ich mich mit dem NSU-Komplex beschäftigte, je besser ich diese zweiten Geschichten kennenlerne, an deren Ende es oft weitere Todesfälle von Zeugen gegeben hat, über die kaum jemand spricht, desto öfter fragte ich mich, in was für einem Land ich eigentlich lebe. Stimmt mein Bild von der halbwegs liberalen Gesellschaft, in der Recht und Gesetz gelten, in der die Behörden an dieses Recht gebunden handeln?

Während ich diese Zeilen schreibe, erreicht mich die Meldung, dass es im Kontext des NSU-Komplexes ein weiteres Todesopfer gegeben hat: die Ex-Freundin von Florian H. Blicken wir noch einmal zurück: Zwei Zeugen, der V-Mann Corelli und Florian H., beide aussagewillig, starben, bevor sie vernommen werden konnten. Corelli an einer „unerkannten Diabetes“ (?) im Zeugenschutzprogramm; H., der behauptete, er wisse, wer Michèle Kiesewetter wirklich umgebracht hat, verbrannte bei lebendigem Leib. Und auch hier findet man wieder die merkwürdigsten Widersprüche. Florian H., soll sich – so der Staatsanwalt – aus Liebeskummer selbst angezündet haben. Erstaunlich nur, dass er gerade auf dem Weg zu seiner Zeugenaussage war. Was, so frage ich mich, ist das Motiv des ermittelnden Staatsanwalts, Selbstmord aus Liebeskummer festzustellen, bevor die Ermittlungen abgeschlossen waren?“ Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wolfgang-schorlau-ueber-den-nsu-die-zweite-geschichte-page3.b051f368-4f34-44bb-a6aa-5b3881e758f9.html

Ergänzung, 20.02.2016 / m.z.: Am 15.02.2016 schreibt Thomas Moser auf Telepolis in seinem Artikel „Nächster Todesfall im NSU-Komplex“ einleitend: „…Im NSU-Komplex gibt es den nächsten Todesfall. Mit einer Woche Verspätung erfährt man vom Tod des 31jährigen Sascha W. aus Kraichtal in Baden-Württemberg. W. war der Verlobte von Melisa M., die im März 2015 vom NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart befragt worden war und vier Wochen danach an einer Lungenembolie verstarb, 20 Jahre alt.
Melisa M. wiederum war einmal Freundin von Florian Heilig, einem Neonazi-Aussteiger, der am 16. September 2013 in seinem Auto auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart verbrannte. Am selben Tag sollte er vom Landeskriminalamt zum Thema NSU vernommen werden. Heilig hatte in der Vergangenheit gesagt, er wisse, wer die Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter 2007 ermordet hatte. Das sollen aber nicht Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gewesen sein. (…)“ Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/47/47412/1.html

Hinweis: Wer sich von der Qualität, der akribischen, messerscharfen Recherche Wolfgang Schorlaus ein aktuelles Bild machen will, der lese seine heute auf Telepolis erschienene Antwort und Richtigstellung bzgl. eines TP-Artikels von Herrn Gröth mit dem Titel: „NSU-Terroristen: Ungereimtheiten an der Selbstmord-Hypothese“. (Schorlaus Text ist als pdf-Anhang (7 S.) beigefügt und erreichbar über die URL: http://www.heise.de/tp/artikel/47/47390/1.html )

SCHORLAU-Richtigstellung-TP-Artikel160220.pdf